| Art der Bekanntmachung | Ausschreibung |
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| Bekanntmachungsnummer | 127600757 |
| Beschreibung |
Projektname: Waltersdorf - Neubau von Abwasserkanälen und einer Kläranlage Vergabeverfahren: Offenes Verfahren Gegenstand: Errichtung eines Trennkanalisation-Systems und einer Kläranlage für den Ortsteil Waltersdorf der Gemeinde Lindenkreuz. Ziel ist die regionale Entwässerung, die Außerbetriebnahme des bestehenden Mischwassernetzes und die Beschränkung der bestehenden Einleitstellen in den Saarbach auf Regenwasser. Das gesammelte Schmutzwasser wird in einer neu zu bauenden Kläranlage (Ausbaugröße 400 Einwohnerwerte) behandelt. Die Anlage, die am Ortseingang in Richtung Kleinsaara liegt, ist auch für die zukünftige Behandlung von Abwasser aus den Ortsteilen Lindenkreuz und Rothenbach vorgesehen. Art des Auftrags: Bauleistungen CPV-Code(n): 45231300 (Bauarbeiten für Wasser- und Abwasserleitungen);45252100 (Bauarbeiten für Kläranlagen) Vertragslaufzeit: Geplanter Beginn 04.05.2026; Geplantes Ende 30.04.2028. Ausführungsort: Waltersdorf, Deutschland, Landkreis Saale-Holzland, Thüringen. Loseinteilung und Inhalt: Los 1 - Schmutzwasserkanäle und Neubau Regenwasserkanäle Schmutzwasserkanäle: Rohrmaterial und Verbindung: Neubau von ca. 2.040 m DN 200 (PN10 oder höher) aus Vollwand- oder Profilwandrohren aus Polypropylen. Die Rohrverbindungen erfolgen in der Regel durch Heizwendelschweißen oder Stumpfschweißen, erfordern eine dichte Verbindung und erfordern den Nachweis von Verbindungsverfahrenszertifizierung und Schweißerqualifikation. Die Rohre müssen DIN EN 1852 oder gleichwertigen Normen entsprechen. Schächte: 31 Kombischächte und 37 begehbare Schächte aus PP mit Durchmessern DN 1000 bis DN 1500. Diese Schächte sind in der Regel modular vorgefertigte Bauteile, die vor Ort montiert werden. Sie müssen Standardzubehör wie Steigeisen, Schachtabdeckungen, Auffangnetze, Dichtungen usw. enthalten. Kombischächte können Funktionen wie Richtungsänderung, Anschluss von Nebenleitungen usw. integrieren. Hausanschlüsse: Insgesamt 55 Hausanschlüsse. Dies bedeutet nicht nur den Anschluss einer Nebenleitung von der Hauptleitung bis zur Grundstücksgrenze, sondern in der Regel auch die Installation eines Hausanschlussschachts an der Grundstücksgrenze und die sichere, dichte Verbindung mit der Hausinstallation. Die Bauarbeiten müssen mit jedem Grundstückseigentümer abgestimmt werden und können Straßenaufbruch, Wiederherstellung und temporäre Entwässerungsmaßnahmen umfassen. Bachdurchquerung: 1 Bachdurchquerung im offenen Grabenbau. Erstellung eines strengen Umweltmanagementplans, einschließlich Einrichtung temporärer Umleitungsgräben oder Spundwände, um den Eintrag von Sedimenten und Schadstoffen in den Bach während der Bauarbeiten zu verhindern; Verwendung geeigneter Rohrschutzmaßnahmen (z.B. Betonummantelung oder Mantelrohr); sowie ökologische Wiederherstellung des Bachbetts und der Ufer nach Abschluss der Arbeiten. Anforderungen an das Tiefbau-Management: Bauablauf und Wasserhaltung: Es muss ein detaillierter Bauabschnitts- und Verkehrslenkungsplan erstellt werden. In Bereichen, in denen die Aushubtiefe den Grundwasserspiegel überschreitet, sind Tiefbrunnen- oder Wellpoint-Entwässerungssysteme zu installieren, und die Auswirkungen auf umliegende Gebäude sind zu überwachen. Qualitätsprüfungen: Alle Abwasserleitungen müssen vor der Verfüllung einer Dichtheitsprüfung (Wasserdruck- oder Luftdruckprüfung) unterzogen werden, um die Dichtheit des Leitungssystems zu verifizieren. Die Prüfstandards beziehen sich in der Regel auf DIN EN 1610. Verfüllmaterial und Verdichtung: Die Rohre müssen seitlich und oben mit spezifiziertem, ausgewähltem Verfüllmaterial (z.B. Sand-Kies-Gemisch) umgeben und schichtweise verdichtet werden. Der Verdichtungsgrad muss den Vorgaben entsprechen (in der Regel ≥95% Proctor-Dichte), um Rohrverlagerungen und Setzungen der Fahrbahn zu verhindern. Regenwasserkanäle: Rohrabmessungen: Ca. 790 m DN 315 PP-Rohre für den Transport größerer Regenwassermengen. Einleitstellen: 3 DN 315 Einleitstellen direkt in den Saarbach. Diese Einleitstellen erfordern in der Regel Energieumwandlungseinrichtungen und Rechen/Abscheider und können neue wasserrechtliche Erlaubnisse oder Änderungen bestehender Erlaubnisse erforderlich machen. Der Auftragnehmer muss den Auftraggeber möglicherweise bei den verwaltungstechnischen Verfahren unterstützen. Anschluss an bestehendes System: 20 Anschlusspunkte an das bestehende Straßenentwässerungssystem. Die Anschlüsse müssen glatt und dicht sein, um einen reibungslosen Übergang des Regenwassers in das neue Netz zu gewährleisten, ohne die strukturelle Stabilität des bestehenden Systems zu beeinträchtigen. Schwerpunkt Umweltcompliance: Regenwassereinleitstellen sind ein Schwerpunkt der Umweltaufsicht. Der Auftragnehmer muss sicherstellen, dass die Qualität des eingeleiteten Regenwassers (insbesondere des ersten Schmutzwassers) während und nach der Bauphase den Saarbach nicht verschmutzt. Möglicherweise sind Abscheider für Erstschmutzwasser vor der Einleitstelle erforderlich. Begleitende Arbeiten: Horizontal-Spülbohrverfahren : Explizit für die Verlegung von ca. 280 m Wasserleitung und ca. 280 m Kabelschutzrohren vorgesehen. Dies deutet auf die Notwendigkeit hin, Straßen, bestehende Gebäude oder umweltsensible Bereiche zu unterqueren. Der Auftragnehmer muss ein spezielles HDD-Bauverfahren vorlegen, einschließlich Trassenplanung, Pilotbohrung, Aufweitung, Einzug und Spülschlammbehandlung. Die Spülschlammbehandlung ist ein entscheidender Umweltschutzaspekt und muss ordnungsgemäß erfolgen. Pumpstationseinrichtungen: Pumpenschacht: 1 DN 1400 GFK-Pumpenschacht. Hierbei handelt es sich nicht um eine traditionelle Betonpumpstation, sondern um eine vorgefertigte, kompakte GFK-Pumpstation. Der Auftragnehmer ist für deren Installation, den präzisen Anschluss an Zu- und Ablaufleitungen sowie die Installation und Verkabelung der gesamten Ausrüstung wie interne Pumpen (Tauchpumpen), Führungsschienen, Ketten, Füllstandssensoren, Schaltschränke usw. verantwortlich. Die Installation des GFK-Schachts erfordert einen ebenen Grubensohlenuntergrund und eine Kiessand-Fundamentschicht. Armaturenschacht: 1 vorgefertigter Beton-Armaturenschacht, in dem Absperrschieber, Rückschlagventile, Manometer, Entlüftungsventile usw. installiert und wasserdicht abgedichtet werden müssen. Leitungsschutz: Betrifft ca. 260 m Kabel und ca. 260 m Trinkwasserleitung. Dies bedeutet, dass während der Rohrgrabenarbeiten diese bestehenden Leitungen sorgfältig manuell oder maschinell freigelegt und geschützt werden müssen, um Beschädigungen zu vermeiden, bis die neuen Rohre verlegt und verfüllt sind. Für wichtige Leitungen kann eine temporäre Verlegung erforderlich sein. Ortsumgestaltung: „Daylighting“ (Öffnung der Überdeckung) oder Ersatz durch ein Regenwasserrohr für einen ca. 100 m langen, überdeckten Bachabschnitt. Dies ist eine komplexe Bauaufgabe, die zunächst den Abbau der bestehenden Überdeckungskonstruktion (ggf. mit temporären Abstützungen) erfordert, dann den Aushub und die Verlegung des neuen Rohrs und schließlich eine landschaftsgerechte Wiederherstellung, die möglicherweise ökologische Ufersicherungen umfasst und nicht nur einfaches Verfüllen. Los 2 - Neubau Kläranlage Kompakt-Bioreaktorbecken: Abmessungen 15,75m x 7,20m. Dieses Design ist sehr kompakt, stellt jedoch hohe Anforderungen an die bauliche Präzision und Geräteintegration. Bauschwerpunkte: Erfordert einen massigen Betonguss in einem Zug oder in Abschnitten. Temperatur- und Schwindrisse müssen kontrolliert werden. Die Positionierungsgenauigkeit der Einbauteile (Belüfterhalterungen, Rührwerksfundamente, Ablaufwehrhalterungen, Pumpenführungen usw.) im Becken muss im Millimeterbereich liegen. Die Beckenabdichtung (insbesondere Arbeitsfugen, Dehnungsfugen) ist von größter Bedeutung und erfolgt in der Regel mit PVC-Abdichtungsbahnen oder gespritztem Polyharnstoff. Funktionsbereiche: In einem Becken müssen anaerobe/anoxische Zonen, aerobe Zonen, Nachklärbereiche physisch getrennt und interne Rücklaufkanäle eingerichtet werden. Verfahrenstechnische Ausrüstung und Installation: Kompaktrechen und Sandfang: In der Regel eine kompakte Edelstahl-Einheit mit integrierter Schneckenförderung. Muss präzise installiert werden, um einen perfekten Anschluss zwischen Zulaufkanal und Geräteeinlauf sowie einen reibungslosen Rechengutabtransport zu gewährleisten. Gebläse-Belüftungssystem: Umfasst Roots- oder Schraubengebläse (in der Regel im Betriebsgebäude installiert), Luftleitungen und Belüfter (möglicherweise Feinblasenbelüfterplatten oder -rohre). Die Einbauwaagerecht der Belüfter beeinflusst direkt die Belüftungsgleichmäßigkeit und den Energieverbrauch. Die Luftleitungen müssen auf Druck und Dichtheit geprüft werden. Pumpen und Dosierstation: „Ca. 5 Pumpen“ können Zulaufpumpen, Rücklaufschlammpumpen, Überschussschlammpumpen, Chemikalien-Dosierpumpen usw. umfassen. Die Dosierstation ist containerbasiert und muss positioniert, befestigt und an Strom- und Prozessleitungen (PE-Rohre) angeschlossen werden; die Dosierpumpen sind in Betrieb zu nehmen. Verfahrensleitungen: Ca. 230 m PP/PE-Leitungen zur Verbindung der Verfahrensstufen. Erfordern eine sinnvolle Verlegung, sichere Halterungen, klare Kennzeichnung und gut zugängliche Ventilpositionen für Betrieb und Wartung. Elektro- und Leittechnik: Niederspannungsverteilung: Umfasst Verteiler, Motorsteuerzentren, Kabeltrassen, Verlegung von Starkstromkabeln. Alle Motoren müssen auf Stromkreis und Isolierung geprüft werden. Automatisierungssystem: Die speicherprogrammierbare Steuerung ist das Kernstück. Die Steuerungsprogramme müssen entsprechend den verfahrenstechnischen Anforderungen erstellt werden, um automatisches Pumpenstart/stop, Sauerstoffeintragssteuerung, Beckenstandsüberwachung, Störmeldungen usw. zu ermöglichen. Messtechnik: Mindestens Durchflussmesser, Füllstandsmesser, Sauerstoffmessgeräte, Schlammkonzentrationsmessgeräte usw. Die Auswahl der Messstellen, Installation und Kalibrierung der Geräte ist entscheidend. Prozessleitsystem: Bereitstellung einer Visualisierungssoftware für die Leitwarte im Betriebsgebäude, die das gesamte Verfahrensfließbild, Echtzeitdaten, Historientrends, Alarmlisten anzeigt und Fernsteuerung ermöglicht. Nebenbauwerke und Geländearbeiten: Betriebsgebäude: Neben dem Rohbau umfasst dies den Ausbau von Funktionsbereichen wie Labor, Büro, Leitwarte, Wachraum, Sanitärräumen, Umkleiden sowie die Installation von Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Brandschutzsystemen. Schlammlagerbecken: Muss abgedichtet sein und ist möglicherweise mit Rührwerken ausgestattet, um Sedimentation und Verfestigung zu verhindern. Werksstraßen und Zaun: Straßen müssen für LKW-Transporte ausgelegt sein; der Zaun muss ein Tor und eine Personenschleuse aufweisen. Umweltausgleich: Pflanzung und Pflege von Bäumen und Sträuchern. Dies ist nicht nur Begrünung, sondern eine Ausgleichsmaßnahme. Es sind standortheimische Arten zu wählen, und ein Pflegeplan ist zu erstellen, um die Anwuchsrate sicherzustellen. Wesentliche Qualifikations- und Unterlagenanforderungen: Russlandbezogene Erklärung: Bieter müssen die „Selbsterklärung zu Russlandbezügen“ (Formular FB 127/L127/III.127) ausfüllen und einreichen. Selbsteinschätzung Ausschlussgründe: Bieter müssen erklären, ob Ausschlussgründe gemäß §§ 123, 124 GWB vorliegen und ob sie selbst oder ihre gesetzlichen Vertreter in den letzten zwei Jahren wegen Verstößen gegen einschlägige Arbeitsvorschriften mit bestimmten Strafen belegt wurden. Nachweis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit: Es muss nachgewiesen werden, dass das Unternehmen (oder die Mitglieder einer Bietergemeinschaft zusammen) in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren einen Jahresumsatz in vergleichbaren Bau- und sonstigen Dienstleistungen wie den ausgeschriebenen erreicht hat. Konkrete Kriterien sind über Verlinkung zu den offiziellen Formularen zu erfüllen. Bieterplattform und -einreichung: Die Angebote müssen in elektronischer Form über das elektronische Vergabeverfahren des Bundes (e-Vergabe) eingereicht werden. Elektronische Produktkataloge werden nicht akzeptiert. Variantenangebote sind zulässig, jedoch sind Mehrfachangebote desselben Bieters unzulässig. Angebots- und Zuschlagsobergrenze: Ein Bieter kann maximal für 2 Lose ein Angebot abgeben und maximal 2 Lose erhalten. Bindefrist der Angebote: 36 Tage. Nachforderung von Unterlagen: Der Auftraggeber ist berechtigt, Bieter aufzufordern, fehlende, bieterbezogene Unterlagen innerhalb einer gesetzten Frist über die Vergabeplattform nachzureichen. Öffentliche Angebotsöffnung: Termin: 05.03.2026, 10:00 Uhr. Eignung für KMU: Dieses Projekt ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geeignet. Keine EU-Mittel: Das Projekt wird nicht aus EU-Mitteln finanziert. GPA-Anwendbarkeit: Das Projekt unterliegt dem Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA). Elektronische Abwicklung: Elektronische Angebotsabgabe erforderlich; elektronische Rechnungen zulässig; elektronische Bestellung und Zahlung werden verwendet. Bietergemeinschaften: Die Bildung von Bietergemeinschaften ist zulässig. Die Gemeinschaft muss mit dem Angebot eine gemeinsame Erklärung aller Mitglieder einreichen, aus der die Absicht zur Bildung, die Auflistung aller Mitglieder, die Benennung eines bevollmächtigten Vertreters und die Erklärung zur gesamtschuldnerischen Haftung hervorgeht. |
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