| Art der Bekanntmachung | Ausschreibung |
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| Bekanntmachungsnummer | 129793390 |
| Beschreibung |
Projektname: Ertüchtigungsprojekt des Zentralklärwerks Lauf – Stahlbauarbeiten Ausschreibungsart: Öffentliche Ausschreibung nach Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) Standort: 91207 Lauf, Deutschland Projektbeschreibung: Das Projekt befindet sich auf dem Gelände des bestehenden Zentralklärwerks in Lauf, Bayern, und ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtertüchtigung des Werks. Der Kernauftrag der Stahlbauarbeiten umfasst die Erstellung des vollständigen Stahltragwerks und der Gebäudehülle für ein neues Rechenhaus sowie die Umrüstung einer mobilen pH-Messstation, die Verstärkung des Stahlbaus einer Hochwasserpumpstation und die Fertigung und Montage eines Kranbahnsystems. Technische Parameter des neuen Rechenhaus-Stahlbaus Gesamtlänge des Gebäudes: 21,40 m (Achsmessung) Gesamtbreite des Gebäudes: 10,15 m (Achsmessung) Traufhöhe: ca. 6,50 m (bezogen auf Gebäudeinnenkante ±0,00) Firsthöhe: ca. 7,20 m (Satteldach mit ca. 8% Neigung) Stützenraster: Längsachse ca. 5,0–6,0 m, Querachse 10,15 m, Einfeldträgerkonstruktion Grundfläche: ca. 217 m² (einstöckiges Industriegebäude) Tragwerksform Konstruktionstyp: Vollständig geschweißte oder geschraubte Hallenrahmenkonstruktion Hauptrahmen: Verwendung von warmgewalzten oder geschweißten H-Profilen aus Stahl mindestens der Güte S235JR oder S355J2 (gemäß statischer Berechnung) Dachträger: Vollwandträger mit veränderlichem oder konstantem Querschnitt, starr oder gelenkig mit Stützen verbunden Aussteifungssystem: Stützenaussteifung, Dachverband und Längsverbände zur Gewährleistung der Gesamtstabilität Kranträger: Vorbereitung für Anschlüsse für Einfachschienen- oder Brückenkransysteme für interne Wartungsarbeiten Gebäudehülle Dachsystem: Zweischichtiges Metall-Sandwichelement mit Wärmedämmung. Innenlage als perforierte Akustikplatte, mittlere Dämmschicht (Mineral- oder Glaswolle, Dicke ≥120 mm), Außenlage aus hochwetterbeständigem Aluzink-Profilblech. Profilierung vorzugsweise als Stehfalz- oder verdeckt befestigtes System. Wassereindringschutzklasse I. Wandsystem: Zweischichtiges Metall-Sandwichelement mit Wärmedämmung. Innenlage als glatte oder leicht gewellte Platte, Dämmschicht ≥100 mm, Außenlage als gewellte oder glatte Platte in architektonisch vorgegebener Farbe. Gesamtwärmedurchgangskoeffizient muss den Anforderungen der deutschen EnEV entsprechen. Licht und Belüftung: Einbau von Polycarbonat-Lichtbändern in Wand und Dach sowie von druckunabhängigen Lüftern oder elektrischen Rauch- und Wärmeabzugsöffnungen (RWA). Fundamentanschluss Stützenfüße werden mit einbetonierten Ankerbolzen an das Betonfundament angeschlossen. Unter den Stützenfußplatten erfolgt eine Unterfüllung mit nichtschwindendem Feinkornbeton C40. Abweichungen in Höhe und Achslage der Stützenfüße sind auf ≤ ±2 mm zu begrenzen. Stahlbaufertigung (werkseitige Vorfertigung) Werkstattplanung: Detaillierte Stahlbauplanung (mit Tekla oder vergleichbarer Software) basierend auf Ausschreibungsplänen und Statik, inklusive Knotenplanung, Bauteilzerlegung, Schraubenanordnung, Schweißfugenausbildung etc. Vorlage zur Prüfung durch das Planungsbüro. Materialbeschaffung: Beschaffung von Konstruktionsstahl nach EN 10025 mit Vorlage von Werkstoffnachweisen und Prüfberichten Dritter. Schneiden und Formen: Einsatz von CNC-Schneid-, Bohr- und Stanzverfahren zur Gewährleistung der Maßgenauigkeit. Schweißen: Schweißverfahrensprüfung nach ISO 3834 oder DIN 18800. Schweißer müssen nach DIN EN 287 qualifiziert sein. Hauptschweißnähte sind mittels Ultraschall- oder Magnetpulverprüfung zu überwachen. Strahlentzunderung: Alle Stahlbauteile sind strahlenzubehandeln. Reinheitsgrad Sa 2½ (ISO 8501-1), Rauheit entsprechend Beschichtungsanforderungen. Korrosionsschutzbeschichtung: Angepasst an die feuchte, korrosive Atmosphäre im Klärwerk Grundbeschichtung: Epoxid-Zinkstaubgrundierung, Schichtdicke (trocken) ≥80 µm Zwischenbeschichtung: Epoxid-Eisenglimmer-Zwischenbeschichtung, Schichtdicke (trocken) ≥120 µm Deckbeschichtung: Polyurethan- oder Acrylat-Aliphat-Deckbeschichtung, Schichtdicke (trocken) ≥60 µm, Gesamtschichtdicke (trocken) ≥260 µm, Farbe nach RAL. Vorabmontage: Kritische Knoten und großformatige Bauteile sind werkseitig vorzumontieren, um die Passgenauigkeit zu überprüfen. Baustellenmontage Bauvorbereitung: Überprüfung der Achsen, Höhen und Ankerbolzenpositionen der Rohbau-Fundamente. Übergabeprotokoll erstellen. Montagekonzept: Erstellung eines speziellen Montageplans unter Berücksichtigung der Bauteilgewichte und der örtlichen Gegebenheiten. Auswahl geeigneter Mobil- oder Raupenkrane und Standorte unter Beachtung der Sicherheit. Montage der Stützen: Einzelmontage mittels Dreh- oder Schiebeverfahren. Nach Positionierung provisorische Sicherung, Ausrichtung auf Lot, Achse und Höhe, endgültiges Anziehen der Ankerbolzen. Montage der Dachträger und Verbände: Bodenseitige Vorfertigung zu Einheiten oder segmentweiser Einbau. Bei Höhenmontage sind provisorische Montagehilfen erforderlich, um die Passgenauigkeit zu gewährleisten. Verbindung mittels hochfester Schrauben oder Schweißen. Montage der Gebäudehülle: Montage der Pfetten (C- oder Z-Profile aus kaltgeformtem dünnwandigem Stahl) → Verlegung der Unterdeckung (befestigt mit Selbstbohrschrauben) → Einbau der Dämmschicht (Kompression kontrollieren) → Verlegung der Außendeckschicht (verdeckte Befestigung oder Selbstbohrschrauben). Fugen sind mit Dichtstoff zu versehen. Montage der Kranbahn: Vor der Montage sind Höhe und Ebenheit der Kranträger-Oberseite zu überprüfen. Verlegung von Gummilagern, Montage der Schiene und Halterungen, Ausrichtung der Stoßstellen. Endgültige Überprüfung der Schienenebenheit und Spannweite durch Dritte. Nebenstahlbauten Überdachung der mobilen pH-Messstation: Bestehende Überdachung ist vollständig abzubauen und an neuem Standort wieder aufzubauen oder neu als leichte Stahlkonstruktion mit transparenter Polycarbonat- oder Metallplatte zu fertigen. Kabelkanäle sind vorzusehen. Stahlbau der Hochwasserpumpstation: Verstärkung der bestehenden Pumpstation durch zusätzliche Stahlaussteifungen oder Stahlummantelung zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Hochwassereinwirkungen. Teilweise Erneuerung oder Ergänzung von Gerätebühnen und Geländern. Kranbahnsystem: Montage des kompletten Systems inklusive Schienen (z. B. A55, A75), Schienenbefestigungen, elastischer Unterlagen, Puffer, Schleifleitungsaufhängungen etc. Spannweite und Höhe müssen mit dem Elektrohaken- oder Brückenkran abgestimmt sein. Rohbau Übernahme des Prüfberichts zur Lage der einbetonierten Teile nach Fertigstellung des Fundaments. Koordination der Unterfüllungsarbeiten, Vorhalten von Einfüllöffnungen. Verfahrenstechnik Öffnungen für die Montage von Rechen und Förderanlagen sind in der Stahlbauplanung vorzusehen. Einbau von für die Gerätemontage erforderlichen Verankerungen (z. B. Lasthaken, Halterungen) parallel zu den Stahlbauarbeiten. Abstimmung der Schnittstellen und Lasten mit den Geräteherstellern. Sanitärtechnik Detailausbildung der Dachabläufe. Einbau von Wand- und Dachdurchführungen mit Abdichtung. Elektrotechnik Einbau von Leerrohren für Beleuchtungs- und Stromleitungen. Anschluss an die Blitzschutz- und Erdungsanlage (Nutzung der Stahlstützen als Ableiter, Installation von Dachfangleitungen). Lüftungs- und Klimatechnik Verstärkung der Öffnungen für Lüfter und Rauchabzugsöffnungen. Abdichtung von Kanaldurchführungen. Anforderungen an die Dauerhaftigkeit in korrosiver Umgebung Herausforderung: Im Klärwerksinneren herrscht eine korrosive Atmosphäre mit Gasen wie Schwefelwasserstoff und Ammoniak bei hoher Luftfeuchtigkeit, was den Korrosionsschutz langfristig belastet. Maßnahme: Einsatz eines Hochleistungs-Beschichtungssystems mit erhöhter Schichtdicke. Alle Schrauben und Verbindungselemente aus feuerverzinktem oder nichtrostendem Stahl. Sorgfältige Nachbehandlung von Schweißnähten, um unbeschichtete Stellen zu vermeiden. Eingeschränkter Bauraum vor Ort Herausforderung: Bestandsanlagen sind in Betrieb, die Baustellenfläche ist beengt, Zufahrt und Aufstellung großer Maschinen sind eingeschränkt. Maßnahme: Sinnvolle Bauteilunterteilung, um aufwändige Vor-Ort-Montage großer/ schwerer Teile zu minimieren. Einsatz kleiner Krane in Kombination mit Winden für Schiebemontage. Erstellung eines Baustellenverkehrskonzepts zur Aufrechterhaltung des Werksverkehrs. Winterbau bei niedrigen Temperaturen Herausforderung: Die Bauzeit erstreckt sich über den Winter (Oktober 2026 bis Juli 2027). Niedrige Temperaturen beeinträchtigen Schweißqualität und Beschichtungshärtung. Maßnahme: Errichtung beheizter Wetterschutzzelte. Anwendung von Vorwärm- und Nachwärmverfahren beim Schweißen. Verwendung von kalthärtenden Beschichtungen. Kein Beschichtungsauftrag bei Temperaturen unter 5°C oder bei Regen/Schnee. Schutz bestehender Bauwerke Herausforderung: Einige Arbeiten finden in unmittelbarer Nähe zu bestehenden Klärbecken und Leitungen statt. Montage- und Feuerarbeiten dürfen keine Schäden an Bestandsanlagen verursachen. Maßnahme: Erstellung eines speziellen Schutzkonzepts, Abgrenzung von Schutzbereichen, Abdeckung kritischer Anlagenteile, Beauftragung von Aufsichtspersonal. Anwendbare Normen und Standards DIN EN 1990-1999 Reihe (Eurocodes) DIN 18800 (Stahlbauten) DIN EN 1090-2 (Technische Regeln für die Ausführung von Stahl- und Aluminiumtragwerken) DIN EN ISO 12944 (Korrosionsschutz von Stahlbauten) VOB/C (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen) Wesentliche Abnahmekriterien Bauteilgeometrie: Längentoleranz ±3 mm, Verwindung ≤ L/1000 und ≤5 mm. Montagegenauigkeit: Achsversatz der Stützenbasis ≤3 mm, Stützenauslotung ≤ H/1000 und ≤15 mm, Trägerdurchbiegung ≤ L/400. Schweißnahtqualität: Ultraschallprüfung zu 100% bei Nahtgüte 1, Stichprobenprüfung zu 20% bei Nahtgüte 2. Beschichtungsqualität: Trockenschichtdickenmessung (90% der Messpunkte ≥ Sollwert, Minimum ≥ 90% Sollwert), Gitterschnittprüfung der Haftfestigkeit ≤ Stufe 1. Schienenmontage: Spannweitentoleranz ≤ ±3 mm, Höhenversatz an Stößen ≤1 mm, seitliche Versetzung ≤1 mm. Bauzeitplan und Meilensteine Kalenderwoche 41, 2026: Baubeginn vor Ort, Errichtung von Baustelleneinrichtungen, Fundamentübergabe. Kalenderwoche 42 - 48, 2026: Montage der Hauptbauteile (Stützen, Dachträger) abgeschlossen. Kalenderwoche 49, 2026 - Kalenderwoche 6, 2027: Montage der Dach- und Wandhülle (inkl. Winterbaumaßnahmen). Kalenderwoche 7 - 15, 2027: Ausführung der Kranbahn, der Überdachung und der Stahlbauarbeiten an der Hochwasserpumpstation. Kalenderwoche 16 - 28, 2027: Nacharbeiten, Ausbesserungsanstriche, Reinigung, Eigenkontrolle und Mängelbeseitigung. Kalenderwoche 29, 2027: Gesamtfertigstellung, Einreichung der Baudokumentation, Beantragung der Schlussabnahme. Alternativangebote: Alternative Angebote / Zweitangebote sind nicht zulässig. Mehrfachangebote: Mehrere Hauptangebote sind nicht zulässig. Anforderungen an Angebotssicherheiten / Garantien: Bieter müssen Leistungs- und Gewährleistungsbürgschaften vorlegen. Details siehe Ausschreibungsunterlagen. Qualifikationsanforderungen / einzureichende Unterlagen: Bieter müssen Referenznachweise, Beschreibungen der technischen Ausstattung und einen Nachweis über eine ausreichende und gültige Betriebshaftpflichtversicherung vorlegen. Angebotssprache: Deutsch Angebotsabgabe: Elektronische Abgabe verschlüsselter Angebote über die deutsche Vergabeplattform http://www.deutsche-evergabe.de/dashboards/dashboard_off/e94b7b3c-0aa0-4577-b352-100c3dd4afb3. Die Plattform nutzt TLS-Verschlüsselung zur Datensicherheit. |
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