Forscher der Oregon Health & Science University haben ein experimentelles Molekül namens SU212 entwickelt, das neue Ansätze für die Behandlung von triple-negativem Brustkrebs bieten könnte. Triple-negativer Brustkrebs ist eine aggressive Krebsart, für die es derzeit nur begrenzt wirksame Behandlungsoptionen gibt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ veröffentlicht.
Das Forschungsteam beschreibt, dass das SU212-Molekül an ein Enzym namens Enolase 1 (ENO1) binden kann. Dieses Enzym ist am Glukosestoffwechsel in menschlichen Zellen beteiligt und hilft den Zellen, Glukose in Energie umzuwandeln. In vielen Krebszellen wird es in abnorm hohen Mengen produziert. Die Bindung von SU212 an ENO1 führt zum Abbau des Enzyms, stört so den Stoffwechsel der Krebszellen und führte in Tierversuchen letztlich zu einer Hemmung des Tumorwachstums und einer eingeschränkten Metastasierung.
Dr. Sanjay V. Malhotra, leitender Autor der Studie und Co-Direktor des Centers for Experimental Therapeutics am Knight Cancer Institute der Oregon Health & Science University, sagte: „Dies ist ein wichtiger Schritt bei der Behandlung von triple-negativem Brustkrebs. Triple-negativer Brustkrebs ist eine sehr aggressive Krebsart, für die es derzeit keine wirksamen Medikamente gibt.“
Um die Verbindung zu testen, verwendeten die Forscher humanisierte Mausmodelle, die darauf ausgelegt sind, die Krankheitsmerkmale von triple-negativem Brustkrebs beim Menschen nachzuahmen. Malhotra wies darauf hin, dass dieser Mechanismus insbesondere für Patienten mit gleichzeitig bestehenden Stoffwechselstörungen wie Diabetes von Interesse sein könnte.
Die nächste Forschungsphase sieht vor, das Molekül in die klinische Erprobung am Menschen zu bringen. Dieser Prozess erfordert die Genehmigung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) und die Durchführung von Studien mit Patienten, was einen hohen Ressourcenaufwand mit sich bringt.
Die Forscher sind der Ansicht, dass Medikamente, die auf das ENO1-Enzym abzielen, auch für andere Krebsarten neben triple-negativem Brustkrebs potenziell wertvoll sein könnten, beispielsweise für Gliome, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Schilddrüsenkrebs. Malhotra sagte: „Medikamente gegen Enolase 1 könnten auch dazu beitragen, die Behandlung dieser Krebsarten zu verbessern.“
Die Studie wurde von Einrichtungen der US National Institutes of Health, dem US-Verteidigungsministerium und internen Programmen der Oregon Health & Science University finanziert. Malhotra trat der Oregon Health & Science University im Jahr 2020 bei, nachdem er zuvor an der Stanford University und dem National Cancer Institute geforscht hatte. Er sagte: „Hier findet definitiv viel großartige wissenschaftliche Forschung statt, und wir hoffen, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in Ergebnisse zum Wohle der Menschen umzusetzen.“
Veröffentlichungsdetails: Autoren: Dhanir Tailor, Fernando Jose Garcia-Marques, Abel Bermudez, Annah S. Rolig, Benedikt Grau, Arpit Dheeraj, Dhanya K. Nambiar, Wenqi Li, Kirsten Stefan, Shawn Campbell, Sharon J. Pitteri, Sanjay V. Malhotra, Titel: „Noncanonical inhibition of enolase 1 suppresses growth of triple-negative breast cancer“, veröffentlicht in: Cell Reports Medicine (2025). Zeitschrifteninfo: Cell Reports Medicine











