Von den jährlich weltweit über 400 Millionen Tonnen produzierten Kunststoffen werden weniger als 10 % recycelt. Ein Großteil des Abfalls landet auf Deponien oder in der Umwelt. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Sahadat Hossain, Professor für Bauingenieurwesen an der University of Texas in Arlington, zusammen mit seinem Team eine Technologie entwickelt, die recycelten Kunststoff in Asphalt einbindet. Ziel ist es, die Kunststoffverschmutzung zu bekämpfen und die Haltbarkeit von Straßen zu verbessern. Das Team hat bereits Teststrecken mit kunststoffimprägniertem Belag von fast einer Meile Länge auf einem Campus-Parkplatz und in der Stadt Rockwall, Texas, verlegt und hat Interesse aus verschiedenen Regionen erhalten.

Bei dem Verfahren werden etwa 8 bis 10 % des erdölbasierten Asphaltbindemittels durch geschmolzenen Kunststoff aus Einweg-Plastiktüten und -flaschen ersetzt. Im Projekt in Rockwall verwendete das Team 4,5 Tonnen Plastikmüll für den Straßenbau. Professor Hossain erklärt, dass sich der Kunststoff bei hohen Temperaturen vollständig mit dem Asphalt verbindet und so die Flexibilität und Festigkeit der Fahrbahnoberfläche erhöht, ähnlich wie Bewehrungsstahl in Beton. Während einer extremen Hitzewelle in Dhaka, Bangladesch, im April 2024 zeigte die mit dieser Technologie ausgeführte Teststrecke keine sichtbaren Schäden, während viele herkömmliche Straßen zeitgleich Risse aufwiesen.
Trotz der vielversprechenden Perspektiven stehen der Verbreitung der Technologie Herausforderungen gegenüber, darunter die Notwendigkeit einer stabilen Versorgung mit sortierten und sauberen Kunststoffen sowie die Sicherstellung, dass bestimmte Kunststoffe bei der Verarbeitung keine schädlichen Gase freisetzen. Bezüglich der öffentlichen Bedenken über die Freisetzung von Mikroplastik weist Hossain darauf hin, dass Laborstudien und eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 zeigen, dass der Kunststoff fest im Asphalt gebunden ist. Die geschätzte Freisetzung von Mikroplastik sei etwa tausendmal geringer als die von Abriebpartikeln aus Altreifen. Das Team überwacht kontinuierlich die Umweltauswirkungen des Straßenbelags über seinen gesamten Lebenszyklus.
Derzeit plant das Forschungsteam, die Technologie über Texas hinaus in andere Regionen und Länder zu verbreiten, um die Leistung verschiedener Kunststoffmischungen zu testen. Die Technologie wurde bereits patentiert, mit dem Ziel, sie letztendlich zu kommerzialisieren. Hossain betont, dass die Bedeutung dieser Arbeit über den reinen Straßenbau und das Recycling hinausgeht – es gehe darum, die Auswirkungen von Müll auf die Lebensumwelt der Menschen zu verringern.











