CHEOPS-Mission der ESA entdeckt seltsames Planetensystem: Gesteinsplanet am äußeren Rand stellt Entstehungstheorien in Frage
2026-03-17 11:49
Quelle:Universe Today
Merken

Der Exoplaneten-Charakterisierungs-Satellit CHEOPS der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat einen vierten Planeten im System LHS 1903 entdeckt, dessen Anordnung nicht den Erwartungen der gängigen Planetenentstehungstheorien entspricht. Die Studie wurde von einem internationalen Team von Astronomen unter der Leitung der Universitäten Bern und Genf durchgeführt und in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

Künstlerische Darstellung des CHEOPS-Weltraumobservatoriums.

LHS 1903 befindet sich im Sternbild Luchs, 116 Lichtjahre von der Erde entfernt, und sein Zentralstern ist ein roter Zwerg vom Typ M. Der TESS-Satellit der NASA hatte zwischen 2019 und 2023 erstmals drei innere Transitplaneten entdeckt. CHEOPS identifizierte 2026 einen vierten Planeten. Das gesamte System ist kompakt aufgebaut; der äußerste Planet LHS 1903e hat einen Bahnradius von nur 0,15 Astronomischen Einheiten und eine Umlaufperiode von 29 Tagen – er würde innerhalb der Merkurbahn Platz finden.

Die Besonderheit des Systems liegt in der Reihenfolge der Planeten: Der innerste und der äußerste Planet (b und e) sind Gesteinsplaneten, während die beiden mittleren (c und d) Mini-Neptune sind – gasförmige Planeten mit etwa der sechsfachen Masse der Erde. Dies steht im Gegensatz zum Sonnensystem-Modell, bei dem Gesteinsplaneten innen und Gasplaneten außen liegen. „Erst dank der präzisen Beobachtungen von CHEOPS konnten wir diesen neuen Planeten entdecken“, sagte Monika Lendl von der Universität Genf. „Da sich Gesteinsplaneten normalerweise nicht außerhalb von Gasriesen bilden, stellt dieser Planet unsere Theorien völlig auf den Kopf!“

Das Forschungsteam erwog verschiedene Erklärungen, darunter Planetenmigration oder Kollisionen, die zur Abtragung von Atmosphären führen könnten, neigte aber letztendlich zu einer anderen Hypothese. Die vier Planeten könnten nicht gleichzeitig, sondern nacheinander entstanden sein. „Eigentlich hätte der vierte Planet bereits große Mengen an Gas ansammeln und behalten müssen“, sagte Yann Alibert von der Universität Bern. „Unsere Annahme ist, dass er sich erst gebildet hat, nachdem das Gas in der protoplanetaren Scheibe verschwunden war – also nach der Entstehung des zweiten und dritten Planeten im System (beides Gasriesen).“ Das bedeutet, dass sich LHS 1903e in einer gasarmen Umgebung formte und daher keine gasförmige Hülle ansammeln konnte, sodass er ein Gesteinsplanet blieb.

Daten der Gaia-Mission schließen die Existenz weiter entfernter Gasriesen in dem System aus. Diese Entdeckung zeigt die Vielfalt der Exoplanetensysteme. Da mehr solcher Systeme gefunden werden, könnten ähnliche Beispiele für eine unterbrochene Entstehung zunehmen.

Veröffentlichungsdetails: Autoren: Thomas G. Wilson et al., Titel: „Gasarme Planetenentstehung im Vier-Planeten-System um den roten Zwerg LHS 1903“, veröffentlicht in: Science (2026). Zeitschrifteninfo: Science

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com