Eine datengestützte Studie zu Tausenden brasilianischen Gemeinden hat Regionen mit hohem Potenzial für die Produktion und den Verbrauch von grünem Wasserstoff identifiziert. Die Studie stellt fest, dass Brasilien eine solide Grundlage für die Entwicklung einer grünen Wasserstoff-Lieferkette hat, dass sich jedoch Produktions- und Verbrauchsstandorte räumlich nicht decken. Daher sind weitere Investitionen in Transport-, Speicher- und Verteilungsinfrastrukturen erforderlich.

Die Studie wurde von Celso da Silveira Cachola und Drielli Peyerl in der Zeitschrift „International Journal of Hydrogen Energy“ veröffentlicht. Das Projekt wurde am Forschungszentrum für Innovation bei Treibhausgasen (RCGI) der Universität São Paulo (USP) durchgeführt und in Zusammenarbeit mit Shell Brasil abgeschlossen. Peyerl sagte: „Wir wollten herausfinden, welche Regionen Brasiliens im Kontext der industriellen Dekarbonisierung das größte Potenzial für die Produktion und den Verbrauch von grünem Wasserstoff haben.“
Die Studie sammelte Produktionsdaten von 5.569 Gemeinden und industrielle Verbrauchsdaten von 2.569 Gemeinden. Unter Berücksichtigung von Variablen wie geografischer Lage, Nähe zur Energieinfrastruktur, industriellen CO₂-Emissionen, Wasser-Sicherheitsindex, Sonneneinstrahlung und durchschnittlicher Windgeschwindigkeit wurden die Daten mit GIS sowie Methoden wie k-means, hierarchischem Clustering und DBSCAN analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass der Nordosten Brasiliens aufgrund seiner guten Solar- und Windressourcen ein hohes Potenzial für die Produktion von grünem Wasserstoff aufweist. Der Süden und Südosten hingegen eignen sich besser als industrielle Verbrauchsregionen, da diese Gebiete eine konzentriertere Industriebasis und relativ höhere Emissionswerte aufweisen.
Peyerl betonte, dass Wasserstoff nicht für alle Anwendungen geeignet sei: „Der Schlüssel zur Energiewende ist Diversifizierung. In einigen Bereichen ist Wasserstoff sehr geeignet, insbesondere in schwer zu dekarbonisierenden Industrieprozessen. In anderen Fällen kann eine direkte Elektrifizierung effizienter und kostengünstiger sein.“ Die Forscher sind der Ansicht, dass die Einrichtung von Wasserstoff-Hubs in der Nähe von Industrieunternehmen, die Umrüstung von Pipelines, die Entwicklung des Seetransports und die Umwandlung von Wasserstoff in grünen Ammoniak dazu beitragen könnten, die Lieferketten zu verkürzen. Peyerl wies zudem darauf hin: „Für den Langstreckentransport wird die Umwandlung von Wasserstoff in grünen Ammoniak oft bevorzugt, da es bereits Erfahrung mit dem Schiffstransport von Ammoniak und entsprechende Hafeninfrastrukturen gibt.“
Die Studie erwähnt auch, dass Brasiliens Anteil erneuerbarer Energien über dem globalen Durchschnitt liegt, was günstige Bedingungen für die Entwicklung von grünem Wasserstoff schafft. Die Frage, wie in verschiedenen Regionen Pfade wie Elektrifizierung, Wasserstoff, Biomethan und Biomasse aufeinander abgestimmt werden können, bleibt jedoch eine Schlüsselfrage für die brasilianische Energiewende.
Veröffentlichungsdetails: Autor: von José Tadeu Arantes, FAPESP; Titel: „Studie kartiert Regionen mit dem größten Potenzial für die Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff in Brasilien“; erschienen in: „International Journal of Hydrogen Energy“ (2026); Zeitschrifteninfo: „International Journal of Hydrogen Energy“.













