Kürzlich hat die größte neue Energie-Brückenlegevorrichtung Chinas – die „Tuqiang“ – auf dem X-Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tongsu-Jiayong erfolgreich eine 180-Grad-Wendemanöver durchgeführt. Diese 1100-Tonnen-Klasse „Gigantin“, eigenständig entwickelt von der China Railway Science and Industry (CRSIC) unter der China Railway Industrial Group, hat mit mehreren Kerninnovationen wie intelligentem Sicherheitsmanagementsystem, digitaler Zwillingstechnologie und neuem Energieantriebssystem nicht nur den Rekord für die größte verlegte Brückentonne bei inländischen Eisenbahn-Brückenlegevorrichtungen mit neuer Energie gebrochen, sondern markiert auch einen entscheidenden Schritt in Richtung Intelligenz und Umweltfreundlichkeit der chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahn-Bauausrüstung.
Der „harte Brocken“ beim Verlegen von tausend Tonnen schweren Hochgeschwindigkeitsbahn-Kastenträgern
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Tongsu-Jiayong ist ein wichtiger Bestandteil des nationalen „acht vertikalen und acht horizontalen“ Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes. Der X-Abschnitt erstreckt sich über 47,19 Kilometer und erfordert das Verlegen von 1024 einfach gelagerten Kastenträgern, darunter 723 Stück mit 40 Metern Länge. Der schwerste Kastenträger wiegt 1070 Tonnen und ist 40,6 Meter lang, 13,5 Meter breit und 3,26 Meter hoch.
Herkömmliche Hochgeschwindigkeitsbahn-Brückenlegevorrichtungen verwenden üblicherweise Dieselgeneratorsätze als Energiequelle. Da die Verlegearbeiten nicht kontinuierlich erfolgen, laufen die Generatorsätze im Standby-Modus oft im Leerlauf, was zu erheblichem Kraftstoffverbrauch führt. Angesichts der Herausforderungen von Langstrecken-, Hochlast- und komplexen Arbeitsbedingungen wurde die Entwicklung einer neuen Brückenlegevorrichtung, die sowohl tausend Tonnen schwere Kastenträger heben als auch umweltfreundlich und kohlenstoffarm sein kann, zu einem dringend zu lösenden technischen Problem der Branche.
Vier Kern-Technologien formen das „nationale Schwergewicht“
1100 Tonnen Hubkapazität: Neuer nationaler Rekord
Die „Tuqiang“ ist die leistungsstärkste neue Energie-Brückenlegevorrichtung Chinas mit einer maximalen Hubkapazität von 1100 Tonnen. Am 8. Dezember 2025 gelang ihr die präzise Verlegung des ersten 725 Tonnen schweren doppelgleisigen einfach gelagerten Kastenträgers; am 25. Dezember 2025 wurde erfolgreich die Schwerlastverlegung eines 1100 Tonnen schweren Kastenträgers durchgeführt. Dies ist der erste Einsatz einer 1100-Tonnen-Brückenlegevorrichtung zum Verlegen von doppelgleisigen einfach gelagerten Kastenträgern für Hochgeschwindigkeitsbahnen in China und auch der erste Einsatz einer elektrisch angetriebenen Brückenlegevorrichtung im Inland.
Neues Energieantriebssystem: Reduzierung der Kohlenstoffemissionen um über 6000 Tonnen auf der gesamten Strecke
Die „Tuqiang“ setzt innovativ auf ein neues grünes Energiesystem der nächsten Generation mit „Range Extender + Antriebsbatterie“, ausgestattet mit einem betriebszustandsangepassten Energiemanagementsystem. Im Vergleich zu herkömmlichen dieselbetriebenen Brückenlegevorrichtungen ermöglicht dieses Gerät einen durchgehend niedrigen Energieverbrauch und leisen Betrieb. Schätzungen zufolge können allein bei der Verlegung der 1024 Kastenträger auf dem X-Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tongsu-Jiayong über 6000 Tonnen Kohlenstoffemissionen eingespart werden.
Digitaler Zwilling + intelligente Steuerung: Von „menschlicher Steuerung“ zu „intelligenter Steuerung“
Die „Tuqiang“ ist mit einem intelligenten Sicherheitsmanagementsystem, einem Entscheidungsunterstützungssystem und einem digitalen Zwillingssystem ausgestattet. Durch ein intelligentes Planungssystem wird eine integrierte Steuerung von „Transport – Verlegung – Wartung“ realisiert. Der dazugehörige 1100-Tonnen-Transportwagen für neue Energie integriert hochpräzise kartenlose Navigation und Fahrerassistenztechnologie und unterstützt unbemannte Arbeiten in der Höhe sowie Fernwartung. Während der Verlegearbeiten setzt das Projektteam aktiv die Beidou-Positionsbestimmungstechnologie ein, sammelt über 8 intelligente Sensoren Echtzeitdaten und hält die Verlegegenauigkeit auf unter 2 Millimetern.
Anpassungsfähigkeit an komplexe Arbeitsbedingungen: Schneller Wechsel zwischen Einfach- und Doppelgleis
Angesichts komplexer Arbeitsbedingungen wie Tunnelportalen, engen Kurven und steilen Steigungen kann die „Tuqiang“ schnell zwischen dem Verlegen von Einfach- und Doppelgleis-Kastenträgern umschalten, was eine hohe Anpassungsfähigkeit der gesamten Maschine gewährleistet. Das Design der dreistufig ausziehbaren Mittelstütze ermöglicht es ihr, mühelos mit verschiedenen komplexen Bauszenarien umzugehen.
Von Tongsu-Jiayong zum chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetz
Dienst am Aufbau des chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahn-Hauptnetzes
Nach Fertigstellung wird die Hochgeschwindigkeitsstrecke Tongsu-Jiayong mehrere wichtige Hochgeschwindigkeitsstrecken miteinander verbinden und zur Bildung des „1-Stunden-Verkehrskreises“ zwischen Shanghai und Ningbo beitragen. Die „Tuqiang“ hat im Juni 2026 das 180-Grad-Wendemanöver abgeschlossen und bis heute insgesamt 356 Kastenträger verlegt. Dieses umfassende technische Konzept wird bei weiteren Hochgeschwindigkeitsbahnprojekten zur Anwendung kommen.
Führung der grünen Transformation von Infrastrukturausrüstung
Das Hybridkonzept aus „Range Extender + Antriebsbatterie“ bietet einen praktikablen Weg für die Elektrifizierung großer Baumaschinen. Die praktischen Daten zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen um über 6000 Tonnen auf der gesamten Strecke liefern einen quantifizierbaren und reproduzierbaren technischen Maßstab für die Umsetzung der „Doppelkohlenstoff“-Ziele in der Infrastrukturbranche.
Förderung der intelligenten Aufwertung von Ingenieurausrüstung
Von der hochpräzisen Beidou-Positionsbestimmung bis zur Fernwartung mittels digitalem Zwilling hat die „Tuqiang“ einen vollständigen intelligenten Arbeitsablauf geschaffen. Dieses technische System kann auf verschiedene große Bauausrüstungen wie Brückenlegevorrichtungen, Transportwagen und Hebezeuge übertragen werden und treibt den umfassenden Wandel der chinesischen Infrastrukturausrüstung von „menschlicher Steuerung“ hin zu „intelligenter Steuerung“ voran.
