Der chinesische Hersteller von Polysilizium und Photovoltaikmodulen, Tongwei, gab bekannt, dass sein 770-W-Modul auf Basis der TOPCon-Technologie (Tunneloxid-Passivierungskontakt) eine Bifazialität von 93,08 % erreicht hat. Dieses Ergebnis stellt einen Weltrekord für Bifazialtechnologie dar und wurde vom deutschen Prüfinstitut TÜV Rheinland verifiziert.

Das Modul weist einen Wirkungsgrad von 24,8 % und einen Temperaturkoeffizienten von -0,26 %/°C auf. Tongwei erklärte in einer Stellungnahme, dass eine höhere Bifazialität es dem Modul ermöglicht, auf der Rückseite mehr elektrische Energie zu erzeugen, was zusätzliche Stromerträge bringt. Am Beispiel eines 100-MW-Solarkraftwerks in Hamburg, Deutschland, könnte diese Konfiguration im Vergleich zu Standardmodulen jährlich zusätzliche Einnahmen von 180.000 Euro (205.844 US-Dollar) generieren und über die Lebensdauer des Kraftwerks 81,62 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom mehr produzieren.
Im Juli 2025 hatte Tongwei bereits eine Bifazialität von 91,7 % bei einem 722-W-TOPCon-Modul angekündigt. Das Unternehmen erklärte damals, dass es eine große Herausforderung sei, auf Zellebene eine Bifazialität von 95 % und auf Serienmodulebene von 90 % zu erreichen, aber man erwarte, dies innerhalb von ein bis zwei Jahren zu schaffen. Dieses Ergebnis wurde mit TOPCon-Zellen erzielt, die eine Bifazialität von 94,3 % aufweisen.
Die Forscher des Unternehmens erklärten, dass dieser Erfolg auf zwei Innovationen im Zelldesign zurückzuführen sei: die „estructura selectiva de pirámides hundidas“ (selektive Struktur versunkener Pyramiden) und den „contacto de pasivación con patrón de paso de cebra“ (Passivierungskontakt mit Zebrastreifenmuster). Erstere optimiert die Rückseitentextur in den elektrodenfreien Bereichen der Zellrückseite, während letztere die Passivierungswirkung des n-Typ-Passivierungskontakts auf Basis von Polysilizium und Siliziummonoxid (SiOx) verbessert. Weitere Details zu diesem technologischen Fortschritt wurden noch nicht bekannt gegeben.