Am 19. August wurde bekannt, dass der vom MIT ausgegründete Betonzusatzstoff zur Selbstheilung von DMAT bereits bei Grundwasserbecken, Leitplanken, Fahrbahnbelägen und Instandsetzungsarbeiten in Italien und der Schweiz eingesetzt wurde. Die Technologie basiert auf den calciumreichen Kalkklumpen im römischen Beton. Durch die Anpassung moderner Betonrezepturen wird das Material bei feinen Rissen und anschließendem Wasserkontakt zur Freisetzung von Calcium angeregt, woraufhin sich Calciumcarbonat bildet und die Risse verfüllt.

Die technische Grundlage stammt aus einer 2023 veröffentlichten Studie des MIT, der Harvard University sowie italienischer und schweizerischer Forschungseinrichtungen. Das Forschungsteam stellte Betonproben mit gebranntem Kalk im Heißmischverfahren her, erzeugte aktiv Risse und leitete anschließend kontinuierlich Wasser zu. Innerhalb von zwei Wochen schlossen sich die Risse der Proben mit Kalkklumpen vollständig und der Wasseraustritt stoppte; bei den Kontrollproben ohne gebrannten Kalk trat dieser Selbstheilungseffekt nicht auf.
Nach dem Erwerb der entsprechenden Technologielizenz des MIT entwickelte DMAT weiterhin proprietäre Füllstoffe und Rezepturen für Beton und Mörtel. Das Produkt kann in bestehende Betonproduktionsprozesse integriert werden, wobei die Mischungsverhältnisse je nach Fertigteilen, Transportbeton und struktureller Instandsetzung angepasst werden. Das Unternehmen bietet außerdem vorgemischten Sackmörtel für die strukturelle Instandsetzung an und hat bereits die Produktzertifizierung für den europäischen Markt erhalten.
Im Schweizer Autobahnprojekt N13 stellte DMAT für die Stützmauerinstandsetzung selbstheilenden Strukturmörtel der Klasse R3, Mischungsverhältnis-Design sowie technische Unterstützung vor Ort bereit. Unternehmensprojektdaten zufolge reduziert dieser Mörtel die CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Reparaturmörtel um etwa 60 %, erreicht die dreifache Zugdehnungsfähigkeit des Basisbetons und senkt die Materialkosten um etwa 59 %.
Beim italienischen Projekt mit vorgefertigten Betonleitplanken wurde die DMAT-Rezeptur eingesetzt, um den Klinkeranteil zu reduzieren. Unternehmensinterne Testergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz die CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Leitplankenbeton um 10 % und den Karbonatisierungskoeffizienten um 36 % senkt. Nach Gesamtdaten des MIT kann der DMAT-Zusatzstoff die Nutzungsdauer von Betonkonstruktionen um etwa 50 % verlängern, wobei die CO₂-Emissionen bestimmter Rezepturen auf 40 % des herkömmlichen Betons gesenkt werden können.
DMAT liefert derzeit Betonzusatzstoffe und Instandsetzungsmörtel in Europa und sucht Partner für Pilotprojekte auf dem US-amerikanischen und dem VAE-Markt. Die bisherigen Anwendungen zeigen, dass die Technologie das Labormaßstab-Stadium überschritten hat. Allerdings variieren die Emissionsreduktionsraten je nach Rezeptur erheblich; die konkrete Leistungsfähigkeit hängt weiterhin vom Klinkersubstitutionsgrad, der Bauteilart und den Einsatzbedingungen ab.