500 Milliarden Tonnen pro Jahr! Sand wird zur zweitgrößten übermäßig abgebauten Ressource der Welt
2026-06-09 13:49
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de.wedoany.com-Bericht: Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) veröffentlichte am 7. Juni 2026 einen neuen Bericht, der darauf hinweist, dass Sand nach Wasser die weltweit zweitgrößte übermäßig ausgebeutete natürliche Ressource ist. Der Bericht zeigt, dass weltweit jährlich fast 500 Milliarden Tonnen Sand abgebaut werden – eine Menge, die ausreicht, um eine 27 Meter hohe und 27 Meter breite Mauer um den gesamten Äquator zu bauen. Der Bericht wurde unter Mitwirkung von Pascal Peduzzi, einem Mitarbeiter des UNEP, verfasst und basiert auf einer umfassenden Bewertung der globalen Sand- und Kiesabbauaktivitäten.

Sand wird in zahlreichen Branchen wie Bauwesen, Verkehr und Fertigung eingesetzt. Von Wolkenkratzern und Autobahnen bis hin zu Glasprodukten und Mikrochips – die moderne Wirtschaft ist kaum von dieser scheinbar alltäglichen und leicht verfügbaren Ressource zu trennen. Obwohl die Sandvorkommen auf der Erde riesig sind, sind die für Bau und industrielle Produktion wirklich geeigneten hochwertigen Sandquellen nicht reichlich vorhanden. Die verschiedenen Industrien sind hauptsächlich auf Sand- und Kiesressourcen aus Flüssen, Küsten, dem Meeresboden in flachen Gewässern und Steinbrüchen angewiesen. Diese Gebiete sind wichtige Bestandteile des Ökosystems: Sand filtert nicht nur Wasser, stabilisiert Flussbetten und Küsten, sondern bietet auch Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen.

Studien zeigen, dass eine übermäßige Ausbeutung von Flussbetten zu einem erhöhten Hochwasserrisiko, einem sinkenden Grundwasserspiegel und einer Verschlechterung der Lebensräume von Wasserorganismen führen kann. Gleichzeitig kann ein Ungleichgewicht im Flussökosystem zu einer Verringerung der Bodenfruchtbarkeit und einem Anstieg des Salzgehalts im Wasser führen, was letztlich die Nahrungsmittelproduktion beeinträchtigt. Auch die Meeresumwelt steht unter Druck: Industrielle Baggerschiffe fördern in großem Umfang Sand vom Meeresboden, was nicht nur die Meeresbodenstruktur zerstört, sondern auch die mikrobiellen Gemeinschaften beeinträchtigt, die die Grundlage der marinen Nahrungskette bilden. Einige Fischereigemeinschaften haben bereits die Auswirkungen des Rückgangs der Fischereiressourcen gemeldet. Darüber hinaus ist Sand eine wichtige natürliche Barriere gegen den Anstieg des Meeresspiegels und die Erosion durch Stürme. Mit der schrumpfenden Fläche der Strände nimmt die Fähigkeit der Küstenregionen ab, Überschwemmungen und Küstenerosion zu widerstehen – eine Bedrohung, die für Inselstaaten wie die Malediven besonders deutlich ist.

Der Sandabbau hat auch eine Reihe von wirtschaftlichen und sozialen Problemen ausgelöst. Da geeignete Sandquellen immer knapper werden, verschärft sich in einigen Regionen die Konkurrenz um Sandressourcen, was zu illegalem Sandabbau, grenzüberschreitendem Schmuggel und anderen illegalen Aktivitäten führt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, fordert das UNEP die Länder auf, die Bewirtschaftung von Sandressourcen zu verstärken. Zu den konkreten Maßnahmen gehören die Erstellung nationaler Ressourceninventare, die Verbesserung von Überwachungssystemen und die Einstufung von Sand als strategisch wichtige Ressource. Gleichzeitig werden die Förderung von Recyclingbeton, alternativen Baumaterialien und nachhaltigeren Baupraktiken als wichtige Entwicklungsrichtungen zur Entlastung des Sandabbaus angesehen.

Derzeit wird Sand in vielen Ländern noch nicht zu den kritischen strategischen Ressourcen gezählt. Analysten des Berichts sind der Ansicht, dass dies darauf hindeutet, dass die globale Gesellschaft noch nicht ausreichend über diese wichtige Ressource, die die moderne Wirtschaft stützt, und ihren ökologischen Wert informiert ist.

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