de.wedoany.com-Bericht: Der vom Forstinstitut des Bundesstaates Minas Gerais (IEF) verwaltete Rio Doce State Park (PERD) treibt die Umsetzung des Monitora-Projekts voran, das als das größte standardisierte Biodiversitätsmonitoring Lateinamerikas gilt. Diese Initiative zielt darauf ab, Strategien zum Schutz der Biodiversität zu stärken und das wissenschaftliche Verständnis des größten zusammenhängenden Atlantischen Regenwaldgebiets im Bundesstaat Minas Gerais zu erweitern.

Das Monitora-Projekt wird vom Chico Mendes Institut für Biodiversitätsschutz (ICMBio), das dem brasilianischen Ministerium für Umwelt und Klimawandel (MMA) untersteht, landesweit koordiniert. Ziel ist es, qualitativ hochwertige Informationen über die brasilianische Biodiversität zu generieren, um Maßnahmen zur Bewirtschaftung, zum Schutz und zur Erhaltung von Ökosystemen zu unterstützen. Der Rio Doce State Park ist die erste staatliche Schutzeinheit im Biom des Atlantischen Regenwaldes, die dieses Projekt umsetzt, und dient als Referenz für andere Schutzgebiete in Minas Gerais und ganz Brasilien.
Die Vorbereitungen für die Projektumsetzung begannen im Jahr 2023 und wurden gemeinsam von PERD, dem Instituto Ekos Brasil und ICMBio koordiniert. In dieser Zeit wurden Phasen wie die Planung, die technische Schulung des Teams, die Installation von drei Probenahmestationen in verschiedenen Bereichen des Parks sowie die Datenerhebung im Feld abgeschlossen. Im März 2025 absolvierte das lokale Team eine spezifische Schulung zur Anwendung des Monitoringprotokolls. Seitdem werden die Daten kontinuierlich analysiert und aufbereitet, um die Bewirtschaftung dieser Einheit zu unterstützen.
Das im Park angewandte Monitoringprotokoll gehört zum Unterprojekt „Terrestrisch – Waldkomponente", das biologische Gruppen verfolgt, die als wichtige Indikatoren für die Umweltqualität gelten, darunter Gehölzpflanzen, mittelgroße und große Säugetiere, Hühnervögel sowie frugivore Schmetterlinge. Die Überwachung von Säugetieren, Vögeln und Schmetterlingen erfolgt jährlich, die der Gehölzpflanzen alle fünf Jahre.
Die ersten im Jahr 2025 erzielten Ergebnisse zeigen bereits die ökologische Bedeutung des Parks. Das Projekt verzeichnete 543 Individuen von Säugetieren und Vögeln, darunter die gefährdeten Arten Brauner Brüllaffe (Alouatta guariba), Einsiedlersteißhuhn (Tinamus solitarius) und Kapueierdwachtel (Odontophorus capueira). Bei der Überwachung frugivorer Schmetterlinge wurden insgesamt über 1090 Individuen gezählt; die erfassten Arten gelten als Vertreter von Gruppen, die auf eine gute Schutzumgebung hinweisen, was die Bedeutung des Parks für den Schutz des Atlantischen Regenwaldes weiter unterstreicht.
Die Monitoringaktivitäten für das Jahr 2026 wurden am 13. Mai abgeschlossen. Derzeit bereitet das technische Team die gesammelten Daten auf, organisiert und validiert sie. Um die Tierüberwachung zu verbessern, hat der Park außerdem begonnen, in den Probenahmeeinheiten für Säugetiere und Vögel Infrarotkameras zu installieren. Diese Methode folgt den Parametern des vom ICMBio entwickelten „Trilha"-Protokolls (Protocolo Trilha) und wird dazu beitragen, das Wissen über die Tiervielfalt und die Populationsdynamik in der Region zu erweitern.
Neben der Überwachung der Ökosystemgesundheit kann das Monitora-Projekt auch die Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenverteilung bewerten, die Bekämpfung invasiver Arten unterstützen und die Strategien zum Schutz der Biodiversität stärken. Die generierten Daten werden in das Parkmanagementsystem einfließen, technische Entscheidungen erleichtern, die Transparenz von Schutzmaßnahmen erhöhen und die Umweltplanung verbessern.
Für Lariane Junker, Umweltanalystin des IEF und Monitora-Projektkontaktperson des PERD, gehen die Vorteile dieser Initiative über die Produktion wissenschaftlicher Erkenntnisse hinaus. Sie betont: „Die Umsetzung des Monitora-Projekts bringt nicht nur Vorteile für das Wissen über die Biodiversität des Parks, sondern stärkt auch das Team. Die Mitarbeiter beginnen, sich selbst als aktive Teilnehmer an der Produktion wissenschaftlichen Wissens zu sehen, was die Motivation und das Engagement der Beteiligten deutlich erhöht."
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