Auf dem Gelände der portugiesischen Raffinerie Galp soll eine innovative Energiestadt entstehen
de.wedoany.com-Bericht: Das portugiesische Energieunternehmen Galp (Galp Energia, SGPS, S.A.) hat am 2. Juli 2026 eine von PricewaterhouseCoopers (PwC) durchgeführte Wirtschaftlichkeitsstudie veröffentlicht, die die Umwandlung des stillgelegten Raffineriegeländes in Matosinhos in ein „Innovationsviertel“ (Innovation District) vorsieht. Dieses Stadterneuerungsprojekt soll über einen Zeitraum von 30 Jahren einen kumulierten Einfluss von rund 65 Milliarden Euro auf das portugiesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben und über 100.000 Arbeitsplätze schaffen.
Die Raffinerie in der nordportugiesischen Stadt Matosinhos wurde 1970 errichtet und nach mehr als einem halben Jahrhundert Betrieb im Jahr 2021 stillgelegt. Das 2,37 Quadratkilometer große Industriegelände erstreckt sich über 2,5 Kilometer entlang des Atlantiks. Die Abrissarbeiten für das Umbauprojekt laufen seit 2023 in mehreren Phasen; die erste Phase wurde 2024 abgeschlossen. Die zweite Phase soll Ende 2026 beendet sein. Die Gesamtbauzeit des Projekts wird auf etwa vier Jahre geschätzt.
Laut der PwC-Studie könnte das Projekt in den 30 Jahren nach Baubeginn der portugiesischen Wirtschaft jährlich rund 2 Milliarden Euro zuführen. In der Reifephase des Projekts wird die jährliche Wirtschaftsleistung der Stadt Matosinhos auf über 3 Milliarden Euro geschätzt. Das Projekt soll über 100.000 Arbeitsplätze schaffen, davon etwa 65.000 in Matosinhos. Die Studie prognostiziert zudem Steuereinnahmen von rund 9 Milliarden Euro auf nationaler und 400 Millionen Euro auf lokaler Ebene.
Galp erklärte, dass das Projekt darauf abziele, ein gemischt genutztes Stadtgebiet mit Wohn-, Gewerbe-, Lehr- und Forschungseinrichtungen zu schaffen. In dem von PwC entwickelten Szenario soll das Gebiet rund 19.000 Einwohner und 30.000 Studierende beherbergen. Die Planung umfasst einen Universitätscampus, Innovationseinrichtungen, Grünkorridore sowie einen Biodiversitäts- und Erholungspark namens „Atlantic Park“. Das Gebiet ist nach dem Konzept der „15-Minuten-Stadt“ gestaltet, um sicherzustellen, dass die Bewohner wichtige Dienstleistungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad in kurzer Zeit erreichen können.

Das Projekt wurde im Februar 2022 durch eine Kooperationsvereinbarung zwischen Galp, der Stadtverwaltung von Matosinhos und der Regionalen Koordinierungs- und Entwicklungskommission Nord (CCDR-N) gestartet. Das niederländische Architekturbüro MVRDV wurde im selben Jahr mit dem Design des Stadterneuerungsprojekts beauftragt. Galp hat hierfür eine spezielle Arbeitsgruppe eingerichtet, die von der Innovations- und Internationalisierungsexpertin und ehemaligen Staatssekretärin Ana Lehmann geleitet wird. Die Ergebnisse der PwC-Studie wurden am 2. Juli 2026 auf dem QSP-Gipfel in Matosinhos offiziell bekannt gegeben. Die Vorstandsvorsitzende von Galp, Paula Amorim, betonte, dass das Unternehmen bestrebt sei, seinen sozialen und wirtschaftlichen Beitrag zu Matosinhos sicherzustellen und fortzuführen.
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