de.wedoany.com-Bericht: Der polnische Ministerrat (Rada Ministrów) hat einen Beschluss gefasst, sich am Programm der europäischen KI-Gigafabriken (Gigafabryki AI) zu beteiligen. Dieser Beschluss ermöglicht Polen den Erwerb eines Teils der Rechenkapazitäten der künftigen KI-Infrastruktur, was eine der Voraussetzungen für die Teilnahme an EU-Projekten ist. Die KI-Gigafabrik wird Unternehmen, Wissenschaftlern und Verwaltungsbehörden Rechenleistung im großen Maßstab sowie fortschrittliche Künstliche Intelligenz-Dienste bereitstellen und als treibende Kraft für die Entwicklung des polnischen KI-Ökosystems dienen.
Der stellvertretende Digitalisierungsminister Dariusz Standerski erklärte in einer Stellungnahme, dass Polen zugesagt habe, über 400 Millionen Zloty für das größte Rechenzentrum in der Geschichte des Landes bereitzustellen. Nun sei es an der Zeit für polnische Unternehmen, sich zu beteiligen, da sie an den Bauausschreibungen teilnehmen könnten. Die KI-Gigafabrik wird von einem privaten Konsortium entworfen und betrieben, das im Rahmen einer europäischen Ausschreibung der Gemeinsamen Unternehmung für europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC JU) ausgewählt wird. Die Mitgliedstaaten und die EU müssen sicherstellen, dass in der Anfangsphase der Infrastruktur KI-Dienste erworben werden, um die Planbarkeit des Projekts zu erhöhen. Polen hat sich verpflichtet, zwischen 2028 und 2033 KI-Dienste im Wert von 100 Millionen Euro zu erwerben, und die EU wird einen gleichwertigen Beitrag leisten.
In der ersten Ausschreibungsrunde plant die EuroHPC JU die Auswahl von sieben KI-Gigafabriken: vier mittelgroße (Lot 1) und drei große (Lot 2). Polen bewirbt sich um das Lot-1-Projekt. Die Infrastruktur wird schrittweise aufgebaut, beginnend mit mindestens 25.000 KI-Beschleunigern (entspricht Nvidia H100) und letztlich einer Größe von mindestens 75.000 GPUs.

Sollte die KI-Gigafabrik in Polen angesiedelt werden, wäre dies eine der größten Investitionen in die Künstliche Intelligenz-Infrastruktur in Europa mit einem Wert von über 10 Milliarden Zloty. Die gesamte Investition wird von einem privaten Konsortium getragen. Die neue Infrastruktur wird die Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle, das Training groß angelegter Modelle, die industrielle Datenanalyse sowie die Bereitstellung von Rechenkapazitäten für Start-ups und kleine und mittlere Unternehmen unterstützen. Das Digitalisierungsministerium führt derzeit Gespräche mit der EuroHPC JU und verhandelt mit den Mitgliedstaaten über gegenseitige Erklärungen zum Erwerb von KI-Diensten. Die europäische Ausschreibung soll im Juli 2026 starten, die Konsortien haben dann 15 Wochen Zeit, um ihre Angebote vorzubereiten. Die Vertragsunterzeichnung ist für Anfang 2027 geplant, und die KI-Gigafabrik soll voraussichtlich 2028 in Betrieb gehen.










