Glencore erhält Verarbeitungsvertrag für Wilhelmshavener Raffinerie
2026-07-31 09:14
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de.wedoany.com-Bericht: Der globale Bergbau- und Rohstoffhändler Glencore hat eine Vereinbarung mit HES International getroffen, um die deutsche Wilhelmshavener Ölraffinerie mit Rohöl zu beliefern und deren raffinierte Kraftstoffe zu vermarkten. Damit baut Glencore seine Präsenz auf dem europäischen Kraftstoffmarkt weiter aus. Vier Händler aus europäischen Handelskreisen bestätigten das Geschäft, die genauen Bedingungen und der Zeitplan wurden jedoch nicht bekannt gegeben. Glencore und Hartree lehnten eine Stellungnahme ab, HES International reagierte nicht auf Anfragen. Zuvor hatte Hartree den Vertrag mit der Raffinerie inne, den Glencore kürzlich übernommen hat. Anfang des Monats hatte Glencore bereits die Mehrheitsbeteiligung am niederländischen Kraftstofflieferanten FincoEnergies erworben. Das Geschäft erweitert zudem Glencore's Raffinerieportfolio, darunter das Joint Venture mit Chandra Asri für den Bau einer Raffinerie in Singapur sowie die südafrikanische Tochtergesellschaft Astron Energy mit der Kapstädter Raffinerie (Cape Town refined) mit einer Tageskapazität von 100.000 Barrel. Zuvor hatte Glencore auch einen Liefervertrag mit der britischen Lindsey-Raffinerie (Tageskapazität 113.000 Barrel), der bis Mitte 2025 lief, als deren Eigentümer Prax Insolvenz anmeldete.

Die Wilhelmshavener Raffinerie am Tanklager von HES International an der nordwestdeutschen Küste ist seit 2019 teilweise in Betrieb. Vor der weltweiten Schwefelgrenzwertregelung der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization) im Jahr 2020 nahm HES eine Vakuumdestillationsanlage (VDU) mit einer Tageskapazität von 87.000 Barrel wieder in Betrieb, um Rohöl zu schwefelarmem Kraftstoff zu verarbeiten. HES hatte die Raffinerie 2011 von ConocoPhillips übernommen und zu einem großen Terminal umgebaut; vor der Schließung betrug ihre Verarbeitungskapazität 260.000 Barrel pro Tag. Laut Daten der London Stock Exchange Group (LSEG) verfügt die Anlage über eine Hydrotreatment-Einheit mit einer Tageskapazität von 16.000 Barrel. Die Vakuumdestillationsanlage wandelt schwefelarmes Schweröl oder Rückstandsheizöl in höherwertige Kraftstoffe um, während die Hydrotreatment Schwefel entfernt. Kpler-Daten zufolge lief die Wilhelmshavener Raffinerie in diesem Jahr mit einer niedrigen Auslastung. Die Anlage erhielt zwischen 2023 und 2025 täglich 34.000 Barrel Rohöl und importierte im Dezember letzten Jahres die letzte Charge. Zwei westafrikanische Händler bestätigten, dass Glencore ein regelmäßiger Händler von Doba-Rohöl ist. Laut Kpler-Daten exportierte die Anlage in diesem Jahr täglich 5.000 Barrel Kraftstoffe (hauptsächlich Heizöl und Benzin), verglichen mit 32.000 Barrel pro Tag zwischen 2023 und 2025.

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