de.wedoany.com-Bericht: Am 11. August gab das deutsche Spezialchemieunternehmen Lanxess bekannt, dass sein Eisenoxidpigmentwerk in Krefeld-Uerdingen schrittweise ein Wasserstoffbrennstoffsystem in Betrieb genommen hat, um Erdgas im Sprühtrocknungsprozess zu ersetzen. Lanxess erwartet, dass diese Umstellung jährlich rund 6.000 Tonnen CO₂-Emissionen einsparen kann.

Die Wasserstoffbrenner wurden Ende 2025 installiert und seitdem schrittweise in Betrieb genommen. Das System ist für den vollständigen Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt. Die technische Umstellung umfasst die Einrichtung einer separaten Wasserstoffleitung, die Installation von auf Wasserstoff abgestimmten Brennern sowie Mess- und Steuergeräten sowie die Erweiterung der entsprechenden Sicherheits- und Kontrollsysteme.
Der für die Anlage verwendete Wasserstoff stammt aus dem benachbarten Werk von Covestro und ist ein Nebenprodukt der Chlor-Alkali-Elektrolyse. Er wird über eine direkte Leitung zu den Produktionsanlagen von Lanxess transportiert. Die kurzen Leitungslängen im Werksgelände, die gemeinsame Infrastruktur sowie das bestehende Sicherheitssystem bilden die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Wasserstoffversorgung.
Lanxess und Covestro unterhalten am Standort Krefeld-Uerdingen zudem mehrere Stoffkreisläufe. Covestro liefert Nitrobenzol an Lanxess, das zur Herstellung von Eisenoxidpigmenten verwendet wird; das bei diesem Prozess anfallende Anilin-Nebenprodukt fließt wieder an Covestro zurück und dient dort als Rohstoff für die Kunststoffproduktion. Mit der nun erfolgten Anbindung an den Wasserstoff aus der Chlor-Alkali-Elektrolyse kommt eine weitere Materialversorgungsstufe zwischen den beiden Werken hinzu.
Der Standort Krefeld-Uerdingen blickt auf eine 100-jährige Geschichte der Eisenoxidpigmentproduktion zurück; die Produkte werden in Baumaterialien, Beschichtungen, Kunststoffen und anderen Industriebereichen eingesetzt. Die Pigmentherstellung erfolgt nach dem Laux-Verfahren, das die Abfallentstehung reduziert und die Energieeffizienz verbessert.
Lanxess gibt an, dass der umgerüstete Sprühtrockner zu den ersten Großanlagen in Deutschland gehört, die im kontinuierlichen Industriebetrieb mit Wasserstoff befeuert werden. Der Wasserstoff wird direkt von der benachbarten Produktionsanlage geliefert, ohne langen Transport und ohne den Bau einer separaten Wasserstofferzeugungsanlage.





















