Großanlage von Lanxess in Deutschland läuft ab Ende 2025 mit Wasserstoff – 6.000 Tonnen CO₂-Einsparung pro Jahr
2026-08-14 15:25
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de.wedoany.com-Bericht: Lanxess, ein Hersteller von Spezialchemikalien, hat seine Produktionsprozesse am Standort Krefeld-Uerdingen nun nachhaltiger gestaltet: Erstmals läuft eine Großanlage vollständig mit Wasserstoff. Der Sprühtrockner, der dort zur Trocknung von Eisenoxidpigmenten eingesetzt wird, wurde zuvor mit Erdgas betrieben. Durch die Umstellung auf Wasserstoff können jährlich 6.000 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart werden.

Lanxess betreibt an diesem Standort die weltweit größte Produktionsanlage für Eisenoxidpigmente. Die Produkte finden Anwendung in der Bauindustrie, in Farben und Lacken sowie in Kunststoffen und zeichnen sich durch hohe Färbekraft und Witterungsbeständigkeit aus. Die Herstellung erfolgt im energieeffizienten und abfallfreien Laux-Verfahren; die so gewonnenen Eisenoxidpigmente weisen in der Branche einen führend niedrigen CO₂-Fußabdruck auf.

Das Wasserstoff-Umstellungsprojekt wurde Ende 2025 schrittweise in Betrieb genommen. Das gesamte System ist vollständig auf den Einsatz von Wasserstoff ausgelegt; die Ausstattung umfasst eine eigene Wasserstoffleitung, angepasste Brenner und Messtechnik sowie zusätzliche Sicherheits- und Steuerungssysteme. Michael Ertl, Leiter des Geschäftsbereichs Anorganische Pigmente bei Lanxess, erklärte, die Umstellung von Erdgas- auf Wasserstoffbrenner sei ein technischer Fortschritt auf dem Weg des Unternehmens zu treibhausgasarmen Prozessen.

Einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren des Projekts war die enge Zusammenarbeit mit Covestro am integrierten Standort Krefeld-Uerdingen. Wasserstoff fällt als Nebenprodukt im Chlor-Alkali-Elektrolyse-Verfahren von Covestro an und wird über eine Leitung direkt zum Lanxess-Werk transportiert. Rob Eek, Produktionsleiter bei Covestro, sieht in diesem Projekt einen Beleg dafür, dass Industriepartner an einem integrierten Standort den Wandel hin zu einer klimafreundlichen Produktion wirksam vorantreiben können.

Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen an diesem Standort hat eine lange Tradition: Covestro hat Lanxess bereits zuvor mit Nitrobenzol für die Eisenoxidproduktion beliefert. Die neue Wasserstoffanwendung erweitert das bisherige Versorgungsnetz um einen klimarelevanten Baustein und stärkt die Nachhaltigkeitsstrategien beider Unternehmen.

Lanxess betont, dass die Praxis der Substitution von Erdgas durch Wasserstoff zeigt, dass Dekarbonisierung nicht nur in Pilotprojekten, sondern auch im Dauerbetrieb großer Anlagen umsetzbar ist.

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