Deutschland: Münster startet 300-Meter-Erkundungsbohrung für oberflächennahe Geothermie

2026-11-06 15:42
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de.wedoany.com-Bericht: Am 4. November hat die Stadtwerke Münster in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, an der Kötterstraße im Stadtteil Handorf eine 300 Meter tiefe Erkundungsbohrung für oberflächennahe Geothermie gestartet. Ziel der Bohrung ist die Bestimmung der Untergrundtemperaturen und geologischen Bedingungen, um die Machbarkeit eines Niedertemperatur-Fernwärme- und -Kältenetzes für ein neues Wohngebiet vor Ort zu bewerten und Grundlagendaten für die anschließende Auslegung des Heizungssystems zu liefern. Vor Ort kommt eine etwa 10 Meter hohe Bohranlage zum Einsatz; die Bohrarbeiten sollen voraussichtlich zwei Tage dauern.

Bohranlage für die 300 Meter tiefe geothermische Erkundungsbohrung an der Kötterstraße in Münster

Die Erkundungsbohrung an der Kötterstraße ist mit einer Tiefe von 50 Metern tiefer ausgelegt als die Geothermiebohrungen im nahegelegenen Wohnbaugebiet Kirschgarten. Das Projektteam plant, die Temperaturbedingungen in tieferen Schichten zu nutzen, um die Möglichkeit einer höheren Betriebseffizienz künftiger Heizungssysteme zu bewerten. Die Stadtwerke Münster haben im Kirschgarten bereits drei Bohrfeldanlagen für Erdwärmesonden fertiggestellt und insgesamt 39 Geothermiebohrungen mit je 250 Metern Tiefe errichtet.

Im Projekt Kirschgarten wird Wärme über unterirdische Erdwärmesonden und ein Rohrleitungssystem gewonnen und anschließend mittels Sole-Wasser-Wärmepumpen auf das für die Gebäudeheizung erforderliche Temperaturniveau angehoben. Das Niedertemperatur-Wärmenetz in diesem Gebiet kann im Sommer zudem eine passive Kühlung der Gebäude ermöglichen. Das Projekt an der Kötterstraße wird auf Grundlage der bei dieser Erkundung gewonnenen Untergrundtemperatur- und Geologiedaten die Auslegung der Heizungs- und Kühlanlagen für das neue Wohngebiet weiter konkretisieren.

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