Eine neue Analyse von Wohngebäuden in der australischen Stadt Melbourne zeigt, dass die meisten Wohnungen bei einer Hitzewelle mit Stromausfall die internationalen Gesundheitsgrenzwerte für Innentemperaturen überschreiten würden, was bei den Bewohnern zu Hitzestress führen könnte. Die auf Forschung der Universität Melbourne basierende Analyse fordert die Einführung von Bauvorschriften in Australien, die speziell auf Hitzeschutz ausgerichtet sind.
Das Forschungsteam simulierte die Leistung von sechs gängigen Wohnungsdesigns in Melbourne unter extremen Hitzebedingungen. Die Ergebnisse zeigten, dass keines dieser Designs die Gesundheitsstandards für Neubauten aus Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Deutschland und den USA erfüllte. Die derzeitigen australischen Bauvorschriften enthalten keine expliziten Gesundheitsstandards für Hitzestress. Der Hauptforscher und Gebäudewissenschaftler Chris Jensen sagte: „Diese Studie unterstreicht für die Öffentlichkeit, dass Hitzestress in Wohnungen ein echtes Problem ist. Wir müssen mehr tun, um dies zu kontrollieren, und zwar sowohl in neuen als auch in bestehenden Gebäuden.“
Die Studie simulierte insbesondere eine tatsächliche Hitzewelle, die in Melbourne von Januar bis Februar 2009 stattfand, als die Höchsttemperaturen an drei aufeinanderfolgenden Tagen 43 Grad Celsius überschritten. Im extremsten Modell einer nach Westen ausgerichteten Wohnung bestanden alle sechs Entwürfe die Tests nach vier internationalen Standards nicht. Jensen wies darauf hin: „Wir haben sowohl neue als auch alte Wohnungsdesigns modelliert, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass die meisten anderen nach Westen ausgerichteten Wohnungen in Melbourne unter diesen Bedingungen diese internationalen Standards nicht erfüllen würden.“
Laut der Analyse gehören zu den Designmängeln, die zu einer Überhitzung von Wohnungen während Hitzewellen führen, Einfachverglasung, unzureichende Isolierung, schlechte natürliche Belüftung und mangelnde Luftdichtheit. Jensen schlug vor, dass Australien sich an Frankreich orientieren könnte, das nach der tödlichen Hitzewelle von 2003 einen „Sommerkomfort“-Standard eingeführt hat, um ähnliche Vorschriften für seine eigenen Neubauten zu schaffen. Gleichzeitig schlug er vor, für bestehende Wohnungen ein „Sommerkomfort“-Bewertungssystem einzuführen, ähnlich einer Energieeffizienzklasse, um auf Risiken hinzuweisen und Eigentümer zu Sanierungen zu motivieren. Er sagte: „Das würde den Markt strategisch dazu bringen, die Leistung zu verbessern. Eine Komfortbewertung würde das ändern, weil Bewohner die Bewertungen verschiedener Gebäude vergleichen könnten, was Eigentümer motivieren würde, sicherzustellen, dass ihr Gebäude attraktiv ist.“
Neben Standards und Designverbesserungen schlug die Studie auch einige sofortige Gegenmaßnahmen vor, darunter die Aufklärung der Bewohner über Sicherheitsmaßnahmen während einer Hitzewelle, wie das Öffnen von Fenstern zur Belüftung, die Verwendung von Beschattungseinrichtungen und der Besuch öffentlicher kühler Orte. Jensen betonte: „Das Dringlichste ist, dass wir einen ‚Sommerkomfort‘-Standard in unsere Bauvorschriften aufnehmen müssen, der zu unserem eigenen Klima passt. Gleichzeitig sollten Hochrisikogebäude bei Sanierungen priorisiert werden, um Überhitzungsprobleme zu reduzieren.“














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