Forschung zum Anschluss von Haushalten an Solarenergie: Unzureichende Geräteleistung behindert Fortschritte bei der Energiezugänglichkeit in Afrika
2026-03-02 16:27
Quelle:University of Michigan
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Kleine solare Haushaltssysteme werden zu einem wichtigen Weg, um den Energiezugang für Menschen ohne Stromversorgung zu lösen, wobei die entsprechenden Investitionen und die Marktaufmerksamkeit kontinuierlich steigen. Eine von der University of Michigan geleitete Studie zeigt jedoch, dass der bloße Besitz von Solaranlagen nicht gleichbedeutend damit ist, dass die Nutzer sinnvolle Energiedienstleistungen erhalten.Während eine wachsende Zahl von Haushalten in Malawi Zugang zu Solartechnologien hat, besitzen die meisten nur Systeme mit sehr geringer Leistung.

Das Forschungsteam unter der Leitung von Professorin Pamela Jagger führte in Malawi, einem der Länder mit der niedrigsten Energiezugangsrate in Afrika, eine zweijährige Längsschnittstudie durch, die mehr als 1000 Haushalte umfasste. Die Ergebnisse wurden in drei wissenschaftlichen Artikeln veröffentlicht.

Begrenzte Geräteleistung schränkt den tatsächlichen Nutzen ein

In einer von der damaligen Masterstudentin Andrea Mahieu geleiteten Studie fand das Team heraus, dass die mittlere Leistung der von den befragten Haushalten verwendeten Solargeräte lediglich 6 Watt betrug. Zum Vergleich: Daten der US-amerikanischen Online-Plattform für saubere Energie EnergySage zeigen, dass im letzten Jahr 97 % der in den USA installierten privaten Dach-Photovoltaik-Systeme eine Leistung zwischen 400 und 460 Watt hatten.

Jagger erklärte: „Die Verbreitung von Solartechnologie in Afrika schreitet schnell voran, und die Daten suggerieren, dass das Problem des Energiezugangs schnell gelöst wird. Aber die meisten Haushaltssysteme haben eine sehr geringe Kapazität und bieten nach wie vor nur recht begrenzte Energiedienstleistungen.“

Die Studie ergab, dass Haushalte mit Systemen von 50 Watt und mehr den direktesten Energienutzen erzielten und auch eher geneigt waren, zusätzliche Komponenten zu kaufen, um die Systemkapazität zu erweitern. Diese Haushalte waren gleichzeitig auch die wirtschaftlich besser gestellten in der Befragungsgruppe. Jagger wies darauf hin: „Wirklicher, sinnvoller Nutzen aus Energiedienstleistungen kommt erst von Systemen über 50 Watt, und diese Konfiguration ist derzeit nicht weit verbreitet.“

Niedrigleistungssysteme bringen dennoch indirekte Vorteile

In einer zweiten Studie unter der Leitung von Ryan McCord beobachtete das Team, dass Niedrigleistungssysteme auch einige bisher unzureichend beachtete Vorteile mit sich bringen. Beispielsweise nutzen viele Haushalte den begrenzten Strom, um nachts eine Außenleuchte anzuzünden, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen.

Bemerkenswert ist, dass die Hauptnutzung der Solarenergie das Laden von Mobiltelefonen ist. In Malawi besitzen über 90 % der Haushalte ein Mobiltelefon, aber in ländlichen Gebieten sind nur 6 % der Haushalte an das Stromnetz angeschlossen. Viele Bewohner mussten zuvor stundenlang zu Marktstädten laufen, um ihr Telefon gegen Bezahlung aufzuladen. Private Solarenergie spart deutlich Zeit und Kosten.

Eine dritte Studie unter der Leitung der Doktorandin Congyi Dai wurde in der Zeitschrift „Energy Economics“ veröffentlicht. Während der Forschungsarbeit stellte Dai fest, dass Haushalte mit Solaranlagen eher geneigt sind, mobile Bezahlmethoden zu nutzen. Die Überweisung von Geld über Handy-Apps trägt zur finanziellen Inklusion bei und bietet in Regionen ohne formelle Bankdienstleistungen neue Sparmöglichkeiten.

Jagger sagte: „Viele aktuelle Studien konzentrieren sich auf sehr direkte Vorteile, wie etwa Menschen, die mit Solarenergie zu Hause ein kleines Geschäft betreiben. Aber ein Thema unserer Arbeit ist, dass Solarenergie viele Vorteile bringt, und einige dieser indirekteren Vorteile sind möglicherweise noch nicht ausreichend erfasst.“

Die Forschungsaussichten sind ungewiss

Obwohl die Verbreitung privater Solarenergie in Malawi weiter zunimmt, ist Jagger der Ansicht, dass sie sich noch in einem frühen Stadium der Einführung befindet. Das Forschungsprojekt wurde ursprünglich von der US National Science Foundation finanziert, aber aufgrund von Mittelkürzungen in entsprechenden Programmen unter der Trump-Regierung ist die zukünftige Forschungsaussicht ungewiss.

Jagger glaubt, dass der Privatsektor die technologische Verbesserung und optimierte Bereitstellung weiter vorantreiben wird, da hier Geschäftsmöglichkeiten bestehen. Sie äußerte jedoch Bedenken, dass die einzigartige Rolle internationaler Zusammenarbeit in den Bereichen Ausbildung, Innovation und Beziehungsaufbau beeinträchtigt werden könnte.

„Bis zum Jahr 2100 wird ein Viertel der Weltbevölkerung in Afrika südlich der Sahara leben. Aus wirtschaftlicher, geschäftlicher und nationaler Sicherheitsperspektive ist es sinnvoll, die Zusammenarbeit mit Afrika aufrechtzuerhalten.“ Jagger betonte, dass sich die Auswirkungen solcher Entwicklungen nicht nur auf den Forschungsbereich beschränken würden.

Neben der University of Michigan und der Duke University waren auch die University of North Carolina, die Harvard University und die Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources in Malawi an dem Projekt beteiligt.

Veröffentlichungsdetails: Autor(en): Andrea Mahieu et al., Titel: „Kann netzunabhängige Solarenergie für Haushalte nachhaltige Energie für alle bieten? Annahme und kontinuierliche Nutzung von Solartechnologie in Malawi“, erschienen in: „Energy Research & Social Science“ (2025).„Die Dimensionen, Nutzung und Auswirkungen von Solarenergie in Haushalten aufdecken, um den Energiezugang im ländlichen Malawi zu erreichen“, erschienen in: „Energy Research & Social Science“ (2026).

Autor(en): Congyi Dai et al., „Finanzielle Inklusion durch die Annahme von Solartechnologie in Malawi freischalten“, erschienen in: „Energy Economics“ (2026)

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