Indigene Gemeinschaften in Kanada führen zunehmend erneuerbare Energieprojekte an und erzielen vielfältige soziokulturelle Vorteile
2026-03-19 15:15
Quelle:The Conversation
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In Kanada wächst die Zahl der erneuerbaren Energieprojekte, die vollständig oder teilweise im Besitz indigener Gemeinschaften sind, rapide. Eine neue Studie zeigt, dass die Vorteile dieser Projekte über die Reduzierung von Treibhausgasemissionen hinausgehen und auch positive soziale und kulturelle Auswirkungen haben.

Daten zeigen, dass die Zahl solcher Projekte in traditionellen indigenen Gebieten und Reservaten zwischen 2009 und 2020 um über 300 % gestiegen ist. Bis 2022 waren fast ein Fünftel der Stromerzeugungsinfrastruktur des Landes an First Nations, Métis oder Inuit als Partner oder Nutznießer beteiligt.

Eine von der BC Clean Energy Association und dem New Relationship Trust initiierte Studie befragte Wissenshüter aus 14 First Nations in der Provinz zu 36 geplanten oder betriebenen indigen geführten Projekten. Die Studie ergab, dass diese Projekte einen „ortsbasierten“ Ansatz verfolgen, frühzeitig starke Gemeindebeteiligung aufweisen und die Einnahmen oft zur Unterstützung von Kultur, Selbstverwaltung, Ökologie, Dienstleistungen und Wirtschaft verwendet werden.

So nutzt beispielsweise die West Moberly First Nation in der Nähe des Peace River die Einnahmen aus ihrem Windenergieprojekt zur Unterstützung von Kulturcamps und Jugendprogrammen. Ein Wissenshüter sagte: „Wir sind beteiligt, wir investieren. Wir sind Mitbesitzer. Mehr Geld fließt in die Gemeinschaft.“ Der Stamm T'eqt'aqtn'mux im Fraser Canyon nutzt die Einnahmen aus seinem Solarprojekt, um Brandrisiken zu verringern und seine Heimat zu schützen.

Indigen geführte erneuerbare Energieprojekte stehen im Kontrast zum häufig top-down geprägten Entscheidungsansatz der Regierung, der oft zur Ablehnung oder Absage von Projekten führt. Der Bottom-up-Ansatz liefert wertvolle Erfahrungen für die Energiewende und trägt zu einer breiteren Akzeptanz der Projekte bei.

In British Columbia fördert die Regierung erneuerbare Energieprojekte zur Schaffung wirtschaftlicher Chancen. Die Beschaffungsrichtlinien für 2025 schreiben vor, dass Projekte mindestens zu 25 % im Besitz von First Nations sein müssen. Dies hilft auch, die Verpflichtungen aus dem „Declaration on the Rights of Indigenous Peoples Act“ (DRIPA) zu erfüllen und das Recht auf indigene Selbstbestimmung zu fördern.

Indigen geführte erneuerbare Energieprojekte unterstützen nicht nur die Gemeinschaftsentwicklung, sondern fördern auch die Dekarbonisierungsziele und bieten anderen Regionen wie Ontario politische Anhaltspunkte. Diese Projekte zeigen einen neuen Weg zur Entwicklung erneuerbarer Energien auf, der Energieversorgung mit soziokulturellem Wandel verbindet.

Veröffentlichungsdetails: Autoren: Ian Munroe, Anna Berka, Christina E. Hoicka, The Conversation; Titel: „Indigenous‑led renewable energy projects offer benefits that reach far beyond reducing carbon emissions“; veröffentlicht in: „Environmental Research: Energy“ (2026); Zeitschrifteninfo: „Environmental Research: Energy“

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