Globale Faktoren wie der Klimawandel und das Bevölkerungswachstum erhöhen den Druck auf die Wasserressourcen. Forscher des norwegischen SINTEF haben ein neuartiges Polymermaterial entwickelt, das sauberes und sicheres Trinkwasser aus der Luft sammeln kann und damit eine neue Lösung für Wasserknappheit bietet.

Roberto Mennitto, der leitende Wissenschaftler des Projekts bei SINTEF, erklärte: „Diese Lösung funktioniert gut, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, aber wenn die Luftfeuchtigkeit unter 50 % fällt, wird der Energieverbrauch sehr hoch. Dies macht die Technologie teuer und ihre Anwendung in den trockensten Regionen, wo der Bedarf am größten ist, schwierig." Das Forschungsteam zielt darauf ab, die Anwendbarkeit des Materials in Regionen mit geringer Luftfeuchtigkeit zu verbessern. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation haben fast zwei Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser. Diese Herausforderung wurde während der COP30 in Brasilien als drängend eingestuft.

Das Polymermaterial besteht aus Elastomeren und superabsorbierenden Polymeren, ähnlich den Bestandteilen in Babywindeln. Mennitto erläuterte: „Das Material verfügt über winzige ‚Magnete‘, die Wassermoleküle anziehen. Wenn es gesättigt ist, erhitzt es sich und gibt Wasser ab. Ein warmer Luftstrom lässt das Wasser kondensieren und sammeln.“ Das Material ist langlebig und zeigte in Tests über 120 Stunden stabile Leistung ohne Abbau. Es kann zudem im 3D-Druckverfahren hergestellt oder aus Biomasse gewonnen werden, was die Kosten senkt.
Der Markt für atmosphärische Wassergeneratoren (AWG) wird für das Jahr 2030 auf über 40 Milliarden US-Dollar geschätzt. Derzeit sind die Wassersammelkosten mit dem neuen Material vergleichbar mit denen bestehender Generatoren, doch das Team strebt eine Kostensenkung von 25 % an. Mennitto sagte: „Wir müssen die Produktion hochskalieren, um die Lösung wirtschaftlicher und für trockene Regionen geeignet zu machen.“ Die Forscher suchen nach Finanzierung und Partnern und haben bereits Interesse von Start-ups erhalten, um die Technologie zur Marktreife zu bringen.











