Am 15. Juni öffnete sich langsam der Deckel des Stahlhülsen-Endverschlusses, und die Tunnelbohrmaschine mit dem speziell angefertigten „konischen Schneidrad“ trat erfolgreich aus. Damit war der rechte Streckenabschnitt zwischen der Xiaomian Road Station und der Jinji Road Station der Hangzhou U-Bahn-Linie 15 erfolgreich durchbohrt. Dieses Projekt ist das erste in China, bei dem eine Tunnelbohrmaschine direkt eine Schlitzwand mit H-förmigen Stahlverbindern durchschneidet und sicher unter einer bestehenden, in Betrieb befindlichen U-Bahn-Station hindurchfährt.
Der Tunnelbohrabschnitt zwischen der Xiaomian Road Station und der Jinji Road Station der Hangzhou U-Bahn-Linie 15 musste zwei Schlitzwände und mehrere Bohrpfähle der Jinji Road Station der U-Bahn-Linie 5 durchqueren. Diese Wände verwendeten 8 mm dicke H-förmige Stahlprofile als Verbinder und stellten eine solide „Stahlmauer“ dar. Nach dem ursprünglichen Plan musste das Projektteam neben der Jinji Road Station einen Schacht zur Beseitigung von Hindernissen ausheben, um die H-förmigen Stahlverbinder zu entfernen, bevor die Tunnelbohrmaschine passieren konnte. Da sich die Station in einem belebten Stadtgebiet befindet, war die Umleitung des Hauptstraßenverkehrs schwierig, und die Verlegung der Versorgungsleitungen war komplex und weitreichend.
Wie konnte unter der Prämisse der Bausicherheit eine effizientere und optimierte Bauweise gefunden werden? Das Bauteam der Hangzhou Metro Group und der China Railway First Group entwickelte innovative Verfahren und ließ die Tunnelbohrmaschine den H-förmigen Stahl direkt „durchbeißen“.
Um die Wissenschaftlichkeit und Machbarkeit des Plans umfassend zu überprüfen, richtete das Bauteam eine wissenschaftliche Forschungs- und Durchbruchsgruppe ein. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Tunnelbohrmaschine, dem Forschungsteam der Zhejiang-Universität und dem Nationalen Schwerpunktlabor für Tunnelbohr- und Vortriebstechnik wurde mehrere Monate lang an der technischen Lösung gearbeitet. Nach vier Runden von Laborsimulationen des Schneidvorgangs, die den dynamischen Prozess des Fräsens von Stahlprofilen durch die Tunnelbohrmaschine nachbildeten, erwies sich das direkte Fräsen von Stahlprofilen durch die Tunnelbohrmaschine mit speziellen Werkzeugbestückungen und präziser Steuerung der Vortriebsparameter als machbar.
Damit die Tunnelbohrmaschine jedoch tatsächlich in der Lage war, die Stahlprofile zu „beißen“, musste sie einer „von innen nach außen“ gehenden Modernisierung unterzogen werden. Das technische Team rüstete das Schneidrad mit maßgeschneiderten „Stahlzähnen“ aus, indem es ein speziell entwickeltes „konisches Schneidrad“ verwendete. Gleichzeitig wurde das Antriebssystem des Schneidrads aufgerüstet, der Schneckenförderer angepasst und die Vortriebsparameter streng kontrolliert, wodurch die Tunnelbohrmaschine die Fähigkeit erhielt, frontal gegen die „Stahlmauer“ vorzugehen. Die erfolgreiche Anwendung dieser innovativen Bauweise reduzierte wirksam die Auswirkungen des U-Bahn-Baus auf den Verkehr und das Leben der Anwohner im Hauptstadtgebiet.
Die erste Phase der Hangzhou U-Bahn-Linie 15 ist eine Nord-Süd-Hauptstrecke mit einer Gesamtlänge von etwa 41 km und 30 Stationen. Die Linie verbindet Kernbereiche wie das Qianjiang New City und das Qianjiang Century City, reicht im Süden bis zur Altstadt von Xiaoshan und im Norden bis nach Chongxian in Linping. Nach der Fertigstellung des Projekts wird die räumliche Distanz zwischen Nord und Süd in Hangzhou direkt verkürzt und ein „30-Minuten-Pendlerkreis“ geschaffen, was für die Stadtentwicklung der nördlichen und südlichen Flügel Hangzhous von großer Bedeutung ist.
