Das US-amerikanische Energietechnologieunternehmen Ampera hat die Produktion des ersten vollständig 3D-gedruckten Kernreaktormoduls in Originalgröße abgeschlossen. Das Modul wurde am 1. Juli im Innovationszentrum in Palm Beach Gardens, Florida, offiziell vorgestellt. Über hundert lokale Amtsträger, Unternehmensvertreter und Mitarbeiter nahmen an der Veranstaltung teil.
Das hergestellte 3D-gedruckte Kernreaktormodul integriert den Reaktorkern und den Druckbehälter und wurde als Ganzes aus Siliziumkarbid gefertigt. Der Reaktorkern hat eine kugelförmige, integrale Rotationskörperstruktur, die mittels 3D-Drucktechnologie hergestellt wurde. Die konstruierte Lebensdauer beträgt bis zu 30 Jahre, ohne dass ein Brennstoffwechsel erforderlich ist. Brian Matthews, Gründer und CEO von Ampera, erklärte: „Dieser neuartige Reaktorkern und Druckbehälter legt den Grundstein für die fabrikmäßige, skalierbare Produktion von Kernenergie. Fortschrittliche Technologien und additive Fertigungsverfahren bieten einen klaren Weg für neue Kerntechnologien, schneller in den kommerziellen Markt zu gelangen.“
Das System wird TRISO-Thorium-Brennstoff verwenden. Sein unterkritisches Design bietet inhärente Sicherheit – der Reaktor kann keine selbsterhaltende Kettenreaktion aufrechterhalten, sondern ist auf einen externen Neutronengenerator angewiesen. Durch das Abschalten des Generators kann die Reaktion sofort gestoppt werden, wodurch das Risiko einer Kernschmelze grundsätzlich ausgeschlossen wird. Ein einzelnes Modul soll voraussichtlich bis zu 30 Megawatt Strom liefern; später sind Konfigurationen mit größerer Leistung geplant.
Zu den Zielmärkten von Ampera gehören KI-Rechenzentren, der Verteidigungssektor, die Industrie und der Schifffahrtsbereich. Im Juni dieses Jahres gab das Unternehmen die Gründung einer Tochtergesellschaft in Australien bekannt, um die Thorium-Ressourcenversorgung zu sichern. Im Februar reichte Ampera Vorantragsunterlagen bei der US-amerikanischen Nuklearaufsichtsbehörde (NRC) ein, um das Genehmigungsverfahren für seinen werksgefertigten, containerisierten Mikroreaktor einzuleiten. Das Modul soll nach dem kürzlich von der NRC verabschiedeten technologieneutralen Regulierungsrahmen 10 CFR Part 53 lizenziert werden.
