Private Energieunternehmen bestimmen die nächste Phase der globalen Schieferentwicklung, indem sie aktiv internationale Märkte erschließen, während börsennotierte US-Unternehmen sich auf ihre heimischen Kerngebiete und Kapitaldisziplin konzentrieren. Dieser Trend wiederholt das Muster aus den Anfängen der US-Schieferrevolution, als unabhängige Explorationsunternehmen als erste Risiken eingingen und die Technologie validierten.
Die Energieberatungsfirma Wood Mackenzie prognostiziert, dass die Schieferproduktion außerhalb der USA bis 2030 möglicherweise 5 bis 6 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag erreichen könnte, was nahe an der derzeitigen Produktion von 6,6 Millionen Barrel pro Tag im Kerngebiet des Permian-Beckens in den USA liegt. Private Betreiber zeigen auf dem internationalen Markt eine stärkere Pionierbereitschaft, wie beispielsweise Continental Resources, das Schieferressourcen in der Türkei und Argentinien entwickelt, oder Formentera Partners, das im Beetaloo-Becken im Norden Australiens Positionen aufbaut.
Doug Lawler, CEO von Continental Resources, sagte auf der CERAWeek-Konferenz in Houston: „Wir sind der Meinung, dass die Erfahrungen aus der US-Schieferentwicklung direkt auf die Schieferentwicklung in Argentinien übertragen werden können, und wir glauben, dass dies nicht nur für Argentinien, sondern auch global ein äußerst wertvolles Angebot darstellt.“ Er hatte zuvor darauf hingewiesen, dass das Schieferpotenzial Argentiniens dem des Permian-Beckens ähneln könnte.
Die Reife der US-Schiefertechnologie bedeutet, dass die internationale Expansion hauptsächlich Wissenstransfer erfordert. Golfstaaten wie Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits Interesse an der Schieferentwicklung gezeigt. Große private Unternehmen mit Erfahrung und Ressourcen führen diese Bewegung an. So hat beispielsweise Quantum Capital Group bereits Gespräche mit mehreren nationalen Ölgesellschaften über Kooperationen bei der Schieferentwicklung im Ausland geführt.
Im Gegensatz dazu sind börsennotierte US-Schieferproduzenten bei internationalen Expansionen vorsichtiger und betonen die Rendite für Aktionäre und Kapitaldisziplin. Mark Viviano, Managing Partner von Kimmeridge Energy Engagement Partners, sagte: „Internationale Expansion darf keinesfalls die Kapitaldisziplin gefährden, die die Branche mühsam aufgebaut hat.“ Obwohl EOG Resources Kooperationsvereinbarungen mit der Abu Dhabi National Oil Company und Bapco Energies in Bahrain unterzeichnet hat, bleiben die meisten Unternehmensführer zurückhaltend, bis die Wirtschaftlichkeit die Kosten eindeutig rechtfertigt.
Clay Gaspar, CEO von Devon Energy, antwortete auf einer Analystenkonferenz auf die Frage nach internationaler Expansion: „Wir sind offensichtlich daran interessiert, das Potenzial zu verstehen. Aber ich sage Ihnen, das sind langfristige Investitionen, die langfristige Beziehungsarbeit erfordern, und wir müssen sie im Laufe der Zeit bewerten.“ Die weltweite Schieferentwicklungswelle wird von Privatunternehmen vorangetrieben, während börsennotierte Unternehmen eher abwartend agieren.









