Finnisches Unternehmen IQM reicht F-4-Registrierungserklärung für Nasdaq-Börsengang ein und wird erstes börsennotiertes europäisches Quantencomputer-Unternehmen
2026-05-15 11:08
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de.wedoany.com-Bericht: Das finnische Quantencomputer-Unternehmen IQM Finland Oy hat am 14. Mai offiziell die F-4-Registrierungserklärung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht und treibt damit den Fusions- und Börsengangsplan mit der Special Purpose Acquisition Company Real Asset Acquisition Corp. voran. Bei erfolgreichem Abschluss der Transaktion wird IQM an der Nasdaq Global Exchange notiert und ist damit das erste europäische Quantencomputer-Unternehmen, das an einer US-Börse öffentlich gehandelt wird. Gleichzeitig erfolgt eine Zweitnotierung an der Nasdaq Helsinki, wobei das Börsenkürzel einheitlich „IQMX" lautet.

Diese Fusionstransaktion wurde erstmals am 23. Februar 2026 bekannt gegeben, mit einer Pre-Money-Bewertung des Eigenkapitals von rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Nach Abschluss der Transaktion wird die Liquiditätsposition des Unternehmens voraussichtlich über 450 Millionen US-Dollar betragen. Das derzeitige Management und die Gründer von IQM werden das Unternehmen weiterhin operativ führen. Wie zuvor bekannt gegeben, stellten von BlackRock verwaltete Fonds und Konten IQM im März 2026 eine Finanzierungszusage über 50 Millionen Euro zur Verfügung, was den IPO-Prozess finanziell ergänzte.

Das Quantencomputing befindet sich derzeit in einem entscheidenden Zeitfenster des Übergangs von verrauschten Quantensystemen mittlerer Größe (NISQ) hin zum fehlertoleranten Quantencomputing. IQM wurde 2018 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Espoo, Finnland, und verfolgt als technologischen Kernansatz das supraleitende Full-Stack-Quantencomputing. Das Unternehmen verfügt über vertikal integrierte Fähigkeiten, die das Chip-Design und die -Fertigung, Quantenprozessoren, kryogene Steuerungssysteme und Quantensoftware umfassen. Der ungeprüfte Umsatz des Unternehmens belief sich 2025 auf mindestens 35 Millionen US-Dollar. Bis Ende des Jahres wurden kumuliert 21 Quantensysteme an 13 Kunden verkauft, der jährliche Auftragsbestand überschritt die Marke von 100 Millionen US-Dollar. Große europäische Beschaffungsverträge für Quantencomputer, etwa mit dem französischen Unternehmen Atos und dem deutschen Leibniz-Rechenzentrum, belaufen sich zusammen auf mehrere zehn Millionen Euro.

Im Bereich der technologischen Produktlinien brachte IQM bereits im November 2025 die neue Quantencomputer-Produktlinie „Halocene" auf den Markt, die auf die Forschung und Entwicklung im Bereich Fehlerkorrektur ausgerichtet ist. Das erste Modell ist ein supraleitendes System mit 150 Qubits, dessen Auslieferung für Ende 2026 erwartet wird und das schrittweise auf 1000 Qubits aufgerüstet werden soll. Im selben Jahr erhielt IQM den Zuschlag für ein Projekt des finnischen VTT Technical Research Centre und wird zwischen 2026 und 2027 zwei Quantencomputer mit 150 bzw. 300 Qubits liefern, wobei das 300-Qubit-System durch die Zusammenschaltung zweier 150-Qubit-Prozessoren angetrieben wird. Im Oktober 2024 unterzeichnete das deutsche europäische Hochleistungsrechenprojekt EuroHPC einen Beschaffungsvertrag mit IQM und plant die Bereitstellung von zwei Systemen mit 54 und 150 Qubits am Leibniz-Rechenzentrum. Im März 2026 führte IQM gemeinsam mit dem Unternehmen Quanscient auf seinem 54-Qubit-Prozessor „Emerald" erstmals eine quantenbasierte Lattice-Boltzmann-Simulation eines dreidimensionalen Konvektions-Diffusions-Prozesses durch und validierte damit die technische Machbarkeit supraleitender Quantenchips für strömungsmechanische Simulationen.

Der jüngste Durchbruch auf der Ebene der Auslesemessung von Quanteninformationen stammt ebenfalls von einem Kooperationsteam von IQM. Am 14. Mai 2026 gab ein gemeinsames Forscherteam der finnischen Aalto-Universität, IQM und VTT bekannt, erstmals ein Energiesignal von unter einem Zeptojoule gemessen zu haben. Der gemessene Wert betrug 0,83 Zeptojoule und stellt einen neuen Rekord in der direkten thermischen Messempfindlichkeit des Menschen dar. Dies liefert eine zentrale technologische Grundlage für das Auslesen von Qubit-Zuständen sowie die Detektion Dunkler Materie.

Mit dem Börsengang an der Nasdaq über den SPAC-Weg verfolgt IQM drei strategische Ziele: Erstens erfordern die Massenproduktionslinie für supraleitende Quantenchips und die nächste Generation von 1000-Qubit-Fehlerkorrektursystemen enorme Kapitalinvestitionen; die Liquiditätsposition von 450 Millionen US-Dollar bietet einen finanziellen Puffer für Forschung und Entwicklung von über drei Jahren. Zweitens will IQM als erstes europäisches Quantencomputer-Unternehmen, das an einer US-Börse notiert ist, eine beobachtbare Bewertungsbenchmark besetzen und eine erste öffentliche Preisverankerung für den europäischen Quantenhardware-Sektor schaffen. Drittens ist die Risikotoleranz und die Bewertungsmultiplikatoren institutioneller US-Investoren für Spitzentechnologien höher als auf dem europäischen Heimatmarkt; die Nasdaq-Plattform wird IQM direkt näher an den globalen Pool quantitativen Anlagekapitals heranführen.

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