de.wedoany.com-Bericht: Ein finnisches Batterie-Startup namens Donut Lab behauptete, eine „Wunder“-Feststoffbatterie entwickelt zu haben. Eine unabhängige Untersuchung zeigt jedoch, dass es sich bei dem Produkt tatsächlich um eine neu verpackte Lithium-Ionen-Batterie handelt. Ryan Inis Hughes, Moderator des YouTube-Kanals Ziroth, untersuchte das Unternehmen gemeinsam mit über 20 unabhängigen Batterieexperten und stellte fest, dass die veröffentlichten Daten schwerwiegende Unwahrheiten enthielten. Der Vorfall hat bereits Ermittlungen der finnischen Behörden ausgelöst und wird von einigen Medien als „Theranos“-Ereignis der Batteriebranche bezeichnet.

Auf der Internationalen Consumer Electronics Show 2026 behauptete Donut Lab-CEO Marko Lehtimäki, dass seine Feststoffbatterie eine Energiedichte von 400 Wh/kg habe, 100.000 Zyklen überstehe, in nur 5 Minuten aufgeladen werden könne und bereits in Serienfahrzeugen ausgeliefert werde. Die Bewertung des Unternehmens stieg zeitweise auf 1,25 Milliarden US-Dollar, und es sammelte rund 25 Millionen US-Dollar von Tausenden von Kleinanlegern ein. Allerdings zeigten sich bereits vor der Prüfung durch unabhängige Experten Lücken in seinen technologischen Behauptungen. Ein ehemaliger Chief Operating Officer von Nordic Nano Group, der als Whistleblower eines Kooperationsunternehmens auftrat, wies darauf hin, dass die auf der CES veröffentlichten Batteriespezifikationen nicht korrekt seien.
Ein Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts, der mit dem Technologieanbieter des Startups, CT Coatings, gesprochen hatte, erklärte, dass die Mitarbeiter des Unternehmens „überhaupt nicht wüssten, wie eine Batterie tatsächlich funktioniert“. Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Zusammenarbeit mit einem Motorradunternehmen lediglich in der Entwicklungs- und Testphase steckte und Donut Lab die Batterie entgegen seiner Behauptungen nicht in die ersten Serienmotorräder eingebaut hatte.
Mehrere wissenschaftliche Analysen bestätigten, dass die von Donut Lab zur Prüfung eingereichten Zellen tatsächlich Lithium-Ionen-Batterien mit hohem Nickelgehalt (NCM-Chemie) waren. Zu den wichtigsten Beweisen gehören: Die Spannungskurve stimmt exakt mit der von Lithium-Ionen-Batterien überein; der „Knick“ in der physikalischen Ausdehnungskurve der Batterie bei einem Ladezustand von etwa 50 % bis 70 % ist identisch mit dem von Lithium-Ionen-Batterien. Darüber hinaus beträgt die gemessene Energiedichte nur 298 Wh/kg, weit unter den angegebenen 400 Wh/kg.

Der Vorfall hat bereits dazu geführt, dass über 1.300 Kleinanleger potenzielle Verluste erleiden. Berichten zufolge leiten die finnische Finanzaufsichtsbehörde und die Strafverfolgungsbehörden Ermittlungen zu dem Fall ein.
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