Chinesische Studie: Pilze steigern Kohlenstoffbindungseffizienz von Biokohle-Kompost in nährstoffarmen Stadtböden um das 14,4-Fache
2026-06-12 11:36
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Eine neue Studie hat ergeben, dass die Sanierungswirkung von Stadtböden eng mit dem Gleichgewicht von Pilzen und Bakterien im Boden zusammenhängt. Die Kohlenstoffspeicherung durch die Anwendung von Biokohle und Kompost in nährstoffarmen Böden kann bis zu 14,4-mal höher sein als in nährstoffreichen Böden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Biochar veröffentlicht.

Pilze verstärken die Wirkung von Biokohle und Kompost auf die Kohlenstoffakkumulation in nährstoffarmen Stadtböden

Das Forschungsteam führte Feldversuche auf drei repräsentativen städtischen Grünflächen in Peking, China, durch: Campusgrünflächen, Parkanlagen und Wohngebietsgrünflächen. Diese Standorte wiesen unterschiedliche anfängliche Bodenfruchtbarkeiten auf, sodass das Team die unterschiedlichen Effekte von Biokohle, Kompost oder deren Kombination unter verschiedenen städtischen Bodenbedingungen testen konnte.

In nährstoffarmen Grünflächenböden war die Steigerung der Kohlenstoff- und Stickstoffspeicherung durch Biokohle und Kompost am signifikantesten – die Verbesserungswirkung war 14,4-mal höher als in nährstoffreichen Böden. An den nährstoffarmen Standorten förderten die Bodenverbesserungsmittel den Pilzreichtum, stärkten die Vernetzung und Stabilität des Pilznetzwerks und erhöhten das Verhältnis von Pilz- zu Bakterienreichtum. Diese pilzgesteuerten Veränderungen standen in engem Zusammenhang mit einer höheren Kohlenstoff- und Stickstoffakkumulation im Boden.

„Unsere Studie zeigt, dass die Sanierung von Stadtböden nicht nur eine Frage der Zugabe von mehr organischem Material ist“, sagte die korrespondierende Autorin Dr. Gao Qun. „Der ursprüngliche Nährstoffzustand des Bodens zusammen mit der mikrobiellen Gemeinschaft kann darüber entscheiden, ob Biokohle und Kompost helfen, Kohlenstoff zu speichern oder ob der Kohlenstoff schnell verbraucht wird.“

In nährstoffreichen Grünflächenböden stellte das Forschungsteam ein völlig anderes Muster fest. Biokohle und Kompost brachten nicht denselben Nutzen für die Kohlenstoffakkumulation. Im Gegenteil: Die Behandlungen verringerten die Pilzdiversität, schwächten die Stabilität des Pilznetzwerks und förderten gleichzeitig das schnelle Wachstum von Bakterien. Diese Verschiebung könnte den Kohlenstoffverbrauch beschleunigt und die Stabilität des Bodenkohlenstoffpools beeinträchtigt haben. An einem nährstoffreichen Standort führte die kombinierte Anwendung von Biokohle und Kompost sogar zu einer Verringerung des Gesamtkohlenstoffs und Gesamtstickstoffs.

Diese Erkenntnisse stellen die Annahme in Frage, dass „fruchtbarere Böden besser auf zusätzliche Ressourcen reagieren“. Stattdessen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass nährstoffarme Stadtböden die größten Möglichkeiten für Kohlenstoffgewinne bieten könnten, da sie mehr Raum für die Akkumulation und Stabilisierung neuer organischer Substanz haben. In solchen Böden scheinen Pilze eine Schlüsselrolle zu spielen, indem sie die Kohlenstoffbindung unterstützen und die Fruchtbarkeit wiederherstellen.

„Pilze sind nicht nur passive Mitglieder der Bodengemeinschaft“, sagte die korrespondierende Autorin Dr. Han Ling. „Sie können als wichtige ökologische Ingenieure fungieren, die nährstoffarmen Stadtböden helfen, nach der Sanierung Kohlenstoff zu binden und die Fruchtbarkeit wiederherzustellen.“

Die Studie hat praktische Bedeutung für Stadtverwalter, Landschaftsplaner und politische Entscheidungsträger. Biokohle und Kompost werden zunehmend zur Verwertung organischer Abfälle, zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Unterstützung einer klimafreundlichen Stadtverwaltung eingesetzt. Die neue Studie zeigt, dass diese Bodenverbesserungsmittel strategisch und nicht gleichmäßig ausgebracht werden sollten. Die Priorisierung von Biokohle- und Kompostmaßnahmen auf nährstoffarmen Grünflächen kann die ökologischen Vorteile maximieren, die Bodenfruchtbarkeit verbessern und die städtische Kohlenstoffspeicherung erhöhen. Im Gegensatz dazu könnte bei nährstoffreichen Grünflächen eine sorgfältigere Bewertung erforderlich sein, da zusätzliche organische Einträge die mikrobielle Aktivität eher in Richtung eines schnelleren Kohlenstoffumsatzes als einer langfristigen Speicherung lenken könnten.

Mit der Ausdehnung der Städte weltweit wird die Verbesserung der Gesundheit von Stadtböden für die Klimaresilienz, die Biodiversität und das öffentliche Wohlbefinden zunehmend wichtiger. Diese Studie unterstreicht, dass die kleinsten Lebewesen im Boden möglicherweise mitentscheiden, welches Schicksal der Kohlenstoff erleidet.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.

E-Mail: news@wedoany.com