de.wedoany.com-Bericht: Das israelische Startup BaroMar entwickelt eine langfristige Speicherlösung für erneuerbare Energien auf Basis von Druckluft und starren Tanks auf dem Meeresboden. Die Technologie nutzt den natürlichen Wasserdruck zur Energiespeicherung und hat nun ein Demonstrationsprojekt in Zypern gestartet.

Mit dem zunehmenden Ausbau von Solar- und Windenergie wächst der Bedarf an Systemen, die Strom über mehrere Stunden speichern können. Unternehmen und Forschungseinrichtungen suchen nach Alternativen, um überschüssigen Strom bei Überproduktion zu speichern und bei geringer Erzeugung ins Netz zurückzuspeisen. Die von BaroMar entwickelte Lösung gehört zur Druckluftspeichertechnologie (CAES), unterscheidet sich jedoch dadurch, dass die Tanks auf dem Meeresboden installiert werden und der natürliche Wasserdruck den Luftdruck im Tank ausgleicht.
Das Unternehmen hat sein erstes Konfigurationsprojekt PROTEAS genannt, das eine Speicherkapazität von 3 MWh und eine Entladedauer von 10 Stunden haben soll. Eine frühere Erklärung des Beratungsunternehmens Jacobs erwähnte jedoch ein Pilotprojekt mit 4 MWh vor der Küste Zyperns. Im Dezember 2024 gaben BaroMar und das Cyprus Institute eine Zusammenarbeit bekannt, um die Technologie in der PROTEAS-Anlage in Zypern zu installieren und zu testen. Die Tanks sollen in etwa 100 Metern Tiefe versenkt werden.
Das Funktionsprinzip des Systems: Bei Stromüberschuss im Netz wird die Energie genutzt, um Luft zu komprimieren und über Rohrleitungen in die Tanks auf dem Meeresboden zu leiten. Steigt die Nachfrage, gelangt die Luft zurück an die Oberfläche und treibt dort Generatoren an. Dabei hilft der natürliche Wasserdruck, den Luftdruck im Tank auszugleichen, wodurch die strukturellen Anforderungen an den Tank reduziert werden. Während des Speicherzyklus ist der Tank zunächst mit Meerwasser gefüllt; die Druckluft verdrängt das Wasser und bleibt unter dem Umgebungsdruck komprimiert. Bei der Energieentnahme strömt Wasser zurück in den Tank und drückt die Luft zurück in die Rohrleitung, wo sie über ein Wärmerückgewinnungssystem und eine Expansionsvorrichtung einen Generator antreibt.
BaroMar setzt auf starre Tanks aus Beton und Stahl, die mit steingefüllten Käfigen beschwert werden, um die Stabilität zu gewährleisten. Die Technologie kann in Tiefen von 200 bis 700 Metern unter dem Meeresspiegel betrieben werden – je größer die Tiefe, desto höher der Wasserdruck. Das zypriotische Projekt beginnt jedoch mit einer flacheren Konfiguration: Die Tanks werden in etwa 100 Metern Tiefe platziert und über flexible Luftzufuhrleitungen mit der Infrastruktur an Land verbunden. Laut Jacobs soll das Pilotprojekt einen Wirkungsgrad von bis zu 70 % im gesamten Kreislauf aus Kompression, Speicherung und Stromerzeugung erreichen.
Die Technologie befindet sich noch in der Demonstrationsphase. Die Entwicklung erfordert Untersuchungen der Meeresbodenbedingungen, der Wassertiefe, des Bodenverhaltens sowie der Genehmigungsanforderungen. Zudem müssen technische Risiken wie Korrosion, Salzgehalt, Meeresströmungen und Biofouling bewertet werden. Das Cyprus Institute erklärte, dass das Projekt ein Wärmerückgewinnungs- und Speichersystem integrieren wird, um die Kreislaufeffizienz zu steigern. Nach öffentlich überprüfbaren Informationen gibt es derzeit keine verlässliche Bestätigung, dass das System bereits kommerziell betrieben wird. Sollten die Tests die von Unternehmen und Technologiepartnern veröffentlichten Parameter bestätigen, könnte die Druckluftbatterie auf dem Meeresboden als eine Alternative unter den Langzeitspeicherlösungen bewertet werden.
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