de.wedoany.com-Bericht: Die Sojaernte in Uruguay für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 befindet sich in der Endphase. Trotz Dürre überraschten die Erträge mit einem Anstieg, sodass die Gesamternte besser ausfiel als erwartet. Joaquín Basso, Getreidegeschäftsleiter bei Cargill Uruguay, gab an, dass der Erntefortschritt bei etwa 95 bis 98 Prozent liege. Die derzeitige Produktion betrage rund 1,9 Millionen Tonnen und könnte noch etwas höher ausfallen; eine Menge von 2 Millionen Tonnen wäre eine Überraschung.

Basso wies darauf hin, dass die diesjährige Produktion aufgrund der Dürre im Vergleich zum Vorjahr (3,8 Millionen Tonnen) deutlich zurückgegangen sei, aber in der schlimmsten Phase der Trockenheit besser ausgefallen sei als ursprünglich erwartet. Bis Ende Juni habe Uruguay bereits rund 850.000 bis 900.000 Tonnen Soja verschifft. Die verbleibenden rund 600.000 Tonnen (abzüglich Inlandsverbrauch und Saatgut für die nächste Saison) würden zwischen Juli, August und September ausgeführt werden. Das Exporttempo hänge weitgehend von der Verkaufsbereitschaft der Erzeuger ab. Bei schnelleren Verkäufen würden die Verschiffungen im Juli und August entsprechend steigen; andernfalls würden sie auf August oder September verschoben. Basso erwarte ab August eine lebhaftere Ausfuhr.
Hinsichtlich der Marktpreise notiere die lokale Soja derzeit bei 380 bis 385 US-Dollar pro Tonne, weit unter dem im Mai erreichten Niveau von 415 US-Dollar pro Tonne. Der Rückgang vom Höchststand betrage fast 120 Punkte. Basso führte diese Korrektur auf die Schließung von Long-Positionen durch Investmentfonds zurück – diese Fonds hätten seit dem Nahostkonflikt große Long-Positionen gehalten und begännen nun, ihre Bestände abzubauen, da Signale auf eine mögliche Beilegung des Konflikts hindeuteten. Zuerst sei Weizen stark gefallen, anschließend hätten Soja und Raps jeweils um 20 bis 30 US-Dollar nachgegeben.
Mit Blick auf die Zukunft nannte Basso das El-Niño-Phänomen als unterstützenden Faktor. Prognosen deuteten auf ein starkes El-Niño-Ereignis in diesem Jahr hin, das in der Regel ungünstige Bedingungen für die wichtigsten Anbauregionen der Südhalbkugel mit sich bringe. Der Markt habe die Auswirkungen eines theoretisch starken El-Niño-Jahres noch nicht vollständig eingepreist, dies bleibe abzuwarten.
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