de.wedoany.com-Bericht: Der norwegische unabhängige Stromproduzent (IPP) Scatec hat bekannt gegeben, dass das Finanzierungs-Closing für sein 120-Megawatt-Solar-PV-Projekt Sidi Bouzid II in Tunesien erreicht wurde. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Aeolus SAS, einer Tochtergesellschaft der Toyota Tsusho Group, entwickelt, wobei beide Parteien jeweils 50 % der Eigentumsanteile halten. Das Kraftwerk befindet sich derzeit in der Bauphase und soll im zweiten Halbjahr 2027 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Die gesamten Kapitalausgaben für das Projekt werden auf 96 Millionen Euro (ca. 110 Millionen US-Dollar) geschätzt. Die Finanzierung erfolgt durch eine Kombination aus nicht rückgriffsberechtigten Schulden und Eigenkapital, mit einer Verschuldungsquote von etwa 70 %. Zu den Finanzierungspartnern gehören die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Europäische Investitionsbank (EIB). Darüber hinaus wurden Zuschussmittel aus dem Nachbarschaftsinvestitionsprogramm der EU (NIP) sowie Garantieunterstützung aus dem Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung+ (EFSD+) bereitgestellt.
Terje Pilskog, CEO von Scatec, erklärte, dass Sidi Bouzid II das dritte Projekt sei, das das Unternehmen in Tunesien in Bau genommen habe. Es festige die Zusammenarbeit mit Aeolus und stärke die Position des Unternehmens auf dem tunesischen Markt. Das Land verfüge über eine solide Basis erneuerbarer Energien mit enormem Wachstumspotenzial. Dieses Projekt zeige die Fähigkeit des Unternehmens, sein Geschäft durch wiederholbare Ausschreibungsmöglichkeiten auszubauen, was auf die starke Partnerschaft mit Aeolus und das asset-leichte Ausführungsmodell zurückzuführen sei.
Scatec wird für das Projekt die Bereiche Engineering, Beschaffung und Bau (EPC), Asset Management sowie Betrieb und Wartung (O&M) übernehmen. Der Umfang des EPC-Vertrags macht etwa 75 % der gesamten Kapitalausgaben des Projekts aus. Für das Projekt wurde mit dem tunesischen Staatsversorger Société Tunisienne de l’Électricité et du Gaz (STEG) ein 25-jähriger Stromabnahmevertrag (PPA) unterzeichnet.
Tunesien ist derzeit stark von der Stromerzeugung aus Erdgas abhängig; etwa 95 % des Stroms stammen aus Erdgas, und über 60 % der Erdgasversorgung sind auf Importe angewiesen. Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 35 % seines Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, um die Stromerzeugungskosten zu senken und die Energieunabhängigkeit zu erhöhen. Das zuvor errichtete 60-Megawatt-Solarkraftwerk Sidi Bouzid I wurde im März 2026 in den kommerziellen Betrieb genommen.
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