Finnlands IQM geht an der Nasdaq an die Börse – erstes europäisches Quantenunternehmen in den USA
2026-07-04 10:32
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de.wedoany.com-Bericht: Das europäische Quantencomputing-Unternehmen IQM wurde am 2. Juli am Nasdaq Global Select Market unter dem Tickersymbol „IQMX“ gelistet und ist damit das erste europäische Quantenunternehmen, das an einer großen US-Börse notiert ist. Das Unternehmen ging nicht über einen traditionellen Börsengang (IPO) an die Börse, sondern durch eine Fusion mit einer US-amerikanischen Mantelgesellschaft. Nach Abschluss der Transaktion beliefen sich die Pro-forma-Barmittel auf 337 Millionen Euro.

IQM wird zum ersten europäischen Quantenunternehmen, das an einer großen US-Börse notiert ist

IQM gab an, weltweit 23 Full-Stack-Quantencomputer verkauft zu haben – mehr als jeder Wettbewerber. Zu den Käufern zählen das italienische CINECA, das deutsche Leibniz-Rechenzentrum (Leibniz Supercomputing Centre) sowie das Oak Ridge National Laboratory des US-Energieministeriums. Bemerkenswerter ist, dass IQM nicht wie andere europäische Deep-Tech-Unternehmen in die USA umgezogen ist, um sich dort neu zu registrieren, sondern am Standort festhielt. Das 2018 als Ausgründung der Aalto-Universität (Aalto University) gegründete Unternehmen beschäftigt noch immer zwei Drittel seiner 420 Mitarbeiter in Espoo bei Helsinki und unterhält einen großen Standort in München. Am Tag nach dem Börsengang in New York wurde IQM auch an der Nasdaq Helsinki gelistet, sodass der Staatsfonds Tesi und lokale Pensionskassen weiterhin im Aktionärskreis verbleiben konnten. BlackRock beteiligte sich ebenfalls vor dem Börsengang. Tom Henriksson vom Frühphaseninvestor OpenOcean erklärte, dies beweise, dass europäische Unternehmen „ohne Verlagerung ihrer Kernforschung und -ambitionen“ Zugang zu großem US-Kapital erhalten könnten.

IQM meldete für 2025 einen Umsatz von 31 Millionen Euro und einen Auftragsbestand von über 67 Millionen Euro – seltene harte Daten im Quantenbereich. Zum Vergleich: Das von Honeywell unterstützte Quantinuum strebt trotz geringer Umsätze einen traditionellen Börsengang mit einer Bewertung von bis zu 20 Milliarden US-Dollar an, während die in den USA notierten Unternehmen IonQ und Rigetti weiterhin Verluste schreiben. Vorstandsvorsitzender Sierk Poetting bezeichnete den Börsengang als „keine Richtungsänderung, sondern eine Beschleunigung“. CEO Jan Goetz sieht darin einen Wendepunkt und meint, „die Organisation bewegt sich von der Erkundung zur Umsetzung“.

Die Marktreaktion fiel weniger eindeutig aus. Die Aktie von IQM notierte am ersten Tag die meiste Zeit unter dem Ausgabepreis. TechCrunch führte die verhaltene Reaktion auf eine auffällige Aussage im Prospekt des Unternehmens zurück: „Eine großflächige kommerzielle Dynamik der Quantencomputing-Technologie könnte sich möglicherweise nie einstellen.“ Derzeit sind Quantenmaschinen in engen Simulations- und Optimierungsaufgaben nützlich, doch der „Quantenvorteil“, der die Arzneimittelforschung, das Finanzwesen und die Kryptografie revolutionieren soll, hat keinen festen Zeitplan. Der französische Wettbewerber Pasqal bereitet ebenfalls seinen eigenen Börsengang vor. IQM hat nun eine Flagge gesetzt: Ein europäisches Deep-Tech-Flaggschiff kann an der New Yorker Börse notieren, bleibt aber in Helsinki verwurzelt. Ob US-Investoren es weiterhin unterstützen werden, ist die nächste Bewährungsprobe.

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