de.wedoany.com-Bericht: Die japanische Regierung wird 150 Milliarden Yen (etwa 922 Millionen US-Dollar) in das Joint Venture von Rakuten Mobile und dem Satellitenkommunikationsunternehmen AST SpaceMobile investieren. Das Projekt für Satellitenkommunikation in niedrigen Erdumlaufbahnen (LEO) zielt darauf ab, die heimische Satellitenkommunikations-Infrastruktur zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern wie Starlink zu verringern.
Die Mittel werden über das japanische LEO-Satellitenkommunikationsprojekt (J-LEO) in den nächsten drei Jahren in mehreren Tranchen bereitgestellt. Das japanische Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation hatte zuvor Haushaltsmittel erhalten und das Ausschreibungsverfahren im Juni dieses Jahres abgeschlossen.
Diese Investition unterstreicht Japans nationale Strategie, den Aufbau autonomer und kontrollierbarer Satellitenfähigkeiten zu beschleunigen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach belastbaren Direkt-zu-Gerät-Satellitendiensten (D2D) und Satellitenbreitbanddiensten beschleunigen Länder weltweit die Lokalisierung ihrer Kommunikationsinfrastruktur.
Japan ist bereits einer der fortschrittlichsten Märkte für Direkt-zu-Gerät-Satellitendienste (D2D) weltweit. Die wichtigsten Telekommunikationsbetreiber des Landes, KDDI, NTT DOCOMO und SoftBank, bieten derzeit Satellitendienste über Starlink an. Allein KDDI meldete im ersten Jahr nach der Einführung des Dienstes 4 Millionen Nutzer.
Die wachsende Besorgnis über die übermäßige Abhängigkeit von Starlink im asiatisch-pazifischen Raum veranlasst jedoch Regierungen, ihre Satellitenkommunikationsstrategien zu überdenken.
In Taiwan wird weiterhin kontrovers diskutiert, ob Starlink eingeführt werden soll. Politiker äußern Bedenken hinsichtlich der geschäftlichen Beziehungen von SpaceX-CEO Elon Musk in China, da Tesla in China umfangreiche Marktaktivitäten und Produktionsstätten unterhält.
Die derzeitigen Vorschriften begrenzen den Anteil ausländischer Beteiligung an taiwanesischen Telekommunikationsdienstanbietern auf 49 %, was den Markteintritt von Starlink faktisch verhindert. Einige Gesetzgeber schlagen eine Lockerung der Obergrenze vor, um den Ausbau der Satellitenverbindungen zu beschleunigen.
Die Regulierungsbehörden sind jedoch zurückhaltend. Chen Chung-shu, amtierender Direktor der Nationalen Kommunikationskommission Taiwans (NCC), erklärte, Taiwan müsse eine lokale Gateway-Infrastruktur (ähnlich dem japanischen Modell) aufbauen, um die Aufsicht über Satellitendienste zu gewährleisten. Er warnte auch, dass die Fähigkeit von Starlink der zweiten Generation zur multimedialen Intersatellitenverbindung die regulatorische Kontrolle und Souveränität des Landes weiter herausfordern könnte.
Auch Australien äußert Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von ausländischen Satellitenbetreibern. Das Land ist einer der frühesten internationalen Breitbandmärkte für Starlink und hat derzeit etwa 200.000 Nutzer. Das australische Innenministerium wies jedoch kürzlich auf „Verfügbarkeitsrisiken aufgrund des Offshore-Charakters von Starlink“ hin.
Die australische Signalsdirektion äußerte ähnliche Bedenken und warnte, dass der wachsende Einfluss privater Satellitenunternehmen die nationale Regulierungsfähigkeit übersteigen und Souveränitäts- und nationale Sicherheitsrisiken mit sich bringen könnte.
Trotz dieser Bedenken erweitern australische Regierungsbehörden weiterhin ihre Nutzung von Starlink. Die Bundesregierung hat Starlink über 12 Verträge mit einem Gesamtwert von 7,2 Millionen australischen Dollar (etwa 4,9 Millionen US-Dollar) zugesprochen, darunter Vereinbarungen mit dem Verteidigungsministerium und der Wahlkommission. Staatliche und lokale Regierungsbehörden haben zusätzlich Verträge im Wert von 40 Millionen australischen Dollar vergeben.
Derzeit bietet Starlink in den meisten Teilen Ostasiens Betriebsdienste an, wobei China und Nordkorea die wichtigsten Ausnahmen sind.










