de.wedoany.com-Bericht: Der usbekische Minister für Investitionen, Industrie und Handel, Laziz Kudratov, besuchte vom 3. bis 4. Juli 2026 mit einer Delegation mehrere Häfen und eine Freihandelszone in Georgien, um die Machbarkeit einer Beteiligung am Bau des Tiefwasserhafens Anaklia zu prüfen. Dieser Schritt wird als wichtiger Meilenstein Usbekistans zur Optimierung seiner internationalen Logistikstruktur und Steigerung seiner Import- und Exportkapazitäten angesehen und soll die Anbindung der China-Kirgisistan-Usbekistan-Eisenbahnstrecke an das Schwarzmeer-Schifffahrtsnetz weiter stärken.
Der Tiefwasserhafen Anaklia liegt an der Ostküste des Schwarzen Meeres in Georgien und ist das größte geplante Tiefwasserhafenprojekt des Landes, das zu einem wichtigen Knotenpunkt im internationalen Logistiknetzwerk werden soll. Die Delegation besichtigte den Tiefwasserhafen Anaklia, den Hafen Poti, den Hafen Batumi sowie die Freihandelszone Poti und bewertete schwerpunktmäßig die Machbarkeit einer Ausweitung der usbekischen Import- und Exportgeschäfte über den georgischen Transportkorridor.
Im Hafen Poti erörterten beide Seiten den Bau von Lager- und Frachtterminalanlagen, um Sammel- und Umschlagdienste für usbekische Import- und Exportgüter bereitzustellen. Im Hafen Batumi tauschten sie sich über eine Ausweitung der Frachtkooperation auf der Grundlage der Schwarzmeer-Route aus und waren der Ansicht, dass der Hafen Potenzial für eine weitere Steigerung der regionalen Transportkapazität besitzt.
Nach dem Besuch legten beide Seiten die zukünftigen Kooperationsschwerpunkte fest, planten die Ausarbeitung entsprechender Kooperationsabkommen und die Gründung eines Konsortiums unter Beteiligung usbekischer Unternehmen, um gemeinsam die Hafeninvestitionen und Infrastrukturbauprojekte voranzutreiben. Als Binnenland treibt Usbekistan in den letzten Jahren kontinuierlich den Aufbau diversifizierter internationaler Transportkorridore voran, um durch die Erweiterung des grenzüberschreitenden Logistiknetzwerks die Transportkosten zu senken und die Exportwettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Usbekistan ist das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und eine der größten Volkswirtschaften der Region. In den letzten Jahren hat es den Industrialisierungsprozess in Bereichen wie Bergbau, Textilien und Automobilbau kontinuierlich vorangetrieben. Das China-Kirgisistan-Usbekistan-Eisenbahnprojekt wurde im Dezember 2024 offiziell mit dem Bau begonnen und soll bis 2031 vollständig in Betrieb genommen werden. Diese Eisenbahnlinie wird von Zentralasien direkt zu den Schwarzmeerhäfen führen und die Landtransportdistanz von China nach Europa erheblich verkürzen. Sollte Usbekistan letztendlich am Bau des Tiefwasserhafens Anaklia teilnehmen, würde dies nicht nur seine logistischen Fähigkeiten in Richtung Schwarzes Meer verbessern, sondern voraussichtlich auch die koordinierte Entwicklung Zentralasiens und der Kaukasusregion fördern.










