Vereinigte Arabische Emirate planen 1-GW-Rechencluster für KI-Projekt „Stargate“
2026-07-08 11:13
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de.wedoany.com-Bericht: Das Projekt „Stargate UAE“ entwickelt sich zu einem Paradebeispiel für die Neudefinition globaler KI-Infrastruktur. Das von G42, OpenAI, Oracle, Nvidia, Cisco und SoftBank gemeinsam unterstützte Vorhaben ist ein 1-GW-Rechencluster in Abu Dhabi, dessen erste 200 MW voraussichtlich 2026 in Betrieb gehen. Berichten zufolge wird die endgültige Größe des Parks die aktuellen Pläne noch deutlich übertreffen. Für US-Manager ist jedoch ein anderer Vergleich relevanter als die reine Größe: Wie viele unabhängige Schritte müssen nacheinander und nicht parallel abgeschlossen werden, um dieses Ziel zu erreichen?

Der Schlüssel zur schnellen Umsetzung des Projekts liegt nicht allein in einem einzelnen Faktor wie Land, Arbeitskräften oder Kapital, sondern darin, dass Strom, Finanzierung, Genehmigungen und Chip-Lieferungen vor Baubeginn synchron bereitgestellt wurden – ohne den zeitaufwändigen Prozess einzelner Verhandlungen. Das von Mubadala unterstützte Unternehmen G42 und die Investmentfirma MGX stellen Kapital bereit, das direkt in Stromerzeugung und Netzinfrastruktur fließen kann, ohne jahrelange regulatorische Genehmigungen wie bei US-Versorgungsunternehmen. Microsoft hat zugesagt, zwischen 2023 und 2029 15,2 Milliarden US-Dollar in die VAE zu investieren, davon 7,9 Milliarden speziell für den Zeitraum 2026 bis 2029, größtenteils zur Erweiterung der Rechenzentrumskapazitäten des Landes. Im November 2025 genehmigte das US-Handelsministerium G42 und dem saudischen Unternehmen HUMAIN unter bestimmten Bedingungen den Kauf von Produkten, die bis zu 35.000 Nvidia GB300-Systemen entsprechen. Diese Genehmigung beseitigte den letzten großen Engpass. Strom, Kapital und Hardware-Zugang wurden auf derselben Zeitachse bereitgestellt – dank der koordinierten Planung der Regierung und ihrer staatlichen Partner, nicht nur aufgrund eines größeren Angebots eines einzelnen Faktors.

Ähnliche Koordinationsmodelle treten in anderen Regionen mit unterschiedlichen Mechanismen auf. Der zweite Standort von Stargate außerhalb der USA, angekündigt in Narvik, Norwegen, setzt nicht auf Staatskapital zur Beschleunigung neuer Stromerzeugung, sondern nutzt die bereits vorhandene Wasserkraftkapazität der Region. Die erste 230-MW-Phase des Projekts zielt darauf ab, bis Ende 2026 etwa 100.000 Nvidia-Grafikprozessoren (GPUs) zu installieren, mit Plänen für weitere 290 MW. Auch HUMAIN in Saudi-Arabien erhielt ähnliche Chip-Exportgenehmigungen. Obwohl diese Projekte nicht exakt denselben Mechanismus kopieren (eines setzt auf Staatskapital, das andere auf bestehende Überschusskapazitäten), folgen sie alle derselben Reihenfolge: Die Regierung oder staatliche Stellen lösen Strom, Genehmigungen und Hardware-Zugang als Gesamtpaket, bevor der Entwickler mit dem Bau beginnen muss.

Im Gegensatz dazu stehen viele große KI-Projekte in den USA vor jahrelangen Zeitplänen für Netzanbindung und Stromübertragung, ohne die koordinierte Basis, die Stargate UAE von Anfang an hatte. Die jüngste Welle von Netzanbindungsanträgen bei PJM umfasste etwa 220 GW geplanter Stromerzeugungsprojekte, von denen über 55 GW die Warteschlangenprüfung bestanden haben. Der Bau von Übertragungsleitungen und verbindliche Kundenverpflichtungen bleiben jedoch die entscheidenden Engpässe zwischen Prüfungsgenehmigung und Betriebsaufnahme. Diese Lücke erklärt teilweise die Beliebtheit des „Bring-your-own-Power“-Modells in den USA. Hyperscale-Cloud-Anbieter, Gouverneure und die US-amerikanische Federal Energy Regulatory Commission (FERC) treiben verschiedene Varianten derselben Idee voran: Wenn das Netz nicht innerhalb desselben Zeitrahmens Strom liefern kann, müssen Entwickler die einzelnen Elemente selbst zusammenstellen. In Texas erhielt ein Betreiber die Genehmigung für 7,65 GW dedizierte Gasstromerzeugung, anstatt auf den Netzanschluss zu warten. Dies ist nicht das Ergebnis einer koordinierten staatlichen Planung, sondern eine Notwendigkeit, die der Logik des Golf-Modells folgt. Der Unterschied liegt in der Reihenfolge: Stargate UAE löst Strom, Kapital und Chip-Zugang vor Baubeginn, während die meisten US-Projekte noch während des Baus jeden Schritt einzeln verhandeln.

Das Infrastrukturrennen in Abu Dhabi wird zwar als KI-Geschichte verpackt, aber seine zugrundeliegende Logik gilt für jedes kapitalintensive Vorhaben, unabhängig vom Standort des Unternehmens. Regierungen, die Strom, Genehmigungen, Kapital und Hardware-Zugang als koordiniertes Gesamtpaket bereitstellen können (anstatt Entwickler jeden Schritt einzeln verhandeln zu lassen), werden oft zum bevorzugten Standort für große Projekte. Für US-Manager, die über den Standort der nächsten KI-Campus, Halbleiterfabrik oder fortschrittlichen Fertigungsanlage nachdenken, liegt der Vorteil der Golfregion nicht in Wüstenland oder Staatsvermögen selbst, sondern in Menschen mit der Befugnis, alles zu koordinieren – und zwar bevor der Entwickler den ersten Spatenstich setzt. Diese Reihenfolge bleibt anderswo auf der Welt eher die Ausnahme als die Regel.

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