Indisches Start-up Skyroot plant ersten Orbitalstart im Juli
2026-07-08 15:58
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de.wedoany.com-Bericht: Das indische Raumfahrt-Start-up Skyroot Aerospace bereitet seinen ersten Orbitalstart um den 12. Juli herum vor und plant, die Startfrequenz in der Folge auf einen Start pro Monat zu steigern.

Skyroot gab am 2. Juli bekannt, dass seine Vikram-1-Rakete auf der Startrampe des indischen Satish-Dhawan-Weltraumzentrums (Satish Dhawan Space Centre) positioniert wurde. Das Startfenster öffnet sich am 12. Juli und dauert bis zum 4. August.

Vikram-1

Das Unternehmen hat die Mission auf den Namen Aagaman getauft. Es handelt sich in erster Linie um einen Raketentestflug, der gleichzeitig die erste privat entwickelte orbitale Trägerrakete Indiens darstellt. Die Rakete wird mehrere Cubesats sowie Nutzlasten von in- und ausländischen Kunden befördern. Die Zielumlaufbahn liegt bei 450 Kilometern Höhe und einer Neigung von 60 Grad.

Pawan Kumar Chandana, Mitbegründer und CEO von Skyroot, erklärte in einer Stellungnahme, das wichtigste Ziel der Aagaman-Mission sei es, Leistungsdaten jedes Systems der Vikram-1 unter realen Flugbedingungen zu sammeln. Dies werde dem Unternehmen helfen, das Design zu validieren und Informationen für die Entwicklung künftiger Trägerraketen zu liefern, um ein zuverlässiges und hochfrequentes kommerzielles Startprogramm aufzubauen.

Die Vikram-1 ist eine vierstufige Rakete. Die unteren drei Stufen verwenden Feststofftriebwerke, die Oberstufe einen Flüssigtreibstoff. Ihre Nutzlastkapazität für eine niedrige Erdumlaufbahn beträgt 350 Kilogramm. Einige Technologien der Rakete wurden bereits bei der suborbitalen Rakete Vikram-S getestet, die 2022 gestartet wurde.

Mitbegründer und COO Naga Bharath Daka sagte, die Vikram-S habe 2022 die grundlegende Technologieplattform validiert, während die Vikram-1 der bislang größte Schritt sei, um in Indien ein zuverlässiges und hochfrequentes Startprogramm aufzubauen, das Indien und der Welt diene.

Der bevorstehende Start erfolgt, nachdem das Unternehmen im Mai eine Finanzierungsrunde über 60 Millionen US-Dollar abgeschlossen hatte, die zu einer Bewertung von 1,1 Milliarden US-Dollar führte. Skyroot erklärte, die Mittel würden es ermöglichen, die Produktion der Vikram-1 auszuweiten und die größere Rakete Vikram-2 zu entwickeln.

In einer Podiumsdiskussion auf der Spacetide-Konferenz in Tokio am 7. Juli sagte Ashwin Mahavadi, Senior Vice President für Geschäftsentwicklung und Strategie bei Skyroot, das Unternehmen plane in diesem Jahr ein bis zwei weitere Starts der Vikram-1. Das Unternehmen bereite zudem für das erste Quartal 2027 die Einführung der verbesserten Version Vikram-1U mit seitlich angebrachten Boostern vor, deren Nutzlastkapazität für eine niedrige Erdumlaufbahn auf 550 Kilogramm steigen werde.

Mahavadi erklärte, sobald die Vikram-1 einsatzbereit sei, wolle das Unternehmen die Startfrequenz schnell erhöhen. Mit der Vikram-1 und der Vikram-1U verfüge das Unternehmen intern bereits über eine Produktionskapazität von etwa einer Rakete pro Monat – eine Startfrequenz, die man in den kommenden Monaten erreichen wolle, sobald die Zuverlässigkeit bestätigt sei.

Skyroot wurde 2018 gegründet und profitiert von den raumfahrtpolitischen Reformen, die die indische Regierung in den letzten Jahren zur Förderung des kommerziellen Raumfahrtsektors des Landes vorangetrieben hat. Dazu gehört auch die Nutzung der Teststände und Start-infrastruktur der indischen Raumfahrtorganisation ISRO. Mahavadi sagte, wenn das Unternehmen gezwungen gewesen wäre, selbst in Teststände und Startrampen zu investieren, wäre der Kapitalbedarf erheblich höher gewesen. Skyroot könne Kapital anziehen und Zugang zu ISRO-Einrichtungen erhalten, was die Produktentwicklungszeit verkürze.

Mahavadi wies darauf hin, dass eine aktuelle politische Maßnahme, von der Skyroot profitieren werde, neue staatliche Anreize seien, die Unternehmen dazu ermutigen, indische Trägerraketen für Satellitenstarts zu nutzen. Das Programm subventioniere 30 % der Startkosten, maximal 3.000 US-Dollar pro Kilogramm. Dies sei ein enormer Schub für die aufstrebende indische Satellitenindustrie, und Skyroot sei einer der Hauptnutznießer.

Er fügte hinzu, das Unternehmen sei bereit, sein Startgeschäft über Indien hinaus auszuweiten, einschließlich der möglichen Gründung einer Tochtergesellschaft in Japan zur Betreuung japanischer Kunden, was letztlich sogar Starts von Japan aus umfassen könnte. Derzeit liege der Schwerpunkt jedoch darauf, die Vikram-1 einsatzbereit zu machen, denn eine Trägerrakete müsse zuverlässig sein – alles andere basiere auf Zuverlässigkeit.

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