Spanien veröffentlicht erste landesweite Karte für Agri-Photovoltaik-Projekte
2026-07-09 14:00
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de.wedoany.com-Bericht: Der spanische Verband für Agri-Photovoltaik (AAE, gegründet im November 2025) hat unter der Federführung des Ministeriums für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (MITECO) gemeinsam mit mehreren Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Agrar- und Energieunternehmen die erste landesweite Karte für Agri-Photovoltaik-Projekte des Landes erstellt.

Der Verband erklärte, dass diese geografische Plattform die erste ihrer Art in Europa sei. Sie fasst die in Spanien bereits in Betrieb befindlichen und in der Entwicklung befindlichen Agri-Photovoltaik-Anlagen zusammen und enthält detaillierte Informationen wie Standort, installierte Leistung, Flächenbedarf, angebauten Pflanzentyp, eingesetzte Technologie und Entwickler. Die Plattform soll Regierungen, Landwirten, Entwicklern, Forschern und Investoren eine einheitliche Informationsquelle bieten, um die Transparenz bei der Umsetzung von Agri-Photovoltaik-Projekten und die Raumplanung zu verbessern. Projektentwickler und -inhaber können freiwillig an der Datenaktualisierung teilnehmen; alle Informationen werden vor der Aufnahme in die Datenbank überprüft.

Seit 2025 sind Agri-Photovoltaik-Projekte in Spanien für Beihilfen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik förderfähig. Allerdings fehlt dem Land derzeit noch eine offizielle Definition von Agri-Photovoltaik auf nationaler Ebene. Im Jahr 2024 erließ das katalanische Ministerium für Klimaschutz, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DACC) als erste offizielle Stelle in Spanien eine technische Richtlinie, die Agri-Photovoltaik definiert. Diese Richtlinie definiert Agri-Photovoltaik als ein hybrides System, bei dem auf demselben Grundstück gleichzeitig landwirtschaftliche Produktion und Stromerzeugung betrieben werden, und legt fest, dass beide Aktivitäten während des gesamten Projektlebenszyklus gleichzeitig bestehen müssen. Zu den technischen Anforderungen gehören: Nach der Installation der Anlagen muss die landwirtschaftliche Produktion mindestens 60 % der bisherigen Erträge der jeweiligen Kulturpflanze betragen; die dauerhafte Veränderung der natürlichen Bodenstruktur durch das Gießen von Beton oder ähnliche Maßnahmen ist verboten (mit Ausnahme einzelner Elemente wie Transformatorenstationen). Darüber hinaus wird die dauerhafte Flächeninanspruchnahme durch Strukturen, Wege, Gebäude oder Nebenanlagen begrenzt. Je nach Art der Hoch- oder Niedrigkonstruktion darf die nicht landwirtschaftlich nutzbare Fläche 15 % bzw. 20 % der Gesamtprojektfläche nicht überschreiten.

Im November 2024 veröffentlichte der europäische Photovoltaik-Industrieverband SolarPower Europe einen technischen Leitfaden, der eine gemeinsame Definition von Agri-Photovoltaik etablieren und Empfehlungen für die Planung, den Betrieb und die Bewertung von Projekten geben soll. Der Leitfaden schlägt vor, dass die landwirtschaftliche Produktion stets die Hauptnutzung des Landes darstellen sollte, und führt objektive Indikatoren ein, um die wirtschaftliche und produktive Machbarkeit der landwirtschaftlichen Tätigkeit während des gesamten Projektlebenszyklus zu überprüfen. Die Organisation empfiehlt außerdem, anpassungsfähige Strukturen für verschiedene Kulturpflanzen zu entwerfen, Platz für landwirtschaftliche Mechanisierung zu lassen, die dauerhafte Flächeninanspruchnahme zu minimieren und die landwirtschaftlichen Erträge kontinuierlich zu überwachen. Im Jahr 2025 brachte SolarPower Europe die AgriSolar-Politikkarte auf den Markt, die die Vorschriften und öffentlichen Politiken zur Agri-Photovoltaik in den europäischen Ländern zusammenfasst. Dieses Tool ermöglicht es Nutzern, die regulatorischen Rahmenbedingungen verschiedener Länder zu vergleichen, Anreize, technische Anforderungen, Genehmigungssysteme und wirtschaftliche Unterstützungsmechanismen zu identifizieren, um den Austausch bewährter Verfahren und die regulatorische Konvergenz innerhalb der EU zu fördern.

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