de.wedoany.com-Bericht: SuedLink ist eine der geplanten Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen in Deutschland und ein Schlüsselprojekt für den Ausbau der nationalen Infrastruktur. Das Kernstück – der Elbtunnel – ist nun durchbrochen: Die Tunnelbohrmaschine (TBM) „Elsa" hat nach rund 5,2 Kilometern Vortrieb den Zielschacht erreicht. Der Tunnel, der Wewelsfleth in Schleswig-Holstein mit Wischhafen in Niedersachsen verbindet, ist ein wesentlicher Bestandteil der rund 700 Kilometer langen „Stromautobahn" SuedLink.

Die SuedLink-Trasse wird von den Übertragungsnetzbetreibern TenneT Deutschland (TenneT Germany) und TransnetBW betrieben und soll Windstrom aus Nord- und Ostsee in die südlichen Industrieregionen Bayerns und Baden-Württembergs transportieren. Mit einer Übertragungskapazität von 4 Gigawatt muss die 525-kV-Gleichstromleitung die Elbe unterqueren. PORR baut im Auftrag von TenneT den Kabeltunnel und beauftragte das Joint Venture ARGE Tunnel ElbX mit Wayss & Freytag Ingenieurbau AG mit der Ausführung. Im Tunnel werden neben sechs Erdkabeln auch Sicherheits-, Kontroll- und Überwachungssysteme sowie eine Wartungsstrecke installiert.
Für die anspruchsvolle Geologie unter der Elbe bestellte die ARGE Tunnel ElbX bei der Herrenknecht AG eine speziell angefertigte Mixshield-Tunnelbohrmaschine. Das Gerät hat einen Durchmesser von 4900 Millimetern, eine Gesamtlänge von 190 Metern und wiegt 700 Tonnen. Seit dem Start im Februar 2025 trieb die TBM durchschnittlich 303 Meter pro Monat vor und installierte monatlich im Schnitt 233 Ringe aus Betontübbingen. Zu den größten Herausforderungen zählten die stark wechselnde Geologie, die hohe Wasserdurchlässigkeit des Bodens, der hohe Wasserdruck unter der Elbe und der relativ kompakte Maschinendurchmesser.
Johannes Faißt, Projektleiter bei Herrenknecht, erklärte, dass die geologischen Bedingungen auf der Vortriebsstrecke Ton, Schluff, Torf, Sand, Kies und Findlinge umfassten. Um den stark klebenden Lauenburger Ton zu bewältigen, ist die TBM mit einem leistungsstarken Zentralspülsystem ausgestattet, das am Schneidrad einen Durchfluss von 500 Kubikmetern pro Stunde und im gesamten Bentonit-Suspensionskreislauf 1200 Kubikmeter pro Stunde erreicht, um Verklebungen am Schneidrad zu verhindern. Der Mixshield kann dank eines mehrstufigen Dichtungssystems Wasserdrücken von bis zu 3,8 bar standhalten. Der Tunnel hat einen Innendurchmesser von 4 Metern und einen Außendurchmesser von 4,6 Metern und wird mit vorgefertigten Betontübbingen ausgekleidet. Die Herrenknecht-Tochter VMT lieferte das Navigationssystem zur präzisen Steuerung der Vortriebsroute.

Bei den Hilfssystemen lieferte die Herrenknecht Separations GmbH ein maßgeschneidertes Trennsystem mit Kammerfilterpressen zur Entwässerung feiner Feststoffe sowie zwei Wasseraufbereitungsanlagen am Start- und Zielschacht. Gino Vogt, Leiter der Herrenknecht Separations, wies darauf hin, dass die Filterpressen eine effektive Entwässerung selbst feinster Partikel gewährleisten und so die Entsorgungskosten senken, während die Wasseraufbereitungsanlagen eine ressourcenschonende Versorgung mit Prozesswasser und eine sichere Einleitung ermöglichen. Darüber hinaus lieferte die Herrenknecht Formwork GmbH Präzisionsschalungen und Handhabungsgeräte für die Produktion von rund 4000 Ringen (insgesamt 24.000 Tübbinge) und sicherte so hohe Maßgenauigkeit der Tübbinge und die Tunnelstrukturqualität.
Herrenknecht erklärte, das ElbX-Projekt sei ein Paradebeispiel dafür, wie die maschinelle Tunnelvortriebstechnik den Netzausbau unterstützt. In Deutschland werden aufgrund zahlreicher Netzausbauprojekte wie SuedLink voraussichtlich rund 4500 Unterquerungen erforderlich sein.






