de.wedoany.com-Bericht: HPE hat auf der HPE Discover 2026 in Las Vegas die Erweiterung seines Quanten-Ökosystems angekündigt. Durch Partnerschaften mit Unternehmen wie Intel, IQM, Qblox, Quantinuum, QuEra Computing, Quantum Machines, Rigetti und Riverlane soll eine praktikable hybride Quanten-Klassik-Computing-Plattform aufgebaut werden.

Der Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit liegt auf der Integration von Quantencomputing mit Hochleistungsrechnen (HPC), Künstlicher Intelligenz (KI) und Netzwerktechnologien. Trish Damkroger, Senior Vice President von HPE und General Manager für HPC- und KI-Infrastrukturlösungen, erklärte, dass durch die Integration von Supercomputing und Quantentechnologien in einer hybriden Plattform der Übergang von der Forschung zur praktischen Anwendung beschleunigt werden könne. Ziel sei es, Quantencomputing zugänglich, skalierbar und betriebsbereit zu machen.
Ein bemerkenswertes Merkmal dieser Ankündigung von HPE ist die architekturunabhängige Strategie. Das Unternehmen setzt nicht auf eine einzige Qubit-Technologie, sondern arbeitet mit mehreren Quantenmodalitäten, darunter supraleitende, Ionenfallen-, neutrale Atom- und Silizium-Spin-Qubits. Die Partnerschaften integrieren auch Quantensteuerungssysteme und Quantenfehlerkorrekturtechnologien, sodass Forscher bei der Entwicklung integrierter hybrider Plattformen Architekturkompromisse bewerten können. Diese Partnerschaften zielen darauf ab, integrierte Testplattformen für das Co-Design hybrider Algorithmen, Software-Interoperabilität und systemweite Leistungsbenchmarks zu unterstützen, sodass Entwickler hybride Workflows validieren können, bevor praktische, groß angelegte Quantensysteme kommerzialisiert werden.
Kirk Bresniker, HPE Fellow, Vice President und Chefarchitekt von Hewlett Packard Labs, sagte in einem Interview während der Veranstaltung, die Branche konzentriere sich zu sehr auf einzelne Hardware-Kennzahlen anstatt auf Unternehmensergebnisse. Er ist der Ansicht, dass Organisationen zunächst die wissenschaftlichen oder industriellen Probleme identifizieren sollten, die Quantenmechanik erfordern, und dann entscheiden, welche Kombination aus Quanten- und Klassik-Technologien diese Probleme lösen kann. Man solle nicht fragen, welche Qubit-Architektur letztendlich dominieren werde.
Diese Ankündigung fügt sich auch in die breitere KI-Infrastrukturvision von HPE ein. Präsident und CEO Antonio Neri beschrieb KI in seiner Keynote als eine der größten technologischen Plattformveränderungen der Geschichte und betonte, dass der Erfolg von einer leistungsstarken Architekturgrundlage abhänge, die Netzwerk, Cloud und Computing umfasse. Aus dieser Perspektive ist die Quantenstrategie von HPE eine Erweiterung seiner KI-Infrastruktur-Roadmap. Frühe hybride Systeme sollen Quantenprozessoren mit HPC und KI kombinieren, sodass Quantensysteme spezielle wissenschaftliche Daten generieren können, die von maschinellen Lernmodellen für eine groß angelegte Skalierung und Analyse genutzt werden. Bresniker erwartet zudem, dass KI die Quantentechnik selbst beschleunigen wird, von Chipdesign und Kalibrierung bis hin zu Fertigungsoptimierung und wissenschaftlichen Entdeckungen.
Die Konvergenz von KI, HPC und Quantencomputing stellt höhere Anforderungen an die Netzwerke. Rami Rahim, Executive Vice President und General Manager für Netzwerke bei HPE, wies darauf hin, dass die Geschwindigkeit der KI-Innovation nur so schnell sein könne, wie es das Netzwerk zulasse. Dieselbe Anforderung gelte auch für hybrides Quantencomputing. Zukünftige Quantensysteme würden von einem kontinuierlichen Datenaustausch zwischen Quantenprozessoren, KI-Modellen und Supercomputern abhängen. Daher betrachte HPE Netzwerke zusammen mit HPC als grundlegende Elemente des praktischen Quantencomputings.
Obwohl praktische, fehlertolerante Quantencomputer noch Jahre entfernt sind, ist HPE der Ansicht, dass Organisationen jetzt mit der Vorbereitung der kritischen Infrastruktur beginnen sollten. Eine dringende Priorität sei die Post-Quanten-Kryptographie. Bresniker ist der Meinung, dass die Aufrüstung hardwarebasierter Sicherheitsinfrastrukturen weitaus zeitaufwändiger sei als die Aktualisierung von Software. Langlebige Edge-Geräte, eingebettete Systeme und industrielle Infrastrukturen könnten Jahre für eine sichere Migration benötigen. Mit dieser Initiative zielt HPE darauf ab, hybrides Quantencomputing durch die Kombination von klassischem Supercomputing mit aufkommenden Quantentechnologien als nächste Evolution der Unternehmensinfrastruktur zu positionieren. Das Ziel ist die Schaffung integrierter Plattformen zur Bewältigung komplexer wissenschaftlicher und industrieller Herausforderungen.






