de.wedoany.com-Bericht: Der CEO des brasilianischen Energieunternehmens Energis8, Marcos Guerra, gab am 14. Juli bekannt, dass das Unternehmen plane, jährlich rund 1 Milliarde Liter nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) zu produzieren. Der Hauptplan solle noch vor Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Das Unternehmen (auch als E8R bekannt) wird Flugkraftstoff im Lohnverarbeitungsmodell produzieren, bei dem Kunden Energis8 mit Ethanol beliefern und eine Verarbeitungsgebühr zahlen, das dann in SAF umgewandelt wird. Guerra erklärte in einem Interview mit Reuters, dass dieser Mechanismus den Kraftstoffpreis unter den des Spotmarktes drücken werde. Brasilien ist einer der weltweit führenden Ethanolproduzenten; obwohl historisch Zuckerrohr als Rohstoff diente, ist die Produktion von Ethanol aus Mais und anderen Getreidesorten in den letzten Jahren stark gewachsen, und Branchenführer treiben aktiv die Ausweitung des Geschäfts auf Schiffs- und Flugkraftstoffe voran.
Guerra zufolge soll das Projekt voraussichtlich 2031 in Betrieb gehen, wobei Gesamtinvestitionen von 1,3 Milliarden US-Dollar erforderlich seien. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der globale Trend zur Ablösung fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien weiter zunehmen werde. „Diese Entscheidung wird nicht rückgängig gemacht“, sagte er in São Paulo. Das Projekt wird in Paulínia (SP) angesiedelt, um von der Nähe zu den wichtigsten Luftfahrtdrehkreuzen wie Guarulhos und Viracopos in Campinas zu profitieren.
Guerra wies darauf hin, dass SAF derzeit zwar teurer sei als fossiler Flugkraftstoff, die Kosten aber künftig annähernd gleich sein würden. Er erwarte, „dass erneuerbare Energien im Luftfahrtbereich künftig günstiger oder gleich teuer wie Erdöl sein werden“, und glaube, dass das Lohnverarbeitungsmodell das Risiko von SAF-Preisschwankungen verringern könne. Der Rohstoffbedarf des Projekts beträgt 1,7 Milliarden Liter Ethanol pro Jahr, und die Kunden zahlen eine Verarbeitungsgebühr pro Liter.
Guerra hält derzeit 85 % der Unternehmensanteile, die restlichen 15 % werden von drei nicht namentlich genannten Führungskräften gehalten. Er gab an, dass etwa 40 % der Projektfinanzierung aus Eigenmitteln stammen, der Rest aus Fremdkapital.










