Deutschlands erstes reines Quantencomputing-Unternehmen Aqarios geht in Düsseldorf an die Börse
2026-07-16 11:08
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de.wedoany.com-Bericht: Die Aqarios Quantum Technologies AG ist nach Abschluss der Fusion mit der Special Purpose Acquisition Company Fonterelli SPAC 4 AG an der Börse Düsseldorf offiziell notiert und damit das erste börsennotierte reine Quantencomputing-Unternehmen in Deutschland.

Das in München ansässige Quantensoftware-Entwicklungsunternehmen gab bekannt, dass der Börsengang darauf abzielt, zusätzliche Mittel für die Erweiterung seiner Softwareplattform und die Ausweitung kommerzieller Anwendungen im Industriesektor zu beschaffen sowie die Markenbekanntheit zu steigern. Aqarios wurde 2021 als Ausgründung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU Munich) gegründet und konzentriert sich auf Quantenoptimierungssoftware, die Unternehmen bei der Lösung rechenintensiver Herausforderungen in Bereichen wie Lieferkettenmanagement, Energiesystemen, Fertigung und Finanzportfoliooptimierung unterstützt.

CEO Michael Lachner erklärte, dass der Zeitpunkt des Börsengangs mit einer entscheidenden Phase zusammenfällt, in der Quantencomputing von der Forschung zur industriellen Anwendung übergeht. In einem Unternehmensblogbeitrag betonte er, dass Quantencomputing in den kommenden Jahren die industrielle Wettbewerbsfähigkeit bestimmen werde und man diese Wertschöpfung in Deutschland und Europa halten wolle. Lachner sagte, dass die Position als erstes börsennotiertes Quantensoftwareunternehmen Deutschlands es Investoren ermögliche, ebenso einfach wie Industriekunden Zugang zu dieser Zukunftstechnologie zu erhalten. Mit seinem Produkt Luna habe das Unternehmen bewiesen, dass Quantencomputing für die aktuellen Anforderungen von Unternehmen relevant sei, und zwar hardwareunabhängig, anwendungsgetrieben und skalierbar.

Das Hauptprodukt von Aqarios, Luna, ist eine Softwareplattform, mit der Unternehmen quantengestützte Optimierungsanwendungen entwickeln und ausführen können, ohne über Fachkenntnisse im Quantencomputing zu verfügen. Luna ist nicht an einen bestimmten Quantencomputer gebunden, sondern wählt automatisch die am besten geeigneten klassischen und Quantencomputing-Ressourcen für ein Problem über mehrere Hardwareanbieter hinweg aus.

Dieses hardwareunabhängige Design spiegelt einen allgemeinen Trend in der Quantensoftwarebranche wider. Da sich die Quantenhardware noch in einer Entwicklungsphase mit mehreren parallelen Technologiepfaden befindet (darunter supraleitende Systeme, Ionenfallen, neutrale Atome und Photonik), entwickeln viele Unternehmenssoftwarefirmen Plattformen, die nicht von einem einzigen Quantenprozessor abhängen. Laut Aqarios kann Luna klassische und Quantencomputing-Ressourcen integrieren und bestimmen, welche Teile eines Problems besser von welchem Rechenmodell verarbeitet werden. Die Plattform wurde bereits in kommerziellen Umgebungen eingesetzt und erhielt 2025 den Quantum Effects Award 2025 in der Kategorie Quantencomputing-Software und -Algorithmen. Seit ihrer Gründung hat Aqarios Partnerschaften mit mehreren großen deutschen Industrieunternehmen aufgebaut, darunter BASF, E.ON und MTU Aero Engines. Diese Kooperationen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Anwendung von Quantenoptimierungstechniken auf geschäftliche Probleme, bei denen traditionelle Rechenmethoden kostspielig sind.

Das Unternehmen ist auch am QuCUN-Forschungsverbund (Quantencomputing-Nutzernetzwerk) beteiligt, der vom deutschen Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt wird. Zu den Mitgliedern gehören SAP, BASF und die LMU München, mit dem Ziel, ein offenes Quantencomputing-Ökosystem für industrielle Nutzer aufzubauen. Neben Forschungskooperationen gab Aqarios bekannt, dass es seine kommerziellen Anwendungen unter anderem durch die Zusammenarbeit mit dem Fintech-Unternehmen Divizend bei der quantengestützten Portfoliooptimierung ausweitet.

Der Börsengang erfolgt in einer Zeit zunehmender Investitionstätigkeit im europäischen Quantentechnologiesektor, in der sowohl staatliche als auch private Mittel verstärkt in die Quantencomputing-Forschung sowie in Software- und Hardwareentwicklung fließen. Weltweit gibt es derzeit mehrere börsennotierte Unternehmen, die im Quantenbereich tätig sind, jedoch sind vergleichbare Unternehmen an europäischen Börsen seltener, und die meisten kombinieren Quantenaktivitäten mit breiteren Technologiegeschäften. Das Führungsteam des Unternehmens wird weiterhin von Lachner geleitet. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Dr. Sebastian Kern, stellvertretender Vorsitzender ist Prof. Dr. Sebastian Feld von der Technischen Universität Delft (TU Delft), und Vorstandsmitglieder sind Dr. Thomas Gabor, Forscher an der University of Exeter. Aqarios erklärte, dass die durch den Börsengang gewonnenen Mittel und der Zugang zum Kapitalmarkt die kontinuierlichen Investitionen in die Softwareplattform, die Personalgewinnung und die Kundenakquise unterstützen werden, um die Akzeptanz von Quantencomputing im industriellen Markt zu steigern.

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