de.wedoany.com-Bericht: Die Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz 2026 findet derzeit in Shanghai statt. Drei Richtungen werden deutlich: KI für Verbraucher hält rasant Einzug in den Alltag, Staatsunternehmen wechseln von punktuellen Pilotprojekten zu systemischem Aufbau, und internationale Investmentinstitute zeigen sich optimistisch gegenüber der chinesischen KI-Industriekette.
Erstmals umfasst die Konferenz drei große Areale – Expo, Zhangjiang und Westbund – sowie vier Ausstellungshallen, die eine vernetzte Struktur bilden. Im Westbund-Areal sind über 100 Unternehmen mit mehr als 200 innovativen Produkten vertreten, darunter KI-Brillen, intelligente Kopfhörer, Wearables und medizinische 3D-Displays ohne Brille – alle Produkte können direkt ausprobiert werden.

Der intelligente Begleitroboter von Xinyan Robotics feierte auf dieser Konferenz seine Weltpremiere. Das Produkt verfügt über multimodale Wahrnehmungsfähigkeiten und ein Langzeitgedächtnis. Es versteht nicht nur Sprache, sondern erkennt auch Gesichtsausdrücke und Emotionen der Nutzer. Das Entwicklungsteam hat zudem die Gesprächserfahrung von Psychologen integriert, sodass die Interaktion eine emotionale Wärme erhält.

United Imaging Intelligence stellte über zehn medizinische KI-Produkte aus, darunter drei Weltpremieren. Diese Produkte basieren auf multimodalen Großmodellen, die mit riesigen medizinischen Datenmengen trainiert wurden, und decken den gesamten Prozess von der Früherkennung zu Hause über die klinische Diagnose bis zur Nachsorge ab. In Zukunft könnten sie professionelle Diagnosen im häuslichen Umfeld ermöglichen.
Im Bereich der Staatsunternehmen veröffentlichte die staatliche Kommission für die Verwaltung von Staatsvermögen (SASAC) während der Konferenz die zweite Charge von 60 hochwertigen Anwendungsszenarien und 70 branchenweit hochwertigen Datensätzen. Die intelligente Lieferketten-Plattform von COSCO Shipping realisiert multimodale Interaktion mit Text, Sprache und Bildern, deckt Kernprozesse wie Fahrplanabfrage, Buchung und Abrechnung ab und bietet rund um die Uhr Online-Support. Die SASAC startete zudem offiziell das „Gemeinsame Grundbauprojekt für intelligente Softwarefabriken", das die Forschungskapazitäten von 13 Staatsunternehmen bündelt, um den Wandel von punktuellen Pilotprojekten hin zu systemischer Zusammenarbeit und skalierbarer Nachahmung voranzutreiben. Der Chefwissenschaftler der China Electronics Corporation betonte, dass KI nicht nur die Effizienz Einzelner steigern, sondern vor allem den organisatorischen Nutzen des gesamten Unternehmens erhöhen solle.


Mehrere ausländische Investmentinstitute haben klar signalisiert, dass Investitionen in die chinesische KI-Industriekette zum globalen Investorenkonsens geworden sind. Morgan Stanley hat in seinem jüngsten Branchenbericht die Markterwartung für humanoide Roboter in China deutlich nach oben korrigiert – von 14.000 Einheiten zu Jahresbeginn auf 50.000 Einheiten, fast eine Verdopplung gegenüber der Prognose von 28.000 Einheiten im Mai dieses Jahres. Was das Marktvolumen betrifft, wird es für 2026 auf 2 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2030 auf 15 Milliarden US-Dollar anwachsen. Der Chefökonom für Asien bei Morgan Stanley wies darauf hin, dass China oft 10 bis 12 Jahre im Voraus das Nachfragewachstum antizipiert und die gesamte Lieferkette entsprechend aufbaut – eine Fähigkeit, die andere Volkswirtschaften nur schwer replizieren können. Daten zeigen, dass China täglich durchschnittlich über 1,5 Milliarden Chips produziert und die tägliche Abrufzahl großer Modelle mehrere hundert Billionen Tokens beträgt – weltweit führend. Die Wachstumsrate des chinesischen KI-Kernindustriesektors wird in diesem Jahr voraussichtlich weiterhin über 30 % liegen. Neben der Hardware-Kompetenz ist auch die Einschätzung der Kapitalmärkte klar.
Goldman Sachs weist darauf hin, dass die derzeitige Marktkapitalisierung des chinesischen KI-Sektors bei etwa 4 Billionen US-Dollar liegt und angesichts seiner industriellen Vorteile noch großes Wachstumspotenzial besteht.

UBS prognostiziert, dass die Nachfrage nach chinesischen KI-Technologiekomponenten weiterhin stark ist und die Aufträge bereits bis Ende 2027 ausgebucht sind. Die Gewinne der betroffenen Unternehmen werden in diesem Jahr voraussichtlich um 80 % bis 90 % steigen, im nächsten Jahr wird ein weiteres Wachstum von 40 % bis 50 % erwartet.










