de.wedoany.com-Bericht: Das Projekt zur Modernisierung der Infrastruktur der Wasserversorgung auf Johnson Island im Marblehead Village, Ohio, USA, hat einen entscheidenden Fortschritt erzielt. Im Rahmen des Projekts wird erstmals eine Unterwasser-Wasserleitung zur Insel verlegt, wodurch die rund 270 Bewohner nicht länger auf Wassertanks und Brunnen angewiesen sein werden. Vor fünf Jahren forderten über 50 % der Eigentümer in einer Petition eine Verbesserung der Wasserversorgung. Die Insel ist jedoch von einer nur ein bis zwei Fuß dicken, festen Felsschicht bedeckt, was die Verlegung unterirdischer Leitungen äußerst schwierig macht.
Johnson Island ist der einzige Teil von Marblehead Village, der nicht an das öffentliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen ist. Die Bewohner sind auf begrenzte Brunnen und kostenpflichtig befüllbare Zisternen angewiesen. Dan Barr, Senior Project Manager des Beratungsunternehmens Verdantas, erklärte, dass die Oberflächenschicht an den meisten Stellen extrem dünn sei und das Grundgestein direkt freiliege, was den Bau großer Felsgräben erforderlich mache. Zu den Projektzielen gehören die Verlegung einer Pipeline unter Wasser, die erstmalige Installation von Hydranten auf der Insel und die Ausweitung der Wasserversorgung bis an die Grundstücksgrenzen der Eigentümer. Barr geht davon aus, dass die bestehenden Brunnen und Zisternen schrittweise stillgelegt werden.
Der Hauptbestandteil des Projekts ist die Verlängerung der Hauptwasserleitung vom Ende des Damms, der die Insel mit dem Festland verbindet (Gaydos Avenue), durch die Sandusky Bay des Eriesees. Nach Erhalt der Genehmigung des US Army Corps of Engineers entwickelte das Team von Verdantas ein Rohrsystem, das zur Baustelle geschwommen und dort versenkt werden kann. Zur Verhinderung des Auftriebs der Rohre werden gelenkige Betonmatten verwendet, die gleichzeitig eine einfache Bergung für Reparaturen ermöglichen. Diese Matten wurden vom Army Corps of Engineers genehmigt, da sie auch der Erosionskontrolle dienen und das Wachstum von Pflanzen auf dem Seegrund ermöglichen. Der Fokus des Army Corps of Engineers liegt auf dem aktuellen Zustand des Seegrunds und der Frage, ob dieser nach der Verlegung der Pipeline unverändert bleibt.
Johnson Island erstreckt sich über 300 Acres und beherbergt neben einer bewachten Wohnanlage auch einen historischen Friedhof der Konföderierten, der der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Insel wurde 1990 zum National Historic Landmark erklärt. Während des Bürgerkriegs diente sie als Kriegsgefangenenlager; über 200 gefangene Offiziere der Konföderierten sind hier bestattet, und es gibt ein Denkmal zu ihrem Gedenken. Auf der Insel wurden zudem Artefakte wie Steinwerkzeuge und Tonscherben der amerikanischen Ureinwohner gefunden. Im Rahmen der Prüfung des Wasserleitungsprojekts äußerte das Ohio State Historic Preservation Office (SHPO) Bedenken hinsichtlich möglicher Störungen von Kulturgütern. Verdantas engagierte daher in der Planungsphase Archäologen und setzte Bodenradar (GPR) ein, um den Bereich der Pipeline zu untersuchen und sicherzustellen, dass sich außerhalb der Friedhofsgrenzen keine weiteren Gräber befinden. Während der Bauarbeiten waren ständig Archäologen vor Ort.
Die Ausschreibung für das Projekt wurde Anfang dieses Jahres gestartet. Shoreline Contractors erhielt den Zuschlag für die Durchquerung der Bucht, während D2 Excavating LLC für die Installation der Leitungen auf der Insel zuständig ist. Kürzlich veröffentlichte die Ohio Environmental Protection Agency eine „Finding of No Significant Impact" (FONSI)-Erklärung, die bestätigt, dass das Projekt keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen hat. Gleichzeitig erhielt Marblehead Village über das Water Supply Revolving Loan Account (WSRLA) der Ohio EPA ein zinsloses Darlehen in Höhe von 8 Millionen Dollar. Es wird erwartet, dass die Bewohner von Johnson Island in einigen Jahren erstmals Wasser direkt aus dem Wasserhahn nutzen können.










