Pirelli schließt Demonstrationsprojekt zum Recycling von Synthesekautschuk aus Altreifen in Deutschland ab
2026-07-24 10:16
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de.wedoany.com-Bericht: Pirelli hat gemeinsam mit den Partnern Pyrum, BASF und Synthos ein industrielles Demonstrationsprojekt abgeschlossen, bei dem aus Altreifen gewonnener Synthesekautschuk für die Herstellung neuer Reifen verwendet wurde. Das Verfahren nutzt Altreifen, die in ganz Deutschland gesammelt wurden, darunter Reifen aus Driver-Filialen und Rennveranstaltungen sowie Altreifen aus dem Pirelli-Werk in Breuberg. Diese werden über eine industrielle Prozesskette zu Sekundärrohstoffen verarbeitet, einschließlich Synthesekautschuk. Die Rohstoffe sind nach dem ISCC-Plus-Standard zertifiziert, was die Rückverfolgbarkeit der Wertschöpfungskette gewährleistet und es ermöglicht, recycelte Materialien in die Produktion neuer Pirelli-Reifen zurückzuführen, wobei die höchsten Qualitäts- und Leistungsstandards erhalten bleiben.

Bei diesem Verfahren setzt Pyrum die Pyrolyse ein, bei der Materialien unter Sauerstoffausschluss bei hohen Temperaturen zersetzt werden, um Altreifen in zwei Sekundärrohstoffe umzuwandeln: recyceltes Carbon Black (rCB) und Reifenpyrolyseöl (TPO). Pyrum bereitet das recycelte Carbon Black auf und führt es direkt in die Reifenproduktion von Pirelli in Europa zurück, wo es teilweise neues Industrie-Carbon Black ersetzt.

Gleichzeitig liefert Pyrum das TPO an BASF. BASF verwendet es zusammen mit fossilen Rohstoffen zur Herstellung von Chemikalien wie Butadien und Styrol. Durch die Massenbilanzmethode kann der Anteil der recycelten Rohstoffe den ISCC-Plus-zertifizierten Ccycled-Produkten zugeordnet werden. Synthos nutzt diese Kreislaufmaterialien zur Herstellung von ISCC-Plus-zertifiziertem Synthesekautschuk für Hochleistungsreifen. Pirelli integriert diesen Kautschuk dann wieder in seinen Produktionsprozess und schließt so den Kreislauf.

Das Projekt zeigt, dass eine Kreislaufwirtschaft für Produkte nicht von einem einzelnen Unternehmen allein verwirklicht werden kann, sondern Partner mit komplementären Fähigkeiten erfordert, die gemeinsam die verschiedenen Umwandlungsstufen im Materialkreislauf übernehmen. Durch Zusammenarbeit sowie die Kombination von technologischer Innovation, Materialwissenschaft und zertifizierten Verfahren haben die Partner unter der Führung von Pirelli ein koordiniertes System geschaffen, in dem Materialien zurückgewonnen, umgewandelt und wiederverwendet werden, um ihren inneren Wert bestmöglich zu nutzen.

Das europäische „Reifen-zu-Reifen“-Projekt ist derzeit die umfassendste Anwendung dieses Ansatzes und zeigt, wie Altreifen in einem strukturierten und rückverfolgbaren industriellen Kreislauf zu einer wertvollen Ressource werden können.

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