de.wedoany.com-Bericht: In Michigan startet ein Pilotprojekt für Ernteversicherungen, das belegen soll, dass bodenschonende Praktiken das Risikoprofil landwirtschaftlicher Betriebe verändern und so Risiken senken, die Widerstandsfähigkeit stärken und die Rentabilität steigern können. Das vom Michigan Department of Agriculture and Rural Development (MDARD) geleitete Pilotprojekt richtet sich an Mais- und Sojabauern in vier Countys der „Thumb-Region“ – Saginaw, Tuscola, Huron und Sanilac – für das Erntejahr 2027.
Ziel des Pilotprojekts ist es zu testen, ob Landwirte, die bodenschonende Praktiken anwenden, aufgrund geringerer Produktionsrisiken eine differenzierte Preisgestaltung für ihre Ernteversicherung erhalten können. Das Modell berücksichtigt Bodengesundheitsdaten, Feldpraktiken und versicherungsmathematische Analysen, um die aktuelle Widerstandsfähigkeit des Betriebs abzubilden, anstatt sich ausschließlich auf die vergangene Produktionshistorie zu stützen. Daten des Economic Research Service des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA-ERS) zeigen, dass die Auszahlungen für Ernteversicherungen zwischen 2015 und 2024 um 109 % gestiegen sind.
Tim Boring, Direktor des MDARD, erklärte, der Hauptgrund für den Start des Pilotprojekts liege in der Betriebswirtschaft. Er führte aus, dass eine Verbesserung der Bodengesundheit die Betriebsmittelkosten senke und die Wetterresistenz erhöhe. Wenn die Versicherung von Flächen mit hoher Bodengesundheit günstiger sei, würden niedrigere Prämien Spielraum für Gewinne schaffen.
Tina Owens von der Transformational Investing in Food Systems betonte, dass es sich bei dem Projekt um ein privates Marktzusatzprodukt handele, das parallel zu den bestehenden bundesstaatlichen Ernteversicherungen der Landwirte funktioniere, nicht als Ersatz. Sie sagte, die Landwirte könnten ihren derzeitigen Ernteversicherungsvertreter behalten und weiterhin Bundes- oder Katastrophenversicherungen abschließen. Das Projekt nutze eine mitgliedschaftsbasierte, exklusive Versicherungsstruktur. Teilnehmer zahlen lediglich einen Mitgliedsbeitrag von 35 US-Dollar, um einem privaten Risikopool beizutreten, der für Erzeuger konzipiert ist, die Praktiken mit geringerem Risiko anwenden. Owens wies darauf hin, dass diese Struktur „die Fähigkeit der Landwirte, an privaten Risikopools teilzunehmen, enorm demokratisiert“. Langfristig sei das Ziel, dass mit der Teilnahme von Landwirten mit geringem Risiko und sinkenden Verlusten ein Teil der finanziellen Vorteile in Form von Dividenden an die Erzeuger zurückfließen könne.
Für das Erntejahr 2027 müssen förderfähige Landwirte in den vier Pilot-Countys Mais oder Sojabohnen anbauen und bodenschonende Praktiken wie Zwischenfrüchte, Fruchtfolge, Direktsaat oder reduzierte Bodenbearbeitung anwenden. Die Landwirte müssen zudem in den letzten vier Jahren technische Unterstützung oder Bodenprobenahmen durchgeführt haben und georeferenzierte Daten sowie eine zehnjährige tatsächliche Produktionshistorie (APH) teilen. Die erste Phase des Projekts wird mit 480.900 US-Dollar aus Michigan finanziert, wovon etwa die Hälfte für die Entwicklung versicherungsmathematischer Daten und die Strukturierung der Versicherung verwendet wird, der Rest für die Unterstützung von Partnern bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Einbindung der Landwirte. Owens‘ persönliches Ziel ist es, dass mindestens 20 Landwirte pro Pilot-County am frühen Überprüfungsprozess teilnehmen, insgesamt etwa 80.
Das Projekt stützt sich auf ein breites Partnernetzwerk, darunter The Nature Conservancy, Michigan Corn, die MSU Extension und Conservation Partners. Boring erklärte, dass solche Projekte nur durch starke Partnerschaften funktionieren könnten. Owens wies darauf hin, dass zusätzliche Schulungen für Ernteversicherungsvertreter und Schadensregulierer von entscheidender Bedeutung seien, um sicherzustellen, dass die Landwirte das neue Modell nicht selbst erklären müssten. Die MDARD-Beamten hoffen, dass das Modell von den vier Countys auf den gesamten Bundesstaat und die gesamte Region ausgeweitet werden kann und letztlich andere Teile der Agrarfinanzierung beeinflusst, darunter Betriebskredite, Kapitalkosten und Grundstücksbewertungen.










