de.wedoany.com-Bericht: Eine gemeinsame Studie des Zentrums für fortgeschrittene angewandte Wirtschaftsforschung (Cepea) und des Verbands der brasilianischen Pflanzenölindustrie (Abiove) zeigt, dass die Rekordernte 2025/26 die brasilianische Soja- und Biodiesel-Wertschöpfungskette in einen neuen Wachstumszyklus führen wird, dessen Wachstumsimpulse vor allem aus der Wertschöpfungsfähigkeit der industriellen Verarbeitung stammen und nicht allein auf einer Steigerung der Produktionsmenge beruhen.

Die Studie schätzt, dass das BIP der Soja- und Biodiesel-Wertschöpfungskette im Jahr 2026 um 6,87 % wachsen wird, was 21,2 % des BIP der brasilianischen Agrarwirtschaft und 4,8 % der gesamten brasilianischen Wirtschaftsleistung entspricht. Zu den tragenden Faktoren dieser Entwicklung zählen eine Rekordernte von 180,56 Millionen Tonnen, eine gesteigerte industrielle Verarbeitungsmenge sowie eine starke Nachfrage nach Sojaschrot, Sojaöl und Biodiesel.
Nach Teilbereichen betrachtet wird für den Industriesektor ein Wachstum von 7,74 % erwartet, begünstigt durch eine höhere Sojaverarbeitungsmenge und den Ausbau der Biodieselkapazitäten, der durch die Einführung des B15-Beimischungsanteils vorangetrieben wird. Für den Agrarservicebereich wird ein Wachstum von 6,89 % prognostiziert, was auf eine Belebung der Transport-, Lagerungs- und Vermarktungsaktivitäten zurückzuführen ist, während der Betriebsmittelsektor der Ausweitung der Agrarproduktion folgt.
Die Studie liefert zentrale Daten, die den Wert der Industrialisierung verdeutlichen: Jede produzierte und verarbeitete Tonne Soja erzeugt durchschnittlich ein BIP von 6.710 Real – das 3,84-fache des Wertes, der durch den direkten Export unverarbeiteter Soja erzielt wird (1.747 Real pro Tonne). Auch bei der Beschäftigung sind die Unterschiede deutlich: Im ersten Quartal 2026 beschäftigte die Wertschöpfungskette insgesamt 2,54 Millionen Menschen, wobei das Beschäftigungswachstum in den verarbeitungsbezogenen Industrie- und Dienstleistungssektoren besonders stark ausfiel.
Im Außenhandel behält die Wertschöpfungskette ihre positive Dynamik bei. Im ersten Quartal erreichten die Gesamtexporte 29,6 Millionen Tonnen mit einem Handelsvolumen von 12,3 Milliarden US-Dollar – ein Ergebnis, das durch gestiegene Liefermengen sowie die Aufwertung von Produkten wie Sojaöl und Biodiesel auf dem internationalen Markt begünstigt wurde.
Die Untersuchung zeigt, dass die brasilianische Sojaindustrie einen strukturellen Wandel durchläuft: Das nachhaltige Wachstum der Wertschöpfungskette wird zunehmend von der Wertschöpfungsfähigkeit der industriellen Verarbeitung abhängen und nicht von einer bloßen Ausweitung der Agrarproduktion. Vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln, tierischem Eiweiß und Biokraftstoffen trägt die Stärkung der heimischen Industrie dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens zu erhöhen und die Verteilung der wirtschaftlichen Erträge aus der wichtigsten Kulturpflanze des Landes zu verbessern.










