de.wedoany.com-Bericht: Eine Studie des Philippinischen Instituts für Entwicklungsstudien (PIDS) zeigt, dass Städte, die bei der Ausstellung von Gewerbelizenzen vollständig auf Automatisierung setzen, deutlich höhere Zuwächse bei den lokalen Gewerbesteuereinnahmen verzeichnen als Städte ohne Automatisierung.

Die Studie mit dem Titel „Die Rolle von E-Government bei den städtischen Finanzeinnahmen auf den Philippinen" basiert auf Daten aus 138 Städten und wurde von der leitenden Forschungsspezialistin Tatum Ramos und der Vizepräsidentin Marife Ballesteros vom PIDS durchgeführt. Die Studie zeigt, dass ein vollständig automatisiertes System für Gewerbelizenze und -genehmigungen (BPLS) mit einem Anstieg der lokalen Gewerbesteuereinnahmen um 18,16 Prozentpunkte verbunden ist. Zudem verfügen solche Städte über mehr aktive registrierte Gewerbebetriebe, was darauf hindeutet, dass einfachere Lizenz- und Compliance-Verfahren die Gründung und Expansion von Unternehmen fördern können.
Im Rahmen des digitalisierten Lizenzsystems können Unternehmen Anträge online einreichen, Zahlungen über Banken oder E-Wallets vornehmen, elektronische offizielle Belege erhalten und in einigen Städten Lizenzen online empfangen oder per Kurier zugestellt bekommen. Die Studie verweist auf die Praxis lokaler Regierungen wie Caloocan, Makati, Quezon City und Valenzuela, die Geschäftsinhabern die lästigen Mehrfachbesuche im Rathaus erspart. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Automatisierung sowohl die Steuerverwaltung verbessern als auch die Einhaltung von Vorschriften für Unternehmen erleichtern kann.
Allerdings listet die Studie auch Faktoren auf, die die Ausweitung der Automatisierung behindern: unzureichende IKT-Infrastruktur, begrenzte lokale Finanzmittel, Mangel an IT-Fachkräften, Widerstand gegen Veränderungen innerhalb der Institutionen sowie die Präferenz der Steuerzahler für persönliche Behördengänge. Die Forscher betonen, dass die fehlende Infrastruktur ein zentraler Engpass sei, der sowohl die Nutzung digitaler Werkzeuge innerhalb der Regierungsbehörden als auch die Nutzung von Online-Diensten durch die Öffentlichkeit einschränke. Die Daten zeigen, dass eine bessere Internetanbindung die Wahrscheinlichkeit eines vollständig automatisierten BPLS in Städten deutlich erhöht; im Jahr 2021 nutzten 90,83 % der Institutionen Computer und Kommunikationsgeräte, 80,96 % hatten Internetzugang, aber nur 38,39 % nutzten das Internet für Zahlungen an Regierungsstellen – die Nutzung von Online-Verwaltungsdiensten ist weiterhin recht begrenzt.
Die Studie empfiehlt, die IKT-Infrastrukturabdeckung auszuweiten, die technischen Kapazitäten lokaler Regierungen zu stärken, lokale Plattformen mit dem eLGU-System des Ministeriums für Informations- und Kommunikationstechnologie (Department of Information and Communications Technology) zu verbinden und die Interoperabilität zwischen Regierungsbehörden zu verbessern. Die Autoren weisen zugleich darauf hin, dass die Vorteile von E-Government schwer zu realisieren seien, wenn diese Hindernisse nicht überwunden würden. Die Studie vertritt ferner die Auffassung, dass das kürzlich auf den Philippinen erlassene E-Governance-Gesetz ein potenzielles Instrument zur Beschleunigung des digitalen Wandels und zur Koordinierung nationaler und lokaler Regierungssysteme sein könnte; die Auswirkungen eines vollständig automatisierten BPLS auf die lokalen Regierungseinnahmen würden zunehmend deutlicher.









