de.wedoany.com-Bericht: Künstliche Intelligenz (KI) schreibt die Richtung des Internetverkehrs neu. Bisher war die Netzlast der Betreiber von Streaming und Downloads geprägt, wobei Daten von Rechenzentren zu Nutzerendgeräten flossen; in den letzten Monaten hat sich diese Richtung zunehmend umgekehrt – die Nachfrage nach Echtzeit-generierten Bildern, Videos und Texten führt dazu, dass große Datenmengen von Smartphones und Computern in die Cloud hochgeladen werden. Brasiliens Telekommunikationsbetreiber müssen in den Netzausbau investieren, um sich dieser neuen Verkehrslogik anzupassen.

Bis Anfang des nächsten Jahrzehnts wird der Datenverkehr auf diesem Pfad vom Endgerät zur Cloud voraussichtlich um das Fünffache wachsen, wobei 25 % davon direkt von KI-Agenten generiert werden. Laut einer Studie des US-amerikanischen Beratungsunternehmens Ookla nutzt Brasiliens Mobilfunknetz nur 5,74 % seiner Kapazität für die Uplink-Verbindung, also den Kanal, über den Nutzer Daten ins Internet senden; in Ländern wie Indonesien, Deutschland, Thailand, Schweden und Norwegen liegt dieser Anteil bei nahezu 24 %. Brasiliens Sendeleistung beträgt weniger als ein Viertel der führenden Länder weltweit; Ookla bezeichnet das Land als eines der am wenigsten auf die neue Verkehrsstruktur vorbereiteten Länder.
Was die Investitionen betrifft, schätzt der Branchenverband Conexis das Investitionsvolumen in diesem Jahr auf rund 36 Milliarden Real; Experten halten diese Lage für herausfordernd und erwarten, dass die Investitionen in den kommenden Jahren stabil bleiben. Das reine 5G-Netz (Standalone), das KI-Anwendungen mit hoher Geschwindigkeit unterstützt, macht nur 10 % der gesamten 5G-Infrastruktur Brasiliens aus.
Rodrigo Dienstmann, Präsident von Ericsson für den Süden Südamerikas, erklärte, dass mit dem Einzug der „physischen KI“ in den Alltag Wearables, Drohnen und Autos kontinuierlich Daten mit dem Netz austauschen werden; KI-Produkte senden über Agenten Befehle an das Netz, und der Datenverkehr wird entsprechend wachsen. Er wies außerdem darauf hin, dass KI-Agenten das Netz rund um die Uhr nutzen werden und nächtliche Leerlaufzeiten der Vergangenheit angehören; die Betreiber müssten Frequenzen neu konfigurieren, 3G- und 4G-Spektrum für 5G umwidmen und die Anzahl der Basisstationen erhöhen, um die Netzdichte zu steigern.
Andre Gildin, Partner der Beratungsfirma RKKG, analysierte, dass die führenden Länder im Netzranking ihre Architektur bereits optimieren, indem sie die KI-orientierte 5G-Bereitstellung mit Glasfaserverbindungen zwischen Betreibern und Cloud-Dienstanbietern kombinieren. Derzeit liegt einer der Engpässe Brasiliens darin, dass sich die Rechenzentren auf São Paulo konzentrieren; die Latenzprobleme zwischen Mobilfunknetz und großen Cloud-Anbietern sind besonders ausgeprägt, und der Weg zur Cloud ist lang oder unzureichend optimiert, was KI-Anwendungen verlangsamt. Er empfiehlt, das Spektrum zu erweitern und die Einführung von Standalone-5G zu beschleunigen.
Mike Dano, Chefanalyst der Telekommunikationsbranche bei Ookla, ist der Ansicht, dass die größte Herausforderung für die Betreiber wirtschaftlicher Natur ist: Die Umkehrung der jahrzehntelangen Priorisierung von Download-Verkehr verursacht Kosten, und zu hohe Kosten könnten wiederum die Nutzung fortschrittlicher KI-Dienste durch Verbraucher bremsen.
Das 5G-Netz in Brasilien befindet sich weiterhin im Ausbau. Daten des Beratungsunternehmens Teleco zeigen, dass die Zahl der Mobilfunkabonnements in Brasilien 276,4 Millionen beträgt, davon 23,9 % 5G, 64,3 % 4G und 5,1 % 3G; das 5G-Netz deckt 3040 von 5570 Städten ab, während 4G bereits alle 5570 Städte erreicht.
Marcos Ferrari, Geschäftsführer von Conexis, erklärte, die Telekommunikationsbetreiber hätten diesen Trend bemerkt, und dieser sei unumkehrbar. Daten von Ookla zeigen, dass brasilianische Nutzer mit zunehmender KI-Nutzung in Spitzenzeiten eine Verlangsamung des Netzes spüren werden, mit bis zu siebenfacher Latenz; latenzempfindliche Anwendungen wären direkt betroffen.
Die Betreiber haben bereits mit Anpassungen begonnen. André Sarcinelli, Technischer Direktor von Claro, erklärte, die Leistung von KI-Anwendungen hänge von der Integration der Telekommunikationsinfrastruktur mit dem Cloud-Ökosystem ab; das Unternehmen habe sich als „Neocloud“ positioniert und 1 Milliarde Real in den Ausbau der Plattform investiert. Guilherme Silveira von Vivo erläuterte, der Betreiber investiere jährlich 9 Milliarden Real in den Ausbau von 5G und Glasfaser. Marco Di Costanzo, Technischer Vizepräsident von TIM Brasil, sagte, das Unternehmen habe seit dem vergangenen Jahr die Modernisierung der Infrastruktur beschleunigt und setze KI-gesteuerte Antennen ein, die sich automatisch an den Verkehr anpassen; das Projekt in São Paulo sei abgeschlossen, und in diesem Jahr sei die Ausweitung auf acht weitere Hauptstädte geplant.
Silveira ist der Ansicht, dass die Betreiber eine grundlegende Rolle bei der Konnektivität spielen, aber Investitionen von Cloud-Anbietern, Rechenzentren, Hyperscalern und Anwendungsentwicklern ebenso entscheidend seien. Experten gehen davon aus, dass der Aufbau des KI-Ökosystems eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsbetreibern und großen Technologieunternehmen erfordert.









