Institute erhöht globale Zuckerdefizitschätzung, Brasiliens Produktionsprognose für Zentral-Süd auf 38,6 Mio. Tonnen gesenkt

2026-08-18 11:31
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de.wedoany.com-Bericht: In dieser Woche (10. bis 14. August) notierte der internationale Zuckerfuture in einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau: Der Oktober-Kontrakt schloss am Montag bei 16,45 US-Cent/Pfund (Freitag zuvor +5,65 %), am Dienstag bei 16,73 US-Cent/Pfund, der März-Kontrakt bei 17,71 US-Cent/Pfund, mit einer Preisdifferenz von fast 1 US-Cent; am Mittwoch erreichte er intraday 17,11 US-Cent/Pfund und fiel dann um 1,85 % auf 16,42 US-Cent/Pfund zurück; am Donnerstag schloss er bei 16,60 US-Cent/Pfund, ein Plus von 1,09 %. Londoner Weißzucker erreichte ein 15-Monats-Hoch, gestützt durch die Prognose, dass die Produktion in der EU und Großbritannien auf 14,98 Mio. Tonnen (11-Jahres-Tief) sinken wird.

Foto: Gilberto Marques/SAA

Mehrere Institute haben ihre Schätzungen zum globalen Zuckerdefizit nach oben korrigiert: Das Beratungsunternehmen Green Pool hob das Defizit für 2026/27 von 1,76 Mio. Tonnen auf 3,3 Mio. Tonnen an, ein weiteres von 0,55 Mio. Tonnen auf 1,7 Mio. Tonnen. Am Freitag prognostizierte das Beratungsunternehmen Czarnikow ein Defizit von 0,9 Mio. Tonnen für 2026/27 (Produktion 178,3 Mio. Tonnen, Verbrauch 179,2 Mio. Tonnen) und 2,9 Mio. Tonnen für 2027/28, bedingt durch geringere Lieferungen aus Indien, der EU und Thailand. Der weltweite Tagesverbrauch liegt bei etwa 0,5 Mio. Tonnen; ein Defizit von 2 bis 3 Mio. Tonnen stützt die Preise, ist jedoch relativ begrenzt.

Czarnikow senkte die Produktionsprognose für Zentral-Süd-Brasilien von 39,5 Mio. Tonnen auf 38,6 Mio. Tonnen, da starke Regenfälle im Juni und Juli den Zuckergehalt des Zuckerrohrs reduzierten; gleichzeitig wurden die Verarbeitungsmenge und der Zuckerausbeuteanteil nach unten korrigiert. Positive Korrekturen für China (+0,3 Mio. Tonnen), Pakistan (+0,4 Mio. Tonnen), Indonesien und die USA (je +0,2 Mio. Tonnen) gleichten die Reduzierung teilweise aus, während Russland um 0,2 Mio. Tonnen nach unten korrigiert wurde. Daten des brasilianischen Zuckerrohrverbands (UNICA) zeigen, dass die Zuckerproduktion in Zentral-Süd-Brasilien im Juni im Jahresvergleich um 26,3 % auf 3,903 Mio. Tonnen zurückging, da ein Teil des Zuckerrohrs aufgrund der Ölpreise für Ethanol verwendet wurde.

Der Monsunregen in Indien lag 12 % unter dem Durchschnitt. Die Regierung prüft Beschränkungen für die Ethanolproduktion aus Zuckerrohr in der Saison ab November; in der aktuellen Saison wurden etwa 3 Mio. Tonnen Zucker (10 % der Produktion) für Biokraftstoffe verwendet, mit Mais und Reis als Ersatzrohstoffe. Eine Entscheidung könnte bis Ende September fallen. Sollte sie umgesetzt werden, würde das Zuckerangebot in Indien steigen und den wichtigsten Absicherungsfaktor gegen die derzeitige Defiziterzählung darstellen.

Die brasilianische Regierung erließ das Dekret Nr. 13.092, das unabhängigen Anbauern im Nordosten, die von US-Zöllen und Klimaereignissen betroffen sind, Subventionen in Höhe von 270 Mio. Real gewährt (12 Real pro Tonne Zuckerrohr).

Makroökonomisch stieg Brent-Öl in der Wochenmitte auf 89 USD/Fass, fiel am Donnerstag aufgrund von Gerüchten über eine US-iranische Einigung auf 88,35 USD/Fass zurück und stieg am Freitag aufgrund der erneuten Betonung der Meerengenschließung wieder auf 88,40 USD/Fass. Der Dollar-Real-Wechselkurs lag bei 5,2220. Der technische Analyst Marcelo Moreira nennt für den Oktober-Kontrakt Widerstände bei 16,64, 17,11, 17,34, 17,77 und 18,18 US-Cent/Pfund sowie Unterstützungen bei 16,33, 16,22, 15,49, 15,00 und 14,89 US-Cent/Pfund. Nicht-Indexfonds halten erstmals seit Dezember 2024 eine Netto-Long-Position von 25.000 Kontrakten (Position vom Dienstag). Derivative Positionen wie Knock-in-, Knock-out- und Accumulator-Optionen könnten die Korrekturvolatilität verstärken.

Der in Real notierte Zuckerpreis liegt über dem Niveau von vor 12 Monaten; zusammen mit einem Dollar-Real-Kurs über 5,2220 neigen Absicherer dazu, Preise in Tranchen zu fixieren. Die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien könnten die Wechselkursvolatilität erhöhen; fällt der Dollar-Real-Kurs unter 5,2500, könnte der Markt mit größerer Unsicherheit konfrontiert sein.

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