Pexapark: Europäische PPA-Preise steigen im Juli um 2,3 %, Spanien fällt um 3,9 %
de.wedoany.com-Bericht: Nach dem neuesten Index des Schweizer Beratungsunternehmens Pexapark zeigte der europäische Markt für langfristige Stromabnahmeverträge (PPA) im Juli eine uneinheitliche Entwicklung: Der Gesamtindex (Euro Composite) stieg um 2,3 % auf 45 Euro/MWh, wobei die Unterschiede zwischen den Ländern deutlich ausfielen.

Großbritannien verzeichnete mit 5,8 % den größten monatlichen Anstieg, gefolgt von Italien mit einem Plus von 4,3 %. Beide Märkte wurden von steigenden Terminstrompreisen gestützt; der Erdgasmarkt rechnet vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten weiterhin Risikoprämien ein, was die Preissteigerungen untermauerte.
Märkte mit höherer Durchdringung erneuerbarer Energien verzeichneten dagegen Rückgänge. Die PPA-Preise in den nordischen Ländern fielen um 6,3 %, in Spanien um 3,9 % und in Portugal um 2,9 %. Der hohe Anteil erneuerbarer Stromerzeugung senkte die langfristigen Strompreiserwartungen und beeinflusste damit die Bewertung von Lieferverträgen für erneuerbare Energien.
Die Preissenkungen im nordischen Markt sind hauptsächlich auf die Neubewertung der PPA-Fair Values in Dänemark zurückzuführen. Diese Anpassung umfasste aktualisierte Marktrisikopreise (Market Price of Risk) sowie neue Forward-Capture-Preiskurven. Die hohe Erzeugung aus erneuerbaren Energien in Verbindung mit gut gefüllten Wasserspeichern übt ebenfalls weiterhin Druck auf die langfristigen Preiserwartungen aus.
Trotz der Preisvolatilität blieb die Vertragsaktivität rege. Im Juli wurden in Europa 24 PPAs öffentlich angekündigt, mit einer vertraglich gebundenen Kapazität von rund 1,1 GW. Unternehmenskäufer waren an 21 dieser Vereinbarungen beteiligt, was einer offengelegten Vertragskapazität von rund 770 MW entspricht; Versorgungsunternehmen schlossen 3 Verträge mit einer Gesamtkapazität von rund 620 MW ab.
Das größte Geschäft des Monats war ein 332-MW-PPA von Ørsted mit einem Investorenkonsortium für das deutsche Offshore-Windprojekt Gode Wind 1, das zu diesem Zeitpunkt gerade aus seinem Förderregime ausschied.
Photovoltaik bleibt die dominierende Technologie im PPA-Markt und machte etwa ein Drittel der offengelegten Vertragskapazität aus. PPAs für Hybridtechnologien und Onshore-Wind entfielen jeweils auf etwa ein Viertel der angekündigten Kapazität.
Der Speichermarkt war im Juli ebenfalls aktiv. Pexapark zählte in Europa neun angekündigte Batteriespeichersystem-Vereinbarungen (BESS) mit einer offengelegten Vertragskapazität von rund 865 MW und 3,1 GWh.
Tolling-Vereinbarungen machten vier dieser Transaktionen aus und bündelten den Großteil der Kapazität. Zelestra und EnBW unterzeichneten eine 300-MW-Vereinbarung in Italien, Zelestra schloss zudem eine 207-MW-Vereinbarung mit Axpo. Darüber hinaus wurde in Großbritannien eine 100-MW-Tolling-Vereinbarung und in Spanien eine 55-MW-Portfoliovereinbarung angekündigt.
Bei der Vertragsstruktur traten in Spanien und Ungarn Revenue-Swap-Strukturen auf, während in Deutschland, Polen und Dänemark Merchant-Erlösoptimierungsvereinbarungen mit Gewinnbeteiligung zu beobachten waren. Die zunehmende Strukturvielfalt zeigt, dass sich der BESS-Markt in Richtung komplexerer Vertragsmodelle entwickelt: Tolling-Vereinbarungen bieten eine höhere Erlösvisibilität für Projekte im Versorgungsmaßstab, während Revenue Swaps und Merchant-Erlösbeteiligungsmodelle Eigentümern mit höherer Risikotoleranz eine teilweise Teilhabe am Marktaufwärtspotenzial ermöglichen.
Die Marktvolatilität wurde maßgeblich von den Entwicklungen im Nahostkonflikt beeinflusst. Phasen der Entspannung und mögliche Waffenstillstandsverhandlungen drückten die Erdgaspreise vorübergehend, während neue militärische Eskalationen und Sorgen über Unterbrechungen der LNG-Versorgung durch die Straße von Hormus diesen Trend rasch wieder umkehrten.
Hitzewellen in weiten Teilen Europas erhöhten zudem die Nachfrage nach Strom für Kühlzwecke, und zu hohe Flusswassertemperaturen schränkten die Verfügbarkeit einiger französischer Kernkraftwerke ein. Trockenheit in Mitteleuropa senkte den Wasserstand des Rheins und brachte Unsicherheit für den Kohletransport.
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