Icelandair erwirbt 49 % der Anteile an PLAY Malta Holding für 686.000 US-Dollar
de.wedoany.com-Bericht: Am 20. August gab die Icelandair-Gruppe bekannt, dass sie zugestimmt hat, 49 % der Anteile an Fly Play Europe Holdco (FPE) für 686.000 US-Dollar zu erwerben. Gegenpartei der Transaktion ist FPE hs., eine Gesellschaft, die von einem von cdsafold Capital Partners verwalteten Fonds gehalten wird. Zuvor hatten beide Parteien im April eine Absichtserklärung unterzeichnet; nach Abschluss der Transaktion halten die bestehenden Investoren weiterhin die verbleibenden 51 % der Anteile.

Die an dieser Transaktion beteiligte Unternehmensstruktur umfasst: die isländische Muttergesellschaft Fly Play hf., die auf Malta registrierte Holdinggesellschaft Fly Play Europe Holdco sowie die Fly Play Europe Ltd., die Inhaberin des Luftverkehrsbetreiberzeugnisses (AOC) MT-85 ist. PLAY hatte diese Malta-Struktur bei der Expansion ihres internationalen Geschäfts eingerichtet und mit besicherten Anleihen in Höhe von rund 2,8 Milliarden Isländischen Kronen (etwa 23,1 Millionen US-Dollar) finanziert. Nachdem PLAY im September 2025 den Flugbetrieb eingestellt hatte, vollstreckten die Gläubiger ihre Sicherungsrechte und zogen die Malta-Holdingstruktur ein.
Icelandair erwirbt 49 % der Anteile an der Holdinggesellschaft, nicht das AOC selbst. Fly Play Europe Ltd. bleibt der alleinige Inhaber des AOC MT-85 und unterliegt weiterhin der aufsichtsrechtlichen Verantwortung gegenüber der maltesischen Verkehrsbehörde (Transport Malta). Der Kaufpreis von 686.000 US-Dollar entspricht einer einfachen Eigenkapitalbewertung von etwa 1,4 Millionen US-Dollar für FPE. Diese Bewertung kann als der Betrag betrachtet werden, den die Gläubiger nach der Einstellung des PLAY-Betriebs aus der weitgehend nicht operativen Plattform zurückgewonnen haben, und stellt nicht den Wert einer operativen Fluggesellschaft oder des AOC selbst dar.
Die Transaktion umfasst zudem nicht offengelegte Finanzierungsvereinbarungen sowie Optionen, die es Icelandair ermöglichen, ihre Anteile zu erhöhen. Der Aktionärsvertrag (shareholders' agreement) regelt die Beziehungen zwischen den Aktionären, jedoch hängen die Vertretungsrechte im Vorstand, Vetorechte und vorbehaltene Angelegenheiten von nicht offengelegten Bestimmungen des Vertrags ab. Daher kann die tatsächliche Kontrolle nicht allein anhand des 49-%-Anteils beurteilt werden. Icelandair erwartet, dass diese Übernahme keine wesentlichen Auswirkungen auf ihre Bilanz und ihre Finanzergebnisse für 2026 haben wird.
Durch diese Transaktion erhält Icelandair direkt Zugang zu einer bestehenden maltesischen Luftfahrtplattform und einem AOC, ohne eine EU-Betriebsplattform von Grund auf aufbauen zu müssen. Der Kernlinienflugbetrieb kann weiterhin unter dem isländischen AOC von Icelandair durchgeführt werden, während Flugzeuge für saisonale, Charter- oder ACMI-Betriebe (Flugzeug, Besatzung, Wartung und Versicherung) über die maltesische Plattform eingesetzt werden können. Diese Plattform unterstützt zudem ACMI-/Feuchtleasing, Charter, internationalen Betrieb und Flugzeugleasing und kann im Rahmen des maltesischen Regulierungsrahmens und der Luftverkehrsdienstleistungsabkommen betrieben werden.
Für die früheren Gläubiger von PLAY ermöglicht diese Vereinbarung die Verwertung eines Teils der bereits zurückgewonnenen Vermögenswerte, während gleichzeitig ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 51 % erhalten bleibt. Icelandair wiederum erhält zu geringen Kosten ein etabliertes maltesisches AOC und eine Betriebsplattform und hält zudem eine Option zur Erhöhung ihrer Anteile, falls sich die Plattform kommerziell erfolgreich entwickelt.
Die Transaktion unterliegt weiterhin der Erfüllung bestimmter Vollzugsbedingungen sowie der Genehmigung der weiteren Nutzung des AOC durch die maltesische Luftfahrtaufsichtsbehörde. Wesentliche Bedingungen wie der Optionsausübungspreis, die Kontrolle über den Vorstand, Vetorechte sowie künftige Kapital- oder Schuldverpflichtungen sind derzeit nicht offengelegt; diese nicht veröffentlichten Inhalte könnten letztlich das tatsächliche wirtschaftliche Interesse und das Kräfteverhältnis zwischen den 49-%- und 51-%-Aktionären bestimmen.
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